Plan B für die Erde: Wer rettet Mutter Natur?

Dokumentation
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[Einleitung]
Wenn es darum geht, dass wir den nicht zu leugnenden Klimawandel thematisieren, so gibt es filmisch bereits zahlreiche Dokumentationen, einige mit sehr hoher Reichweite (wie „Eine unbequeme Warheit“ zzgl. Sequel) und viele weitere nicht minder hochwertige. Vielleicht gehört „Plan B für die Erde: Wer rettet Mutter Natur?“ dazu, wenngleich der Fokus mehr auf Lösungsgedanken zu liegen scheint. Wie dem auch sei, der Titel erscheint unter dem polyband Label Mind & Spirit und ich konnte mir die Standard Definition DVD genauer anschauen. Der Film entstand unter dem Originaltitel „La Terre vue du coeur“ von Filmemacherin Iolande Cadrin-Rossignol, die hier neben der Regie auch das Drehbuch schrieb.

Inhalt
Die biologische Vielfalt ist bedroht! Während einige Menschen für diese Krise verantwortlich sind, gehen andere in wachsender Zahl direkt vor und suchen Lösungen. Das Leben ist in all seinen Formen ein faszinierendes und berührendes Geheimnis – und es liegt an uns, dies zu bewahren!

Renommierte Wissenschaftler, Autoren und Künstler wie Hubert Reeves, einer der bekanntesten Astrophysiker der Welt und Autor von „Wo ist das Weltall zu Ende?“ und „Das Universum: Kosmische und künstlerische Kreativität“, teilen ihre Sorgen, Wünsche und Hoffnungen in diesem faszinierenden Film.
(Quelle: polyband)

[Kommentar]
Es scheint mir irgendwie eine Herzensangelegenheit zu sein, doch auch irgendwie Hommage an Hubert Reeves und auch Frédéric Lenoir. Vor allem aber ein Werk über die Menschheit und ihren Umgang mit ihrem Zuhause – und Gedanken über Lösungen aus der Krise, die viele noch nicht wahrhaben wollen. Bereits eingangs macht es Hubert Reeves deutlich und referiert kurz über die fünf bisherigen und die eine ankommende Mega-Katastrophe. Das sind Ereignisse, die für das Aussterben von über 50% jeden Lebens auf diesem Planeten sorgen und alles verändern. Das fünfte Mal traf es die Dinosaurier. Wir sprechen aktuell über das sechste Mal.

Doch dieses Mal ist es anders: 1) das Problem ist hausgemacht, also wir als Menschheit sind dafür verantwortlich, und 2) das Tempo der ganzen Sache ist wohl enorm hoch und unsere Zeit zur Einleitung einer Kehrtwende extrem knapp. Auch das ist im Ergebnis nicht neu, doch immer wieder erschreckend, wie viele negative Veränderungen durch unser Handeln entstanden sind und es noch tun.

Teils philosophisch und stets sehr tiefsinnig und geistreich, doch ebenfalls immer sehr sachlich, wenn es um die Darstellung von Zahlen oder Vergleichen geht. So sind die Interview-Ausschnitte mit Menschen, die sich bereits ihr Leben lang mit einem gewissen Themenkomplex befasst haben und viele Beobachtungen und Erkenntnisse gewinnen konnten. Es bereitet eine gute Unterhaltung und ist unheimlich interessant hier zuzusehen und zu hören, wenn diese Gedanken geteilt werden. Diese ganzen Zusammenhänge, von denen uns viele noch neu sind und mit Sicherheit unzählige mehr noch unbekannt, sind es, die das Leben auf diesem Planeten ausmachen.

Und so war ich wieder erstaunt über neue Erkenntnisse, die auch zweifeln lassen daran, was wir wissen. Ich will nicht so weit gehen wie Ygritte aus „Game of Thrones“ mit ihrer oft wiederholten Aussage „Du weißt gar nichts […]!“, aber es ist ähnlich. Wir wissen nicht viel über das Leben, die Natur und die relevanten Zusammenhänge, die wir alle beachten sollten, damit nicht alles in einem nie dagewesenen Tempo zu zerfallen droht.

Es ist mir klar. Noch viele, viele Filme, Friday’s for Future und andere Aufmärsche und ein Zusammenwachsen des Aktivisten-Gedankens mit den unvermeidbaren Faktoren menschlicher Existenz in unserer Natur, bis sich wirklich ernsthaft etwas tut. Doch haben wir jüngst auch gesehen und sehen es nach wie vor, dass die Menschheit (weitgehend) auch stringentes Vorgehen bei Gefahr in Verzug an den Tag legen kann. Von geopolitisch agierenden Politiker-Vollkatastrophen einmal abgesehen.

[Technik]
Viele der Aufnahmen entstanden unter freiem Himmel, oder auf Terrassen, auch mal in Büros oder eher gemütlicheren Einrichtungen. Das Standard Definition-Geschehen präsentiert sich im 16:9-Format mit den Maßen 1.78:1, was die komplette Wiedergabefläche eines entsprechenden 16:9-Geräts ausfüllt. „Plan B für die Erde: Wer rettet Mutter Natur?“ hat überwiegend freundliche Farben zu bieten und versucht die Aufnahmen auch positiv wirken zu lassen. Die betrifft die Interviews. Wenn es um das gezeigte Archivmaterial geht, so ist dieses oftmals (verständlicherweise) nicht bester Güte, doch inhaltlich weitaus schmutziger und sehr unschön.

Technisch ist es beim Bild ähnlich wie beim Ton. Hier sind die Aufnahmen und Sprachen eher zur Informationsvermittlung zu verstehen. Sie sollen eine gewisse Wiedergabegüte aufweisen, gar keine Frage. Doch sie sind eben hier keinesfalls Teil der Darstellung und des zu verkonsumierenden Inhalts, wie bei einem Popcorn-Movie aus Hollywood’s Actionfilm-Küche. Entsprechend erleben wir auch den sehr zurückhaltenden Mehrkanalton im Dolby Digital-Gewand mit 5.1 Kanälen. Ich war etwas überrascht über das Format, beschränkt sich der Titel inhaltlich auf weniger spektakuläre Akustik. Die Qualität ist soweit in Ordnung. Es gibt französischen Originalton oder mit deutschem Overlay.

[Fazit]
Bisher sind schon einige interessante Titel unter dem polyband Label Mind & Spirit erschienen. Neben diesem hier gehört auch der jüngst angesehene Surfer-Film „Betty Would Go“ dazu (Link zum Review). „Plan B“ kommt in einem Stück daher und weist sich mit 88 Minuten Laufzeit aus. Das Info-Programm gemäß §14 JuSchG ist mithin auch vom Alter her nicht eingeschränkt. Wenngleich die einseitige und zweischichtige DVD (Typ 9) den Platz böte, so weist sie leider keine weiteren Inhalte (Extra) auf. Wer einen unsagbar interessanten und faszinierenden, unterhaltsamen Film sehen mag, bitte sehr. Erhältlich seit dem 26. Juni 2020 zu einem Preis von rund 17,- Euro.

Andre Schnack, 20.08.2020

Film/Inhalt:★★★★★☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆ 

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