Dredd

Action/Crime/Science-Fiction
Action/Crime/Science-Fiction

[Einleitung]
Mit „Judge Dredd“ gelang dazumal ein weiterer, typischer Action-Titel damalige Tage (1995). Praktisch nahtlos ins Bild passend neben „Demolition Man“ oder auch „Total Recall“ fügte er sich ganz wunderbar ins Bild. Dann, 2012, geschah es: ein Remake stand an. Oder aber zumindest erschein ein neuer Film mit dem Titel „Dredd“, dieses Mal mit Karl Urban als wandelndes Gesetz unter der Regie von Pete Travis nach einem Drehbuch von Alex Garland. Ist Urban ein guter neuer Stallone? Kann der Inhalt überhaupt heute noch für Begeisterung sorgen und vor allem, wie steht es auch um die technischen Gegebenheiten bei „Dredd“? Ich konnte mir diese 4K-Version des Science-Fiction Streifens von universumfilm genauer anschauen und berichte.

Inhalt
Mega City One – eine gigantische Metropole voller Gewalt, Chaos und Verbrechen inmitten des düsteren und zerfallenen Amerikas. Die Bewohner leiden und immer mehr verfallen der neuen Droge Slo-Mo, die sie die Realität in extremer Zeitlupe erleben lässt. Einzig und allein die „Judges“ können gegen die Verbrechen in ihrer Stadt ankämpfen, nur sie haben die Macht als Richter und Vollstrecker für Recht und Ordnung zu sorgen.

Dredd (Karl Urban), als oberster „Judge“ gefürchtet, will die Stadt von ihren Plagen befreien. Zusammen mit seiner neuen Rekrutin, Cassandra Anderson (Olivia Thirlby), nimmt er den Kampf gegen Ma-Ma (Lena Headey) auf, eine Drogenbaronin, die eiskalt über den größten Slum der Stadt herrscht. Als Dredd und Anderson einen Handlanger aus ihrem skrupellosen Clan zu fassen kriegen, entfacht Ma-Ma einen erbitterten Krieg, in dem sie vor nichts zurückschreckt, um ihr Imperium zu schützen…
(Quelle: universumfilm)

[Kommentar]
Wenn ich den Trailer zum Remake, oder besser, zu „Dredd“ (2012) sehe, dann fühle ich mich vor allem von der visuellen Ausgestaltung an das Remake von „RoboCop“ erinnert, und ebenfalls an das fantastische Original von Paul Verhoeven (von 1987). Und dann, also im zweiten Schritt, will ich damit sagen, da denke ich dann an das „Dredd“-Original von 1995 mit Sylvester Stallone, Jürgen Prochnow, Max von Sydow sowie auch Armand Assante vor der Kamera. Mit Diane Lane dann bitte doch noch eine Frau im Cast, die hier sogar die einzige, story-relevante weibliche Judge spielt. Damals führe Danny Cannon Regie.

Beim Remake von 2012 sieht das etwas anders aus, denn in der zeitgenössisch eher feminineren Welt stehen gleich mehrere weibliche Figuren neben Karl Urban als neuer Judge vor der Kamera. Sie arbeiteten nach der Regie von Pete Travis und haben vom Drehbuch her einen ähnlichen Inhalt. Wo dazumal noch eine Art Gegenbild zum Judge die Gefahr darstellt, ist dies heute eher eine Droge. Der Feind ist – wie in der realen Welt – abstrakter geworden. Doch nun zu den wichtigen Dingen, schauen wir noch einmal genau hin.

Praktisch der Erfinder des „Mies-gucken-Looks“: Sylvester Stallone.
Und nicht genug der Bilder! Denn auch die tiefe Stimme ähnelt eher einem Gebrummel, als klaren Ansagen eines Officers. Da war (und ist) sogar Stallone deutlicher. Also was ist neben den heruntergezogenen Mundwinkeln noch geblieben? Macht es dem Protagonisten nach wie vor keinen Spaß Judikative und Exekutive in Personalunion mit sich selbst auszuführen? Ja, es ist nicht die einzige Analogie, dass Stallone praktisch genau so drein schaut wie Urban in dem Remake, knappe 17 Jahre später. Auch der Grad an Action ist sehr hoch, so wie damals. In Sachen Gesellschaftskritik oder Tiefsinn bleibt man hingegen eher oberflächlich.

