Das Experiment

Drama/Thriller
Drama/Thriller

[Einleitung]
Von universumfilm erscheint die Blu-ray Disc zum Titel „Das Experiment“ von Regisseur Oliver Hirschbiegel mit Moritz Bleibtreu, Christian Berkel, Edgar Selge, Andrea Sawatzki, Maren Eggert und weiteren in den führenden Rollen. „Das Experiment“ entstand 2001 als deutsche Filmproduktion und setzt sich mit der menschlichen Psyche auseinander. Nach einer Romanvorlage nach Mario Giordano entstand ein Drehbuch aus selber Hand. Die Geschichte wiederum basiert auf einem tatsächlich begonnenen und abgebrochenen Experiment in der wissenschaftlichen Psychologie. Diese High Definition-Version von universumfilm konnten wir genauer unter die Lupe nehmen, wir waren gespannt wie ein Flitzebogen kurz vorm Psychiater-Termin.

[Inhalt]
4.000 Mark für zwei Wochen: Leicht verdientes Geld, denken die 20 Freiwilligen, die sich auf das ausgeschriebene Experiment einer Universität einlassen. Es soll das Aggressionsverhalten in einer künstlichen Gefängnissituation, in der die Beteiligten per Zufallsprinzip in Gefangene und Wärter eingeteilt werden, mit Hilfe von Überwachungskameras erforscht werden. Am Anfang schwanken die Probanten zwischen nervöser Neugier und ausgelassenem Übermut und finden sich langsam in ihre Rollen ein: Die Wärter pochen auf ihre Autorität, die Gefangenen rebellieren gegen Demütigung und Schikane, eine Spirale der Gewalt setzt sich in Bewegung. Bald eskalieren die Ereignisse und aus dem harmlosen Spiel wird ein erbitterter Kampf auf Leben und Tod…
(Quelle: universumfilm)

[Kommentar]
Irgendwann verliert man sein Ziel, bzw. den Bezug seines Ziels im Vergleich zur Realität. Die Fragestellung nach Ausgewogenheit in den Handlungen und rationalem Handeln stellt sich nicht mehr. Doch aus diesem wissenschaftlichen Ansatz kann sich ein ganz fabelhafter Thriller entwickeln. Dabei ist die Grundidee gar nicht so neu: ein Film, der auf dem 1971 durchgeführten Stanford-Prison-Experiment beruht. Dieses ist ein klassisches Experiment der Psychologie, dieser Film beruht auf dem Roman „Black Box“ von Mario Giordano. Hin und wieder leistete man sich eine etwas freiere Interpretation der damaligen Ereignisse, was unter anderen dazu führt, dass in „Das Experiment“ auch der Tod eine Rolle spielt.

Egal: kurzum verliert die Probanten-Gruppe den Bezug zur Realität und erinnern sich nicht mehr an die Ausgangssituation, die ausschlaggebend für den weiteren Verlauf der Geschehnisse war. So werden die aufgebauten Feindbilder eher geschürt und die Fronten verhärten sich extrem schnell. Es geht nur noch um Befindlichkeiten, welche in radikalen und brutalen Handlungen ihren Druck abbauen. Dabei geht es dann letztlich ziemlich zur Sache. „Das Experiment“ gewinnt natürlich während und durch diese aufgebaute Eskalation an Spannung und Aufmerksamkeit des Betrachters. Das die eingesetzten Darsteller dabei auch noch eine gute Figur machen, sorgt ganz nebenher für noch mehr Glaubhaftigkeit und Realismus.

[Technik]
„Das Experiment“ findet in vollumfänglichen 1080p-Bildern statt. Es kam dabei das Seitenverhältnis 1.85:1 zum Einsatz, was dem Original entspricht. Der Film besitzt einige Eigenheiten, welche sich stark auf die visuelle technische Umsetzung auswirken. So findet ein Großteil des Geschehens im Inneren eines Komplexes ohne Fenster statt. Mithin gibt es praktisch kaum Aufnahmen, in denen natürliches Licht seine Wirkung entfalten kann. Ich erinnere mich nicht bewusst an Außenaufnahmen in der Tageszeit, denn zu allem Überfluss sind finden sie alle in der Nacht statt. Der Kontrast ist hoch und weitgehend in Ordnung, doch hinterlassen rasche Bewegungen zuweilen deutlich erkennbare Nachzieheffekte. Wie schade auch, dass die Konturenzeichnung nur bedingt gut gefällt. Oftmals sind die Kanten zu verwaschen und unsauber. Die Kompression geht in Ordnung.

Auch dem Ton gebührt eine relevante Rolle am Film. Es sind die überwiegend in Studios gedrehten Momente, welcher auch einer entsprechenden Akustik bedürfen, um in einer authentischen Wirkung zu münden. In der Theorie weist der Film über alle benötigten Mittel, es handelt sich um ein DTS 5.1 HD Master Audio-Soundtrack. Es gibt ihn ausschließlich in deutscher Sprache im Programm. Untertitel bleibt uns die Blu-ray Disc schuldig. „Das Experiment“ gefällt durch die etwas hallende Akustik im Gefängnis-Interieur gut, eine echte Räumlichkeit will jedoch zu keinem Zeitpunkt so recht entstehen. Immerhin sind die Dialoge stets verständlich zu erkennen.

[Fazit]
Ich kannte den Film noch nicht, Schade über mein Haupt. Doch wie schön für mich, denn so sehe ich den Titel erstmals mit einer Laufzeit von rund 122 Minuten in einer High Definition-Variante, wahrscheinlich der technisch aktuell optimalsten Version. Die Altersfreigabe liegt bei ab 16 Jahren. Enthalten ist nicht nur ein gelungener Thriller aus Deutschland, sondern auch ein brauchbar gestaltetes Menü, das den Zugriff auf die folgenden Extras offeriert und damit die Disc aufwertet:

– Interviews mit Cast & Crew
– Making of
– Deleted Scenes
– Einzelgespräche mit den Häftlingen und den Strafvollzugsbeamten
– Trailer
– Teaser

Die Bonusmaterialien sind auf rund 68 Minuten inhaltlich gelungen, boten mir jedoch ein wenig zu dünne Substanz hinsichtlich der psychologischen Vorlage. Das Making Of verlieht dem Zuschauer auch Eindrücke vom Set des Films während der Dreharbeiten. „Das Experiment“ gefällt als Blu-ray Disc Edition gut und kann für all diejenigen von hohem Interesse sein, die den Film bislang nicht gesehen haben – so wie ich. Senator Film und universumfilm veröffentlichten „Das Experiment“ am 7. August, der Preis liegt bei rund 24,- Euro.

Andre Schnack, 24.08.2009

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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