American Monster

Horror/Thriller/Drama
Horror/Thriller/Drama

[Einleitung]
1982 lief unter dem Titel „Q: The Winged Serpent“ (alternativ auch „American Monster“) in den USA ein Horror-Film mit David Carradine in der Hauptrolle. Auch hierzulande konnte sich der Titel als TV-Ausstrahlung einen Namen machen und lehrte so manch einem Jugendlichen zur späten Abendstunde mit Sicherheit das Fürchten, eventuell raubte der Film sogar den Schlaf. Regisseur und Drehbuchautor war Larry Cohen, der Film entstand als US-amerikanische Hollywood-Produktion. Der etwas angestaubte Titel kommt nun in Form einer DVD-Erscheinung aus dem Programm der KOCH Media. Wir warfen einen Blick auf den Silberling und berichten über dessen Qualitäten.

[Inhalt]
Fensterputzer verlieren wortwörtlich ihre Köpfe, sonnenbadende Frauen verschwinden urplötzlich von den Dächern der Stadt, in den Straßen regnet es blutige Körperteile. New York City ist in Panik! Im Chrysler Building hat ein geflügeltes Schlangenmonster sein gigantisches Nest gebaut und ernährt sich von den Bewohnern der Stadt. Die Jagd nach dem „American Monster“ beginnt… „Kill Bill“-Star David Carradine spielt die Hauptrolle in diesem blutigen Monster-Actionfilm mit kultigen Stop-Motion-Effekten. Drehbuch und Regie gehen auf das Konto von Genre-Spezialist Larry Cohen, der jüngst mit dem Kassenschlager „Nicht auflegen!“ abermals sein Talent unter Beweis stellte.
(Quelle: KOCH Media)

[Kommentar]
„Ein geflügeltes Schlangenmonster nistet sich im Chrysler-Building ein und ernährt sich von den Bewohnern New Yorks, bevor es mit Maschinengewehrsalven zur Strecke gebracht wird.“ – So kann der Inhalt des Films tatsächlich umschrieben werden. Um viel mehr geht es im Kern nicht, wenngleich der gesamte Verlauf des Titels nicht gerade als gradlinig bezeichnet werden kann. Ganz im Gegenteil, für einen Monsterfilm wird erstaunlich viel Handlung geboten. Hier und dort macht der Handlungsbaum einige Ast-Abzweigungen und driftet etwas ins Mystery-Genre ab, da es nicht nur um ein geflügeltes Monster geht, sondern plötzlich auch noch um einen altreligiösen Gotteskult der Azteken. Letztlich wird noch das Leben des Losers Jimmy darin eingebettet und abgehandelt.

Einige Filmszenen erschließen die Spekulationen der Ermittler auf einen Kult oder abscheuliche Rituale. Diese Szenen waren in der deutsch lokalisierten Fassung nicht enthalten und liegen hier in Form englischsprachiger Aufnahmen vor. Nicht gerade als akkurat, dennoch brauchbar kann der Verlauf und die Konstruktion der Geschichte bezeichnet werden.

Geschickt wurden einige Story-Elemente verknüpft und es entsteht eine gewisse Spannung. Die Auftritte des fliegenden Monsters hingegen sind teilweise etwas merkwürdig. Einerseits kann die riesige Drachenfigur nahezu unbemerkt einer Person den Kopf entfernen oder aber eine sonnenbadende Schönheit wegschnappen, andererseits wird diese Spannung plötzlich komplett abgebaut und jedermann der Stadt nimmt den fliegenden Tod bewusst und mit den Augen wahr. Die Tricktechnik geht in Ordnung. Die Sets – insbesondere der Dachstuhl des Chrysler-Buildings – machen etwas her und lassen Stimmung aufkeimen. Die Aufnahmen des Monsters an sich halten sich qualitativ auf einem eher niedrigen Niveau. Auch schauspielerisch keine großen Leistungen, dennoch ausreichend glaubhaft. David Carradine leistet insgesamt gut Arbeit. Genau so, wie die Filmmusik.

[Technik]
Nicht ganz so modern kommt das amerikanische Monster daher. Der Bildtransfer geschieht im Breitbildformat 1.85:1 und wurde leider nicht anamorph, sondern per Letterbox-Verfahren auf dem Datenträger abgelegt. Der Transfer kann als nicht sonderlich akkurat bezeichnet werden. Die Kantenschärfe ist nicht sehr ausgeprägt. Es treten sichtbare Verunreinigungen und Rauschmuster auf. Der Kontrast wirkt etwas fahl und arm an Sättigungslevel, was dem gesamten Film eine „Spur von damals“ verleiht. Diese steht der Produktion eigentlich nicht schlecht, aus der Sicht der Bewertung hingegen spricht dies jedoch für ein qualitativ nur durchschnittliches Niveau. Angesichts des Budgets und der damaligen Zeit und der hier verwendeten Technik kann man mit dem Ergebnis zufrieden sein. Die Kompression macht nicht negativ auf sich aufmerksam.

Die akustische Seite des Titels wurde in den Sprachfassungen Englisch und Deutsch im Format Dolby Digital 2 mono auf der Disc abgelegt. Entsprechend dem Alter wird eine überwiegend saubere Dialog-Wiedergabe geboten. Einkanalig macht sich Raumklang nicht besonders bemerkbar, so erklingen hier aus dem Center-Speaker eine etwas lautstarke Musik und einige durchaus dynamische Ton-Einlagen. Der Ton wurde in die Höhen hin gut abgemischt, der Soundtrack insgesamt kann als zufrieden stellend bezeichnet werden. Rauschen oder Knacken bleiben aus. Untertitel gibt es leider gar nicht.

[Fazit]
Larry Cohen jüngster Titel „Nicht auflegen!“ kann nicht mit den damaligen Werken verglichen Werken, stellt ab klar, dass der Mann Talent hat. Und das galt schon für „American Monster“, der sich auf einer Laufzeit von rund 93 Minuten erstreckt. Abgelegt wurde der ab 16 Jahren freigegebene Film auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9). Über das einfach zu handhabende Menü gelangt der Käufer zu den Extras. Diese setzen sich aus einem englischsprachigen Audiokommentar (Regisseur) ohne Untertitel, einer KOCH Media Trailershow weiterer Erscheinungen und letztlich einer Fotogalerie. Erwähnenswert ist noch das mehrseitige Booklet, welches dem Amaray-Case beiwohnt. Für Carradine- und Filmfans ein interessanter Titel mit einer altersgerechten Technik.

Andre Schnack, 04.08.2004

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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