Mirai – Das Mädchen aus der Zukunft

Animation/Adventure/Drama
Animation/Adventure/Drama

[Einleitung]
„Mirai – Das Mädchen aus der Zukunft“ lautet der Name von Regisseur und Drehbuch Mamoru Hosoda‘s Werk von 2018. Der Originaltitel lautet „Mirai no Mirai“ und der Film gehört zu der Film-Gattung der Anime. Damit ist die fernöstliche Filmkunst des Zeichentricks gemeint, vorrangig japanischer Herkunft. „Mirai“ ist ein Anime, der sich mit voller Kraft an die gesamte Familie zu richten scheint. Von der Deutschen Film- und Medienbewertung erhielt der Film das „Prädikat wertvoll“. Ich war gespannt auf den Titel, dessen Hauptfiguren gezeichnet, oder besser, animiert sind. Diese High Definition Blu-ray Disc Version von „Mirai“ erscheint aus dem Angebot von KAZÉ Anime (AV Visionen).

Inhalt
“Mira – Das Mädchen aus der Zukunft“ erzählt von Kun, einem 4-jährigen Jungen, dessen Leben von der Geburt seiner kleinen Schwester Mirai durcheinandergewirbelt wird. Da Mirai nun die gesamte Aufmerksamkeit der Eltern bekommt, wächst in Kun die Eifersucht und er zieht sich immer mehr zurück.

Im Garten seines Elternhauses, wo er gerne Unterschlupf sucht, wächst ein magischer Familienbaum. Kun wird plötzlich in eine fantastische Welt katapultiert, in der Vergangenheit und Gegenwart zusammenlaufen. Er begegnet seiner Familie in unterschiedlichen Lebensabschnitten und trifft dabei u. a. seine Mutter als kleines Mädchen, seinen Urgroßvater als tatkräftigen junger Mann und seine kleine Schwester als Teenagerin.

Durch diese Abenteuer gelingt es Kun, die Geschichte seiner Familie zu entdecken und seine Rolle im Leben zu finden.
(Quelle: mirai-derfilm.de)

[Kommentar]
Gute Geschichten über eine angenehme Welt, die mit einer guten Gesinnung im Kern aufwartet – das trifft auf viele Filme zu, die sich an die Familie richten. Und das – viel wichtiger – trifft auch auf diesen Titel zu. So angenehm die Erzählung auch in Art und Weise und Aufbau sowie Ablauf ausgestaltet ist, so blieb bei mir nach der Ansicht doch ein wenig das Gefühl einer kleinen Lücke im Inhalt und vom gesamten Erlebnis her, die sich nicht schließen ließ. Vielleicht ist es auch die Melange aus fernöstlich angehauchten Humor und der Ernsthaftigkeit des Lebens, welche hier den Unterschied zur typischen, weniger auf wertvolle Werte-Vermittlung und Unterhaltung ausgelegte Titel.

Die Figuren, ihre Verbindungen zueinander und zur Umwelt sind hier anders herausgearbeitet als dies in den meisten Zeichentrick-Titeln der Fall ist. Der Fokus liegt auf dem Zusammenleben, einem guten Leben nach bestimmten Vorstellungen, die mit Sicherheit heute nicht in jedem Land der Welt an der Spitze der Prioritäten stehen. Der gute Kern dieses Films, seine kindgerechte und familienfreundliche Inszenierung, das angewendete hochwertige, gute Handwerk, all das sind Faktoren, die für den Film sprechen.

[Technik]
Im Bereich Technik geht es um die rein technisch betrachtete Wiedergabe des Titels, nicht um die handwerklichen Arbeiten und deren Güte. Klar ist hier von Beginn an, dass die Gesichter einer eher zweidimensionalen Logik folgen. Doch bei genauerer Betrachtung ist streng genommen alles zweidimensional und recht platt, wird jedoch gekonnt durch den Anime-Einfärbe-Stil mit Schatten versehen und somit auch etwas plastischer in der Wirkung ausgeprägt. „Mirai“ ist eher optisch unspektakulär und plätschert ein wenig vor sich hin, zumindest, wenn wir damit die Vielseitigkeit und Dynamik der Bilder zum Ausdruck bringen möchten. Wir erleben hier einen 1080p-Transfer mit 1.85:1-Aufnahmen.

„Mirai“ widmet sich dem akustischen Segment mit jeweils einer DTS-HD Master Audio Tonspur mit 5.1-Kanälen in den Sprachen Deutsch sowie Japanisch. Untertitel sind ausschließlich in deutschen Lettern vorhanden. „Mirai“ ist kein sonderlich Action-geladener Film, und doch sind die tonalen Einlagen sehr wichtig. Sie setzen Akzente und vermögen auch die Stimmung zu stärken. Vom Hocker haute mich offen gestanden das akustische Gewand des ansonsten toll gemachten und so einfühlsam erzählten Films nicht. Sie gab sich mir gegenüber eher gefühlt zweckgebunden. Technisch im oberen Mittelfeld anzusiedeln.

[Fazit]
Wir haben hier einen Film vor uns, der gerade zu danach schreit mit der Familie, bevorzugt auch mit Kindern, angesehen zu werden. Das ist positiv gemeint, denn „Mirai“ hat wirklich viel Charme und versprüht praktisch und Gutes während der Laufzeit von rund 98 Minuten, die mit einer Altersfreigabe von ab 6 Jahren daherkommen. „Mirai“ gefiel mir durch seine einfache Art und den doch sehr komplexen, vielschichtigen Inhalt. Technisch, also handwerklich sowie auch in Sachen Blu-ray Disc-Umsetzung kann ich ebenfalls keinesfalls klagen.

Der Titel erhielt nicht weniger als die Nominierung für die Kategorie „Bester Animationsfilm“ bei den Academy Awards 2019. In einem DigiPack im Schuber bringt man parallel zur hier getesteten Variante auch noch eine Deluxe Edition (Limited) auf den Markt. Sie beinhaltet als nennenswerten Unterschied vor allem neben dem erwähnten DigiPack noch ein Poster. Für Anime-Kenner führt wohl ohnehin kein Weg an dieser Veröffentlichung vorbei. Das Extra ist ebenfalls too: ein rund 44minutenlanges Interview mit Maromu Hosoda. Die Standard Blu-ray kostet rund 23,- Euro, die Sonder-Fassung hingegen 28,- Euro.

Andre Schnack, 14.10.2019

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★★☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★★☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