Die Barbaren (Mediabook)

Fantasy/Adventure
Fantasy/Adventure

[Einleitung]
1987 entstand als US-amerikanische, italienische Koproduktion der Film „Die Barbaren“ (Originaltitel: The Barbarians) unter der Regie von Ruggero Deodato nach einem Drehbuch von James R. Silke. In den führenden Figuren sehen wir David Paul und Peter Paul als Barbaren und in weiteren Rollen Richard Lynch, Eva LaRue, Virginia Bryant und Sheeba Alahni. Diese High Definition Blu-ray Disc Version des Films kommt in einem schick gestalteten 3-Disc Set (1 Blu-ray + 2 DVDs) aus dem Angebot von Koch Media und ich war davon angetan den Film Jahrzehnte nach der ersten Ansicht nun wieder einmal anschauen zu können.

[Inhalt]
Verschleppt, versklavt und in Rache vereint: Jahre, nachdem sie vom tyrannischen Kadar (Richard Lynch) entführt worden sind, gelingt den muskelbepackten Barbarenzwillingen Kutchek (David Paul) und Gore (Peter Paul) die Flucht. Gemeinsam mit der schönen Ismena (Eva LaRue) machen sie sich auf den Weg, den magischen Rubin wiederzufinden, der ihrem Volk Friede und Glück bringen soll. Doch der Weg dorthin führt nur über den Sieg gegen das Böse, das in Kadar seinen fähigsten Handlanger hat…
(Quelle: Koch Media GmbH)

[Kommentar]
Ganz wichtig an diesem Film ist, dass man ihn nicht zu ernst nimmt. Denn so ist er auch konzipiert und gedacht, glaube ich zumindest. Angesichts knapper Produktionsmittel und höchstens mittelprächtiger Darsteller entstand unter Zuhilfenahme einfach gehaltener Requisiten ein Abenteuer-Film, der sich wirklich mit nichts messen kann und komplett konkurrenzlos daherkommt. Bedeutet das nun etwas Gutes? Ja und nein. Wer Anspruch sucht, Ernsthaftigkeit vermutet und auf richtig gute Action im Fantasy-Sujet spekuliert, der wird hier absolut nicht fündig. Doch erscheint es auch zu keinem Zeitpunkt so, als wäre das die Absicht – weder von Cast noch Crew – gewesen.

Eigentlich frage ich mich offen gestanden, wieso man diesen Film überhaupt gedreht hat. Doch vielleicht wollte man den beiden Steroid-Brothers auch einfach mal Ausgang aus der Mucki-Bude gönnen, verpasste ihnen etwas Körper-Öl und riss ihnen die Kleider vom Leib. Schnell noch die „Ausrüstung“ von Sohnemanns letztem Fasching-Fest in die homophoben Händchen gedrückt, und schon geht es auf die Reise. Eine Reise, gespickt mit Gefahren, wie einem Drachen, Lindwurm oder aber doch nur einer mittelmäßigen Gartenschlauch-Attrappe. Aber auch eine Reise mit Verbündeten, wie der hübschen Ismene, die von den beiden Anabolica-Kerlchen stets schlecht behandelt wird und doch an deren Tanga klebt.

Man kann schon sehen, dass es bei „Die Barbaren“ richtig zur Sache geht. Immerhin wird auch ein weltumspannender Storykomplex verfolgt, der sich (schwierig aber machbar) auf das folgende reduziert zusammenfassen lässt: Barbaren jagen nach einem Edelstein, damit deren simple Welt wieder in den Fugen operiert. Mehr ist es eben einfach nicht. Dabei werden Bösewichte besiegt und auch mal wirklich sinnbefreit dreingeschaut. Während der ersten Gehversuche des Privat-TV-Geschäfts sah ich dazumal diesen Film auf meinem kleinen Fernseher im Zimmer meines Elternhauses und hatte Spaß mit ihm. Und genau das ist das Publikum, die Zielgruppe und der Kreis, den es zu erschließen gilt.

