Running Scared

Action/Crime/Drama/Thriller
Action/Crime/Drama/Thriller

[Einleitung]
Nach „Antarctica“ geht’s für Paul Walker weiter, und zwar in „Running Scared“ von Regisseur Wayne Kramer von 2006. Hier wird ein ganz anderes Metier betreten, handelt es sich doch um einen waschechten Thriller, der vor gewalttätigen Darstellungen nicht gerade zurückschreckt. Neben der Rolle des Regisseurs nahm Wayne Kramer auch die Autoren-Funktion wahr und fertigte das Drehbuch zum Titel. In den Hauptrollen sind neben Mr. Walker noch Cameron Bright, Chazz Palminteri, Karel Rode und Vera Farmiga mit von der Partie. Diese Code2-DVD von „Running Scared“ erscheint aus dem Angebot der e-m-s new Media. Ohne viel vorweg nehmen zu wollen lohnt sich diese DVD, wenn man gute und zackige Thriller mag. Also weiterlesen.

[Inhalt]
Joey (Paul Walker) und seine Komplizen geraten bei einer Drogenübergabe in einen Schusswechsel, bei dem unglücklicherweise auch einige Polizisten sterben. Nun soll Joey die Tatwaffe entsorgen. Als er die Waffe im Keller seiner Familie versteckt, wird er vom Nachbarsjungen Oleg beobachtet. Dieser klaut den Revolver, schießt damit auf seinen brutalen Vater und ergreift die Flucht. Damit setzt er eine Kettenreaktion von tragischem Ausmaß in Bewegung. Joey muss den Jungen und die Waffe finden um seine eigene Haut zu retten. Gejagt von der russischen Mafia und den Cops wird diese Nacht zu einem Ritt durch die Hölle.
(Quelle: e-m-s new media)

[Kommentar]
Tolle Schnitte und einige innovative Einstellungen mit der Kamera beweisen die talentierten Händchen der Filmemacher von Beginn an. „Running Scared“ ist unheimlich, teilweise ganz schon düster und ausgesprochen spannend. Der Film treibt die Emotionen des Betrachters in die unterschiedlichsten Richtungen, beansprucht dabei die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu 100% und lässt ihn in praktisch jedem Moment live dabei sein. Irgendwie ähnelt „Running Scared“ einem Western der Neuzeit, mit einer Brise eines Mobster-Streifens. Es ist ein Film über Waffen und die Folgen ihres Einsatzes, unabhängig davon, ob sie abgefeuert werden oder nicht. „Running Scared“ zeigt, welche Macht mit ihnen verbunden ist. Es ist auf der einen Seite ein Film über Gangster, denn jemanden mit der reinen, klassischen Weißen Weste gibt es hier nicht. Auf der anderen Seite ein harter, waschechter Thriller.

Die Story hat es wirklich in sich. Sie beginnt einfach und scheint überschaubar, dann jedoch nimmt sie an Tempo und Komplexität zu. Eine Vielzahl an Figuren bringt sich in Spiel und alle haben ihr eigenes Ziel innerhalb einer Geschichte, die sie alle samt mit einander verbindet. Die Waffe spielt dabei eine maßgebliche Rolle. Immer wieder ist Joey so nah an ihr dran, und dann wieder nicht. Stets einen kurzen Schritt vorm Ziel entfleucht der Revolver wieder im letzten Moment in ungewisse Ferne. „Running Scared“ zeigt uns dabei, was für kranke und korrumpierte Menschen es gibt. Durch immer wieder Nerven zerreißende Kameraeinstellungen und extreme Betrachtungswinkel entsteht unter dramatischer Musik eine explosive Stimmung. Genau diese Kombination aus Bild und aggressivem Ton bringt den Spannungsbogen beinahe zum Bersten.

