Napola – Elite für den Führer (Mediabook)

[Einleitung]
Dennis Gansel fertigte mit „Napola – Elite für den Führer“ 2004 einen Film über bestimmte Institutionen zur Ausbildung innerhalb der Gesellschaft des Dritten Reichs. International (bekannt unter „Before the Fall“) sowie national war der Film ein Erfolg. Gemeinsam mit Maggie Peren fertigte Gansel das Drehbuch an, für die Arbeiten vor der Kamera wurden unter anderen Max Riemelt, Tom Schilling, Devid Striesow, Justus von Dohnanyi, Michael Schenk sowie Julie Engelbrecht verpflichtet. 2005 sah ich mir bereits eine Veröffentlichung des Films fürs Heimkino an, doch nun erscheint ein Mediabook mit der technisch bislang bestmöglichen Fassung und zusätzlichen Materialien. Ich konnte mir dieses Mediabook aus dem justbridge entertainment Angebot genauer anschauen.

Inhalt
Deutschland 1942. Das Hitler-Regime ist auf dem Höhepunkt seiner politischen und militärischen Macht. Der 17-jährige Friedrich Weimer (Max Riemelt) aus dem Berliner Arbeiterbezirk Wedding ist ein begabter Boxer. Sein Talent öffnet ihm die Türen zu einer Nationalpolitischen Erziehungsanstalt, der NAPOLA Allenstein, wo die zukünftige Elite des großdeutschen Reiches herangezogen werden soll. Friedrich sieht die Chance seines Lebens, sich von seinen Klassenschranken zu befreien und meldet sich gegen den Willen seiner Eltern in der alten Ordensburg an.

In der ihm fremden Welt, beherrscht von nationalsozialistischer Zucht und Ordnung, erfährt er harten Konkurrenzkampf und unerwartete Kameradschaft. Bis ein grausamer Einsatz gegen entflohene Kriegsgefangene und die wachsende Freundschaft zu dem stillen und sensiblen Albrecht Stein (Tom Schilling), dem Sohn des Gauleiters, ihn vor eine Wahl stellen, die auch das Ende seiner Jugend bedeutet.
(Quelle: justbridge entertainment)

[Kommentar]
Welch ein lustiger Zufall. Ich sitze hier heute am 29. August 2021 an meinem MacBook und arbeite an dem neuen Artikel zum Mediabook von „Napola“. Meine Erinnerungen sagten mir, dass vor einigen Jahren bereits die Standard-DVD in Form eines Reviews hier auf dvdcheck.de besprochen wurde. Und siehe da, es war der 29. August 2005 als der Review veröffentlicht wurde. Lustig, genau 16 Jahre später beginne ich den Text zur Wiederverwertung des Titels als High Definition-Blu-ray Disc Mediabook. Hier mein Kommentar von vor 16 Jahren, dem ich inhaltlich nach wie vor folge.

Offiziell lautete das Kürzel dieser Elite-Schulen NPEA, was für Nationalpolitische Erziehungsanstalt stand. Im Volksmund setzte sich die Begrifflichkeit Napola durch. Die ersten drei dieser Anstalten wurden am 20. April 1933 eröffnet, bis zum Fall des Dritten Reichs gab es insgesamt 43 Napolas. Dennis Gansels Werk beschäftigt sich mit einer Napola und ihren Schülern, den Lehrkörpern und der Vision dieser Anstalten, inkl. des faschistischen Gedankenguts und den Auswirkungen auf die damalige Jungend. Nicht im Stile einer Dokumentation, sondern vielmehr im Rahmen eines Kriegs-Dramas wird die Geschichte einiger junger Männer plastisch und anschaulich erzählt und eine spannende Story gesponnen. Dabei wird dem Betrachter in vielen Situationen im Film rasch klar, wie verlockend das aufgezogene System für junge Männer damals war.

Die „Jungmannen“ werden sehr gut von den beteiligten Darstellern abgebildet. Ausreichend plastisch und mit eigenen Charakter-Zügen ausgestattet wandeln sie in einer Welt, die sich in der Napola streng an den Führerprinzipien ausrichtet. „Napola“ dreht sich jedoch nicht primär um diese NS-Schulen, sondern vielmehr um die Menschen, die in ihnen lernten und lebten. Was die Schule der Nazis mit den jungen Männern, auch Jungmannen genannt, anstellte ist Gegenstand dieses Films. Auf eine nahe, emotionale Art und Weise werden Konflikte in kleinen und großen Kreisen dargestellt und die Probleme der Hauptfiguren über die gesamte Laufzeit als Kern-Element der Story nicht aus den Augen verloren. Die filmerische Umsetzung gefällt und wir haben es mit gelungenen Kostümen und fein ausstaffierten Sets zu tun.

[Technik]
Inhaltlich nach wie vor aktuell, praktisch zeitlos. Technisch eben erstmalig in High Definition-Formatierung fürs Heimkino, das ist doch etwas! Der 1.85:1-abmessende Transfer sieht von Beginn an sehr hochwertig und gut aus, die 1080p-Aufnahmen erfreuen sich einer hohen Farbechtheit, eines deutlichen Kontrasts und einer gefälligen Detailzeichnung. Im direkten Vergleich zur Fassung von 2015 hat dieser Titel hier erwartungsgemäß klar die Nase vorn. Eine rundum ordentliche Kompression und die Gabe weitgehend fehlerfrei wiederzugeben, zeichnen den Datenstrom ebenso aus, wie die angenehme Bildruhe.

Ich las in den Informationen rund um die Veröffentlichung dieses Titels auch, das wir es zum ersten Mal mit DTS-Ton zu tun bekommen, also bei „Napola“. Wir müssen im Gegensatz zu diesem eher dialogstarken Film mit einigen Akzenten in Sachen Action und Bildgewalt, dass wir es nicht mit einem „Der Soldat James Ryan“ zu tun bekommen. Entsprechend fällt dann natürlich auch die gebotene Mehrkanalton-Akustik aus. Hier abgebildet in (ausschließlich) deutscher Sprache mit wahlweise ebenfalls deutschen Untertiteln. Der DTS-5.1 Ton tut gutes und überzeugt, allerdings ist der Mehrwert gegenüber des vorherigen DD 5.1-Sounds auch überschaubar.

[Fazit]
Mit Sicherheit erleben wir hier die bestmögliche Fassung des Films, was die technischen Belange, sowie auch die Ausstattung betrifft. Vor allem aber auch in Bezug auf die Präsentation und Umverpackung. „Napola“ war bislang nicht auf Blu-ray Disc zu haben, außerdem sind viele der hier enthaltenen Informationen und Extras ebenfalls bislang nicht erhältlich gewesen. Die Extras im folgenden per Aufzählung und einigen Kommentaren, denn es gibt exklusive Extras, die ausschließlich offline in dem Booklet zu finden sind.

  • Videotagebuch
  • Deleted Scenes
  • Interviews
  • Storyboard-Vergleich
  • Trailer
  • Audiokommentar mit Regisseur Dennis Gansel
  • Interview mit Regisseur

Das Booklet ist der eigentliche Sieger hier. Es wertet nicht nur das Mediabook unheimlich auf, da es einen Wissensträger aus einer stumpfen Verpackung macht. Es ist auch angenehm zu sehen, dass außerhalb der Software Extras auch noch zur Geltung kommen können. Außerdem ist es mit 20 Seiten Umfang auch recht üppig ausgefallen, was ebenfalls sehr schön zu sehen ist. Im Handel zu haben seit dem 3. September 2021 zu rund 20,- Euro Kaufpreis und mit einer Altersfreigabe von ab 12 Jahren. „Napola“ gehört für mich zu den gut gelungenen, stimmungsvoll beklemmenden Werken, die man sich einmal angesehen haben sollte. Schönes Mediabook.

Andre Schnack, 15.09.2021

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★★☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★★☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆ 

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