[Technik]
„Die Barbaren“ mag zwar auf einer High Definition Blu-ray Disc daherkommen, allerdings wirken die technischen Einsätze dann doch eher so, als hätte man auch stellenweise mit einer VHS-Kassette operieren können. Spaß beiseite. Ich denke mit Fug und Recht sagen zu können, und deswegen schreibe ich es auch hier nieder, dass wir es mit der wohl bestmöglichen technischen Variante dieses Films zu tun bekommen, die aktuell auf den Märkten zu haben ist. Insbesondere daran bemessen, dass wir es hier wohl nicht mit den professionellsten Profis hinter der Kamera zu bekommen haben. Wie dem auch sei, der Transfer bemisst sich auf das Seitenverhältnis 1.78:1, in vollen 1080p versteht sich.

Widmen wir uns den tonalen Belangen des Films. Er – der Ton – befindet sich in den Formaten DTS HD Master Audio 2.0 sowie in Dolby Digital 2.0 auf dem Datenträger. Die Sprachen, die zur Auswahl stehen, lauten Deutsch, Englisch und Italienisch. Untertitel stehen ebenfalls parat, allerdings ausschließlich in deutschen oder englischen Lettern. Ich hörte mir die hiesige Landesfassung an und kam zu einem eher durchschnittlichen Ergebnis. Der Ton weist eine gesunde Mixtur auf, versteht es mit klarer Sprache zu überzeugen und wartet auch mit etwas Surround-Sound in Form von Räumlichkeiten aus dem Hintergrund auf. Alles echt nicht spektakulär, doch ausreichend frisch und klar.

[Fazit]
Es gibt die sogenannten B-Movies. Und dann gibt es jene, die man hinlänglich schlichtweg als Müll bezeichnet. Doch da sich das so hart anhört (und liest) und entgegen jedweder Marketing-Absicht steht, fabrizierten schlaue Leute die Bezeichnung „Trash“. Schon wirkt es weniger drastisch, schlimm und böse von der Intention. Besser macht das allerdings auch „Die Barbaren“ nicht. So daddelt die fahrige Geschichte ihre rund 87 Minuten ab und der Zuschauer kann sich danach stolz, gar barbarisch erheben, auf die Brust trommeln und seinen Freunden von dieser Leistung berichten. Dennoch Trash bedeutet auch, dass etwas derart schlecht ist, dass es schon wieder gut wird.

„Die Barbaren“ kommt von Koch Media in Form eines echten Fan-Leckerbissens auf den Markt. Die Umverpackung glänzt (ähnlich wie die güldenen Rüstungen der barbarischen Gebrüder), es ist nämlich ein schick gestaltetes Mediabook, welches die Blu-ray- und die beiden DVD-Discs beherbergt. „Die Barbaren“ entwickelt sich mit Ismene an ihrer Seite praktisch zu einer Art der drei lustigen Zwei und bietet zudem auch noch Bonusmaterialien, die sich aus den folgenden Features zusammensetzen:

– Audiokommentar mit Oliver Nöding und Pelle Felsch
– Bonusfilm „Phenomenal and the Treasure of Tutankhamen“ (1968) von Ruggero Deodato
– Interviews mit Ruggero Deodato, Pino Donaggio und Gianlorenzo Battaglia
– Videoclip und TV-Special
– Trailers und Bildergalerie

Die Extras sind in einem solchen Fall, wie hier bei „Die Barbaren“, eine wichtige Sache, das sie über das bekannte Material hinaus gehen und somit dem Cineasten auch einen gesunden Mehrwert bieten. Vor allem der Full-Feature Film „Fenomenal und der Schatz von Tutanchamun“ hatte es mir angetan. „Die Barbaren“ erschien in dieser Fassung am 22. März 2018 zu einem Preis von rund 28,- Euro, was kein Schnäppchen darstellt. Die Altersfreigabe ist festgelegt bei ab 16 Jahren.

Andre Schnack, 04.04.2018

Film/Inhalt:★★☆☆☆☆ 
Bild:★★★☆☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★★☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