Wendepunkt: 9/11 und der Krieg gegen den Terror

Dokumentation/Serie
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[Einleitung]
Wahrscheinlich war es einer dieser Momente, die man nicht vergisst. Und man kann sich noch lange Zeit danach recht genau an bestimmte Dinge erinnern. So war es auch am 11. September 2001, als ich in Hamburg im Büro meines Arbeitgebers davon mitbekam, was in den USA geschah. „Wendepunkt: 9/11 und der Krieg gegen den Terror“ (Turning Point: 9/11 and the War on Terror) befasst sich mit dem Tag und seinen weitreichenden Folgen, den Ursprüngen und einer zeitlichen Abfolge, die vieles klarer machen soll. Ich sah mir die fünfteilige Doku-Reihe aus dem Netflix Programm genauer an und berichte.

Inhalt
Folge 1, Das System blinkte rot: Interviews und schockierende Archivaufnahmen enthüllen das Chaos, das sich während der Angriffe abspielte. Die Ursprünge der Anschläge reichen bis in die 80er zurück. (60 Min.)

Folge 2, Ein Ort der Gefahr: Opfer erinnerte sich an das Grauen, das sie am 11. September durchlebten. Unmittelbar nach den Anschlägen leitete George W. Bush aggressive Antwortmaßnahmen ein. (59 Min.)

Folge 3, Die dunkle Seite: Als sich herausstellt, dass die Entführer von Defiziten des US-Geheimdienstes profitiert haben, leitet das Weiße Haus neue Geheimüberwachungs- und Verhörtechniken ein. (64 Min.)

Folge 4, Der gute Krieg: Ohne eine kohärente Strategie werden die frühen Erfolge des Kriegs in Afghanistan schnell verspielt und schüren Desuillusion, Korruption und die Stärkung der Taliban. (63 Min.)

Folge 5, Friedhof der Imperien: Die USA wollen nach zwei Jahrzehnten ihren bisher längsten Krieg beenden, doch der Rückzug der Truppen droht in Afghanistan wieder zu Unterdrückung und Gewalt zu führen. (66 Min.)
(Quelle: Netflix)

[Kommentar]
Als Gesamtwerk betrachtet empfinde ich „Wendepunkt: 9/11 und der Krieg gegen den Terror“ als eine sehr informative und auch umfangreiche Dokumentation, gut zu verdauen – wenngleich mit drastischen Aufnahmen rund um die Ereignisse am 9. September 2001. Alle fünf Sendungen sind kurzweilig aufbereitet und spannend inszeniert, da es auch um die Enthüllung ‚bislang‘ oder weitgehend unbekannter Informationen und Umstände. Sind es doch diese Hintergründe, betrachtet mit einem zeitlichen Abstand, die ein Bild einer Regierung zeichnen, die sich im Ausnahmezustand befand.

Aufbau und Ablauf sind gelungen, die Cliffhanger zur nächsten Episode sind prächtig gemacht und ich sah mehrere Folgen gleich hintereinander weg. Ein gutes Zeichen, denke ich, was zumindest für die Fähigkeit spricht, die Aufmerksamkeit des Publikums einzufangen und auch gewissermaßen zu halten. Es werden meines Erachtens ausreichend Antworten geboten und auch nicht zu reißerisch und sensationsgeil mit dem Thema umgegangen. Ein wirklich gelungener Start der „Wendepunkt“-Dokumentations-Reihe, die 2024 mit „Wendepunkt: Die Bombe und Der Kalte Krieg“ fortgesetzt wurde.

[Technik]
Entsprechend der Herkunft oder Quelle der Aufnahmen und des Alters fallen dann auch die Qualität(en) aus. Vor über 20 Jahren gab es noch keine Smartphones wie heute, Amateur-Videos sind mit den erreichten Auflösungen aktueller Geräte nicht zu vergleichen. Mitschnitte aus Journalisten-Perspektiven und eben die TV- sowie Interview-Momente sind zumeist guter Qualität. Alles passt soweit und wurde entsprechend auf einen Fluss getrimmt, so dass es zum Beispiel zu keinen Unterschieden der Seitenverhältnisse kommt. Rauschen gibt es, Kompressionsartefakte im 16:9-Bild hingegen konnte ich kaum ausmachen.

Den Ton gibt es in unterschiedlichen Sprachen zu vernehmen. Mir kam der Sound recht wenig räumlich vor, was angesichts der thematischen Ausrichtung auch keinesfalls überrascht. „Wendepunkt: 9/11 und der Krieg gegen den Terror“ befasst sich mit allerlei Ton unterschiedlicher Quellen, nur eben keinen, der den heutigen Erwartungen der Technik-Puristen gerecht wird. „Wendepunkt: 9/11 und der Krieg gegen den Terror“ beschränkt sich mithin auf den soliden und technisch adäquaten Tonfluss (Englisch im Original und in der deutschen Synchron per Overlay). Untertitel sind ebenfalls in zahlreichen Sprachen vorhanden.

[Fazit]
„Wendepunkt: 9/11 und der Krieg gegen den Terror“ bereitete mir einige Stunden interessanter, informativer Unterhaltung, die sich wenig offen pro-westlich zeigt, allerdings natürlich konzeptionell bedingt gewissermaßen die Sicht des Westens repräsentiert. Mit der Laufzeit von rund 312 Minuten (etwas über 5 Stunden) widmet sich die Doku-Reihe ausreichend dem Thema, die Altersfreigabe liegt bei ab 16 Jahren, was auf die Amateuraufnahmen des 9. Sept. zurückzuführen ist. Diese fünf Dokumentationen widmen sich den Hintergründen der Terror-Anschläge, was teils Jahrzehnte zurück reicht. Sehenswert.

Andre Schnack, 08.04.2024

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆ 

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