Darstellerisch stellt sich angenehme Überraschung ein. Alle beteiligten Schauspieler passen wunderbar in ihre Rollen und sorgen für plastische und glaubhafte Performances. Insbesondere Paul Walker beweist Vielseitigkeit und stellt fest, dass er mehr kann als in „The Fast And The Furious“ schnell durch die Gegend zu rasen und in „Antarctica“ Hunde zu führen. Weiteres Augenmerk ist die gesamte visuelle Gestaltung des Films, inkl. des ausgiebigen und unter Schwarzlicht erfolgenden Showdowns. Immer wieder wird der Begriff schmuddelig neu definiert, harte Kameraeinstellungen aufgezeigt und klargestellt, wie man urbane, dreckige Sets mit gekonnten Masken verbinden kann.

[Technik]
Man kann leider nicht sagen, dass „Running Scared“ die technisch höchste Bild-Qualität besitzt. Von der Optik her steht Style auf der Agenda. Ähnlich einem „Payback – Zahltag“ haben wir es mit überwiegend fahlen und urbanen Farben zu tun. Echter Kontrast entsteht ausschließlich in den extremen Farbbereichen, was oftmals einen steilen Eindruck hinterlässt und dem Geschehen einige Bild-Details kostet. Dafür schürt dieses Konstrukt aus Dunkelheit und überwiegend leblosen Farben die spannende Atmosphäre. Der Einsatz von Filtern und die bewusste Ausleuchtung gehören zu handwerklichen Mitteln und sind nicht als Fehler oder unbewusste Qualitätsschwächen zu deuten. „Running Scared“ erscheint im anamorphen Breitbild im Format 1.85:1 und der Transfer hält das Tempo des Inhalts, Fehler oder Verunreinigungen treten kaum auf den Plan, lediglich ein seichtes Rauschen. Insgesamt eine gute Qualität, die sich beinahe künstlerisch von einigen Bildern abhebt.

Der Sound zeigt sich ebenfalls sehr abwechslungsreich und dynamisch, kein Wunder, fordert der Inhalt die Technik auch in einem hohen Niveau. Vielseitigkeit wird den Dolby Digital 5.1-Soundtracks abverlangt, denn die situationsbedingten Umstände reichen von ruhig und sinnig (und selten) bis hin zu opulent und brachial. Dabei wird jedoch stets auf die Qualität der tonalen Aussteuerung geachtet und es folgen zahlreiche direktional verlaufende Effekte aufeinander. Qualitative Unterschiede zwischen den beiden Sprachfassungen (deutsch, englisch) fallen dabei nicht auf. Neben den Dolby-Soundtracks gibt es auch noch einen deutschen DTS-Ton. Höhen und Tiefen bewegen sich – wie auch der Bass – auf einem guten Level. Untertitel können wahlweise in den Sprachen Deutsch und Englisch hinzugeschaltet werden.

[Fazit]
Für mich stellt dieser Titel einen echten Geheimtipp dar. Aufgrund der teils sehr direkten Darstellung von körperlicher Gewalt schränkt der Film sein Publikum etwas ein, wer jedoch weiß, auf was er sich einlässt oder aber nicht ganz so zart besaitet ist, der wird bei „Running Scared“ seinen Spaß haben. Diese spannende Unterhaltung läuft rund 117 Minuten und befindet sich auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9). Unsere Test-DVD wies keinerlei Bonusmaterial auf, die Verkaufsfassung hingegen wird mit Trailern ausgestattet sein. Mit seiner Altersfreigabe ab 16 Jahren stellt der Titel beinharte Erwachsenen-Unterhaltung dar. Erscheinungstermin der e-m-s new media war der 31. August. Oktober, der Preis orientiert sich bei rund 15,- Euro. Für „Running Scared“ gibt es eine Empfehlung von uns, wenngleich das Bild aufgrund seines Stils nicht im oberen Bereich anzusiedeln ist.

Andre Schnack, 17.10.2006

  Film/Inhalt
:
  Bild
:
  Ton
:
  Extras/Ausstattung
:
  Preis-Leistung
: