Die Geistervilla

Comedy/Horror/Family/Fantasy
Comedy/Horror/Family/Fantasy

[Einleitung]
Aus dem Programm der Buena Vista Home Entertainment erscheint mit der DVD „Die Geistervilla“ ein weiterer Titel der Richtung „Familienunterhaltung“. Dabei sollen jung wie alt gleichermaßen bedient und unterhalten werden. Der Film entstand unter der Regie von Rob Minkoff 2003 als US-amerikanische Hollywood-Produktion und bietet folgende Darsteller in den Hauptfiguren: Eddie Murphy, Terence Stamp, Nathaniel Parker, Marsha Thomason und Jennifer Tilly. Das Drehbuch entstammt der Feder von David Berenbaum, der sich an der ursprünglichen Disney-Vorlage orientierte (engl. Originaltitel: Disney’s The Haunted Mansion). Wir konnten uns die vermeintlich lustige Comdey mit Spuk-Elementen genauer ansehen und bildeten uns ein Urteil von Inhalt, Technik und Ausstattung.

[Inhalt]
Der Immobilienmarkler Jim Evers (Eddie Murphy) ist ein Workaholic. Um Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, unternimmt er mit seiner Familie einen Ausflug zur riesigen und wahrhaft gruseligen Gracey Villa. Was ihn dorthin führt, ist die Hoffnung, diesen herrschaftlichen Wohnsitz in aufwändige neue Eigentumswohnungen umbauen zu können. Doch bereits kurz nach ihrer Ankunft stellt Evers fest, dass sie sich keineswegs allein in dem alten Herrenhaus befinden… wie auch, wenn nach und nach 999 grausige Geister auftauchen, die auf der Suche nach Gesellschaft sind mit der sie sich amüsieren können! Nun ist es an Jim den Fluch zu brechen, und damit all die verdrehten Geister zu verscheuchen, die nicht eher verschwinden wollen, bevor sie ihre offenen Angelegenheiten erledigt haben…
(Quelle: Buena Vista Home Entertainment)

[Kommentar]
Auf der Verpackung des Titels prangt am unteren Rand der Satz: Von den Machern von „Fluch der Karibik“. Das kann ein positives Argument für den Film sein, muss es aber nicht. Denn wenn man den Film als Ganzes betrachtet, so könnte der Eindruck entstehen, er wurde in den Dreh-Pausen zum Johnny Depp-Streifen abgedreht. Das liegt gar nicht mal an den Special Effects, denn diese halten ein hohes Niveau, wurden gut in die fein detaillierten und ausstaffierten Sets eingebunden und überzeugen durch hohe Qualität. Vielmehr als Gesamtkonstrukt und der Ausrichtung auch 12jährigen Kids zu gefallen und diese mit etwas Gruselfaktor zu faszinieren.

An der Story hat sich gegenüber dem Original nur wenig verändert. Man nahm notwendige Modifikationen vor, um den Film im aktuellen Weltgewand angepasst vorhalten zu können, so dass eine Identifikation mit den Rollen ermöglicht wird. Und das funktioniert auch ganz gut. Die Familie um Jim Evers hat Charme und bietet immer wieder aufgrund kleinerer, interner Spannungen etwas zum Schmunzeln. Neben der erwähnten 4-Kopf-Family gibt es dann noch zahllose Geister, den Master des Anwesens und dessen Butler. Weitere Rollen verblassen und spielen in der Geschichte keine gewichtige Rolle.

Der Anstrich des Films gelang nicht nur durch fabelhafte Spezialeffekte aus dem Computer und wunderbaren Sets mit Stimmung, sondern auch durch eine entsprechende akustische Untermalung und eine gekonnt eingesetzte Ausleuchtung, die schon des Öfteren ins Gruselsegment abdriftet. Spannung wird die einfache Story und ihr simpler Verlauf bei jüngeren bieten können. Richtige Schreck-Momente gibt es jedoch nicht, weshalb der Film beim erwachsenen Publikum eher über die Comedy-Schiene punkten kann. „Die Geistervilla“ ist gleichermaßen Disney- wie auch Eddie Murphy-Vehikel und funktioniert bis auf wenige Ausnahmen somit auch reibungslos.

[Technik]
Es hat den Film im Format 2.35:1 getroffen, was auch positiv anzumerken ist. Anamorph wird die Wiedergabe vollzogen und somit ein 16:9-Wide Screen TV-Gerät mit schmalen Rändern an Ober- und Unterseite ausgestattet. Nahezu wie in einem Zeichentrickfilm wurden auch hier häufig pralle Farben voller Sättigung mit einem leicht übersteuerten Kontrast zusammengemischt, was diese wirklich sehr freundlich und farbig erscheinen lassen. Die Ausleuchtung verschlingt hier und dort selten Details und bietet die passende Stimmung und ein entsprechendes Ambiente. Seitens der Kompression gibt es praktisch nur positives zu vermelden. Störungen oder aber Verunreinigungen treten praktisch nicht auf und lassen den Film zum visuellen Spaß werden.

Wie es sich für eine Spur Horror und Gruselfaktor gehört, spielt der Ton mit und steht dem Geschehen sehr wirkungsvoll zur Seite. Digital und mehrkanalig kommt die Akustik daher. In den Sprachfassungen deutsch und englisch gibt es Dolby Digital 5.1-Sound an die Ohren. Und dieser macht sich sehr lebhaft ans Werk und braucht sich hinter keiner großen Blockbuster Produktion mit viel Action zu scheuen. Denn es werden sehr viele Effekte auf unterschiedlichen Ebenen geboten. Der Bass sorgt für den stetigen Unterton in der Villa der Geister. Viele direktionalen Surroundeffekte sorgen für Dynamik und Räumlichkeit. Dabei wird ein durchgängig hohes Niveau ohne Abweichungen voller Harmonie präsentiert. Optionale Untertitel gibt es in 7 Sprachen.

[Fazit]
„Die Geistervilla“ besitzt eine Laufzeit von rund 85 Minuten und wurde auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) abgelegt. Wer spukenden Geistern positiv gegenübertreten will und die Altersstufe von 12 Jahren erfüllt, der sollte sich die Comedy mit Plappermaul Eddie Murphy einmal genauer ansehen, denn nicht nur Fans werden ihren Spaß dabei haben. Der Verkaufsstart der Disc ist der 17. Juni. Das ansprechend und einfach gehaltene Menü bietet Zugriff auf folgende Extras:

* Zwei Audiokommentare (einen mit dem Regisseur und der Kostümdesignerin, und einen mit Produzenten, Effekte-Verantwortlichen und Drehbuchautor)
* Die gruseligen Geheimnisse der Geistervilla
* Making Of: Die Geister auf dem Friedhof
* Disneys virtueller Rundgang durch die Geistervilla
* Gestorbene Szene: Emma und Ezra
* Die witzigsten Pannen vom Dreh
* Musikvideo der Band Raven „Superstition“
* Gruseliges DVD-ROM Feature

Die Special-Features machen sich gut. Sie jagen einem zwar keinen Schrecken ein, vermögen doch Informationsgehalt und Unterhaltung geschickt zu verknüpfen. Vom Ergebnis her also keine Klagen, denn wir haben es mit einem guten Wurf von Disney zu tun. Der lustige Spuk des Hauptfilms wird wahren Gruselfans zu lasch sein und Disney-Verfechtern einen Tick zu albern oder simpel – bei einem jüngeren Publikum funktioniert der Film jedoch fabelhaft.

Andre Schnack, 14.06.2004

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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