Batman Ninja

Animation/Action/Science-Fiction
Animation/Action/Science-Fiction

[Einleitung]
Getreu nach dem Motto, jedem sein Batman geht es dieses Mal für die Freunde der Fledermaus gen fernen Osten. Dorthin, wo einst Ninja Fügungen der Geschichte mitbestimmten. Mit „Batman Ninja“ erscheint etwas, das gar nicht so abwegig ist, wie erst gedacht (zumindest war es bei mir so). Denn hier bestimmt das Thema Zeitmaschine den Tenor, es geht die Reise rückwärts und auch dort treffen dann allem Anschein nach alle anderen bekannten Gesichter auch ein. Ich bin gespannt gewesen auf diesen Tapetenwechsel einschneidender Natur und las über die Produktion, dass viele namhafte und begabte Zeichner und Kolouristen aus dem Land der aufgehenden Sonne hier mitwirkten. Dieser Titel stand mir aus dem Netflix Angebot zur Verfügung als Streaming-Artikel.

Inhalt
In einer Neuinterpretation der besten Künstler Japans landet Batman aufgrund einer fehlerhaften Zeitmaschine im feudalen Japan, wo er sich seinen Feinden stellen muss.
(Quelle: Netflix)

[Kommentar]
Keine sonderlich erschöpfende Inhalts-Angabe, wie ich denke. Doch auf der anderen Seite fasst sie gut zusammen, was hier oftmals und mitunter auch des Stiles wegen so erzählt wird, wie es eben erzählt wird. Und das dauert dann auch vielleicht etwas länger; schließlich nahm man sich Zeit für Details. Tatsächlich ist das ein wenig so, und das Konzept Zeit wird hier und dort derart zurechtgebogen, als das es gut zum Inhalt passt, oder umgedreht. Anders ausgedrückt, will ich festhalten, dass die künstlerische Ader hier auf’s Vielfältigste ausgespielt werden kann.

Wir nehmen dies zum Beispiel am Himmel wahr. Jener hat zwar Wolken, der Untergrund ist jedoch eine Art Muster. Hin und wieder kommen kurze Einblendungen, das Bild hält an, die Musik läuft weiter und große Schriftzeichen erscheinen – zumeist vertikal ausgerichtet. Die Figuren sind weniger plakativ ausgefüllt von Farbe, und sie strotzen auch nicht nur so vor Kontrast, der nah an der Grenze zum Überzeichnen arbeitet. Immer wieder sehen wir in den hellen Bereichen deutliche Spuren eines Buntstiftes, der zur Unterstützung des Schattens oftmals parallele Striche zieht. All das sieht gut aus und wirkt eigensinnig genug, um Erwähnung zu finden.

Man überlegte sich hier etwas richtig Neues. 2018 wurde der Titel dann veröffentlicht und traf auf ein gespaltenes Publikum, was die Meinung über den Geist des Films betrifft. Diese Zeitreise öffnet praktisch Tür und Tor für andersartige Einflüsse, wenn man es so formulieren mag, wie es dem Inhalt gerecht wird. Man schreckte praktisch vor nicht zurück, Batman verwandelt sich sogar mittels seines zweirädrigen Batmobils eine Art Transformer. Bane ist zum Sumo-Ringer geworden und der Joker lacht nach wie vor dreckig und nimmt verbissen praktisch allen in Kauf, um schlussendlich Batman eins auszuwischen.

Man muss Batman richt gern haben, sich mit und in seinem Universum obskurer Figuren auskennen und auch auf Raum und Zeit temporär keinerlei Wert mehr legen. Dann klappt es auch mit „Batman Ninja“, einem Animationsfilm, der neben künstlerischer Projektionsfläche im DC Comics Themenkomplex vor allem viele asiatische, japanische Einflüsse aufnimmt, viele der Ninja-Aspekte aufgreift, die man sich als westlicher, vom Kulturgut der USA beeinflusster Mensch eben so vorstellt. In Ergebnis kurzweilig aber irgendwie mitunter auch anstrengend und (noch) unglaubwürdiger als ansonsten DC Comic rund um Batman ausfallen.

[Technik]
Dieser Netflix-Titel kommt mittels hervorragenden Bildern daher. Hat der Transfer in seinem 16:9-Geschehen eine gelungene Kantenschärfe? Diese Frage stellt sich nicht. Kann die Farbgebung überzeugen? Ja, sie wirkt – so denke ich – wie es die Macher beabsichtigten. Mit all ihren Eigenheiten, die sich jedoch weitgehend auf den Stil, nicht die technische Wiedergabegüte beziehen. „Batman Ninja“ ist ein wirklich interessanter Titel, die Animationen hinterlassen einen gewohnt hochwertigen Eindruck. Sie wirken eben nur nicht wie typisch DC Comics. 1080p empfehlen sich hier in breiten 1.85:1 und füllen somit jedes gute Widescreen-Wiedergabegerät. Die Kompression verläuft unauffällig.

Den Ton können wir nicht mit Hollywood-Titeln vergleichen, schon gar nicht mit grandios ausgestatteten Blockbustern. Jedoch bedeutet dies mitnichten, das der gebotene Surround-Sound hier schwach oder gar schlecht sei. Das ist nicht der Fall. „Batman Ninja“ vermag Akzente zu setzen mit seiner Mixtur aus etwas Hintergrund-Effekte, der hier und dort beinahe dominanten Musik und der oftmals deutlichen, gar prägnanten Sprachausgabe. Jene kann mindestens in Deutsch und Englisch, beides jeweils wahlweise mit Untertiteln, genossen werden.

[Fazit]
Fantastisch? Nicht für jedermann, keine Frage. Es sind nicht nur die künstlerischen Aspekte, die für Missfallen sorgen könnten. Vor allem aber ist es die Verlegung der Comic-Welt aus dem mehr oder weniger gewohnten Umfeld hinein in ein feudales Japan, mit Pferden, Pfeilen und Ninjas eben. Ganz frisch anmutend im ersten Moment, dann jedoch auch ein wenig merkwürdig. Immerhin kommen von Hinz bis Kunz allesamt wieder in diesem Film vor, oder zumindest eine ganze Reihe der üblichen Verdächtigen. Der 2018 angefertigte Titel erscheint mit einer Altersfreigabe von ab 12 Jahren und läuft rund 85 Minuten.

Andre Schnack, 10.05.2021

Film/Inhalt:★★★☆☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★☆☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆ 

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