Desire

Comedy/Drama/Romance
Comedy/Drama/Romance

[Einleitung]
Willkommen in den wilden 70er Jahren. Zumindest ist es das, was mir in den Sinn kommt beim Betrachten des Covers von „Desire“, ganz nebenbei unterstreicht der Titel dies nicht sonderlich zurückhaltend. „Desire“ ist ein Film von Diego Kaplan von 2017 (eine Sieben ist mit im Spiel) und zeigt uns in den führenden Figuren Carolina Ardohain, Mónica Antonópulos, Juan Sorini, Andrea Frigerio und weitere vor der Kamera. Ich konnte mir die High Definition Blu-ray Disc Fassung des Films aus dem Angebot von AL!VE AG genauer anschauen und berichte.

Inhalt
Ofelia ist eine leidenschaftliche, charismatische und sexuell unersättliche junge Frau, die ihr Leben in vollen Zügen auskostet. Ihre Schwester Lucia ist wiederum beruflich erfolgreich und genießt ein vermeintlich perfektes Dasein mit ihrem charmanten Verlobten in einer Luxusvilla. Doch der äußere Schein trügt, denn hinter den Kulissen und im Schlafzimmer führt Lucia eine unterkühlte, leidenschaftslose Beziehung.

Schon früh beneidete sie Ofelia um deren sexuell offensive Natur – was letztendlich zum Bruch der beiden führte. Als die Schwestern auf Lucias Hochzeitsfeier nach Jahren wieder zusammentreffen, droht die Situation zu eskalieren. Denn zwischen Ofelia und Lucias Verlobtem Juan knistert es von der ersten Minute an gewaltig. Die sexuelle Anziehung der beiden ist so stark, dass sie sich nicht dagegen wehren können.
(Quelle: AL!VE AG)

[Kommentar]
Also diese Italiener,… ach so, hier sind es ja die Argentinier, die schlimmen Burschen. Unter dem Originaltitel „Desearás al hombre de tu hermana“ lief der Titel 2020 in Argentinien vom Stapel unter der Regie des vorgenannten Diego Kaplan abgedreht. Maßgeblich wirkten die darstellerischen Leistungen auf mich ganz in Ordnung. Was ist das schon für eine Einstufung. Nun, bei nicht unbedingt international angelegten und auf Welterfolg ausgerichteten Produktionen kommt zuweilen eher die dahinter stehende Kultur zum Vorschein. Dies ist dann mitunter kein Kunstgriff, kein künstlerisches Mittel und will ich nicht allzu sehr in den Vergleich rücken.

„Desire“ hat es schon in sich und vermag auch mit dem Voyeurismus des Publikums zu spielen, hält sich für einen Titel mit einer Altersfreigabe von ab 18 Jahren jedoch meines Erachtens auch mächtig zurück. Das könnte auch noch ganz anders aussehen, wenngleich hier eben nicht die pornografische Darstellung in den Vordergrund rückt, bei der oftmals die Figuren oder Charaktere reine Nebenfunktion einnehmen würden. Doch „Desire“ krankt ein wenig an der Darstellung, bzw. Lösung des vorgenannten Problems und hat auch keine wirklich sympathischen Figuren zu bieten.

Oftmals fehlt es an Aussage, so auch am Anfang. Immer wieder wird das Geschehen der wenig charmanten Familie durch Sex-Szenen aufzulockern versucht. Allerdings kommen jene daher wie beinahe Porno-Einblendungen, bei denen der Schnitt dann den Übergang zum Triple-X Fortgang vermeiden. Klassisch gefilmt und ansonsten meines Erachtens wenig Aufsehen erregend. Doch mag das vielleicht auch ein kulturelles Thema sein…

[Technik]
In der visuellen Darbietung leistet der Titel wirklich gute Dienste. Technisch betrachtet gelingt es dem High Definition-Transfer (1080p/24) mittels 2.35:1-Aufnahmen eine hohe Authentizität einzuhauchen. „Desire“ wirkt praktisch wie eben grad abgefilmt und doch aus dem Jahr 1970, irgendwie. Qualitativ bin ich durchweg zufrieden, wenngleich die Sauberkeit und hin und wieder sogleich die Kantenschärfe etwas zu schwächeln drohen, so hält der Transfer und die Kompression schlussendlich ein Niveau im oberen Mittelfeld.

„Desire“ er(s)tö(h)nt in den Sprachen Deutsch und Spanisch im Format DTS-HD 5.1 mit wahlweise hinzugeschalteten deutschen Untertiteln. Soweit das Angebot der HD Blu-ray Disc. „Desire“ ist ein Film, der mitunter von der Sprache lebt oder dies zumindest sollte. So wäre natürlich eine Ansicht im Originalton (Spanisch) sinnvoll, mir jedoch nicht gegeben ohne Untertitel. Alles in allem macht die Blu-ray Disc ihre Arbeit gut, sie kann nichts für den Inhalt und den Umstand, dass jener die Potentiale nicht ausschöpft.

[Fazit]
Was bleibt nun am Ende im Kopf haften? Bei mir leider nicht fiel. Weniger generell, als eben nach der Ansicht des Films, der sich als eine Art Drama verstanden wissen will, dieses Niveau jedoch durch die gewählte Art und Weise der Darstellung sowie den eher unspektakulären darstellerischen Leistungen leider nicht erreicht. „Desire“ bleibt sich selbst schuldig, sozusagen.

  • Behind the Scenes mit Cast & Crew
  • Trailershow
  • Wendecover


Als ich fertig war mit der Formatierung dieser Aufzählung, da wurde mir zu spät bewusst, dass sie eigentlich überflüssig ist. Erstens: zu wenig Inhalt und Laufzeit, zweitens: ein Wendecover gehört eigentlich nicht mehr in die Aufzählung. „Desire“ erschien am 16. April zu einem Kurs von rund 15,- Euro, mit eben der bereits thematisierten Altersfreigabe von ab 18 Jahren.

Andre Schnack, 12.05.2021

Film/Inhalt:★★★☆☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★★☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆ 

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