… auch in 2012 wird noch grimmig geguckt: Karl Urban
Im Nachgang fällt mir viel mehr auf, dass die Aussage des Films, seine Botschaft, praktisch ebenfalls der ähnelt, die wir bereits 1995 vermittelt bekamen. Die Mittel zur Darstellung sind ein wenig, sagen wir, weiter entwickelt. Seitens des Inhalts hingegen herrscht weitgehend weniger Fortschritt. Wen dies interessiert, der schaut sich den Review vom 10. April 2013 hier einmal auf dvdcheck.de an.

Negotiation’s over. Sentence is death. – Judge Dredd

[Technik]
Meinen ersten Kontakt mit dem Nachfolger hatte ich im High Definition Blu-ray Disc-Format. Nun konnte ich eine Schippe drauflegen und mit 4K noch gestochen schärfer auf Verbrecherjagd ziehen. Hier geht es ordentlich zur Sache, Action könnte des Judge‘s zweiter Vorname sein. Dredd kommt selten wirklich zur Ruhe. Überwiegend bewegt er sich, die Kamera zudem. Üblicherweise gibt es dann noch eine ganze Menge Action in der unmittelbaren Umgebung und neben Explosionen auch durch die Luft zischende Geschosse. Die Kombination dieser fiktiven Dystopie, aus computergenierten Effekten und Realbildern, gelang gut. Die Kompression ist weitgehend unauffällig, es rauscht extrem selten. Gute Leistung insgesamt. 2.40:1, hier getestet wurde die 4K-Fassung (2160p).

Ob nun 4K oder nicht 4K, dem Ton ist es in diesem Fall sozusagen gleich. Und damit auch uns. Dem Film, so können wir hier verallgemeinernd festhalten, gelingt mittels DTS-HD Master Audio 5.1 Surround Sound in den Sprachen Deutsch oder wahlweise Englisch ein sehr dynamischer und weiter Raumklang. Der Umfang der Dynamik ist hoch, der gebotene Umfang gefällt von Beginn an gut. „Dredd“ ist ausreichend deutlich, wenn denn nicht zu sehr genuschelt wird. Surround-Effekte haben wir vom Opening bis zu den Credits, bzw. dem Abspann. Höhen, Tiefen und die Güte bei Spitzen entsprechen einem angenehm hohen Niveau. Ich war zufrieden.

[Fazit]
Mir gefiel der Titel „Dredd“ von 2012 gut, vor allem als autonomen Action-Titel betrachtet. Mir gefällt auch heute noch der Film von 1995, der mit seinen plakativen Mitteln und Figuren sehr überzeugend wirkte. „Dredd“ läuft rund 95 Minuten und zählt damit zu den eher kürzeren Kino-Filmen heutzutage. Ich persönlich finde das gut, da ich die Meinung vertrete, dass nicht jeder Film bald zweieinhalb Stunden brauchen sollte. Neben dem Hauptfilm gibt es auch noch Bonusmaterial, welches sich maßgeblich aus 6 Featurettes sowie Interview-Ausschnitten zusammensetzt und weitere 43 Minuten mitbringt.

Ich habe keine 12,- Euro für den Titel gezahlt. In Anbetracht der Tatsache, dass dem 4K-BD Datenträger gewissermaßen als weiters Extra auch eine „normale“ Blu-ray Disc Version beiliegt, macht diesen Preis unschlagbar. Wenig überraschend, dass die Altersfreigabe bei ab 18 Jahren liegt. Wer kein HDR 10 braucht und auch auf Dolby Vision verzichten kann, greift wohl besser zur Stand Alone-Blu ray. Diese 4K-Fassung von „Dredd“ erschien am 12. April 2019 im Rahmen des universumfilm Angebots. Wer sich als Sci-Fi Fan bezeichnet, der sollte sich dieses Stück sehr genau anschauen.

Andre Schnack, 24.12.2019

Film/Inhalt:★★★☆☆☆ 
Bild:★★★★★☆ 
Ton:★★★★☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆ 

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