The Child (aus The Mandalorian)

Lesedauer: 5 Minuten

[Einleitung]
Ich konnte mir eine sehr feine und wohl auch rare Figur aus Resin anschauen, die sich thematisch zweifelsfrei im Star Wars-Universum ansiedelt. Dabei ist sie wohl keine offizielle Figur, sondern privat aus Resin mit einem handelsüblichen 3D-Drucker angefertigt. Es handelt sich um zwei Elemente, der eigentlichen Figur und einem Sockel, auf dem sie platziert werden kann. Bei der Figur handelt es sich um „The Child“ aus der Star Wars-Spin Off TV-Serie „The Mandalorian“ von Disney. 2019 lief diese Serie auf dem hauseigenen Streaming Dienst Disney+ (Disney Plus) an. Ob man nun die Serie kennt oder nicht, diese Figur schaut aus wie Baby Yoda. Und das machte sie schlussendlich interessant für mich…

Hintergrund
„The Mandalorian“ war ein wichtiger Bestandteil der Werbemaßnahmen zum Start des Streaming-Dienstes Disney+ 2019. Von vielen Seiten wurde diesem TV-Serien Start mächtig entgegengefiebert. Die Anforderungen waren hoch, die Erwartungen an Disney sowie die neue Star Wars TV-Serie immens. Erfreulich, dass dann auch alles gut ging und „The Mandalorian“ beim Publikum gut einschlug. Sogar besser als gut, wie es den Anschein macht. Ein wichtiger Teil der Geschichte des Kopfgeldjägers und seinen Abenteuern ist ein kleiner grüner Kerl, der praktisch ausschaut wie Yoda, nur eben als Baby.

Du, ja, du da! „Mir nicht auf den Sack gehen du sollst!“

Genau diese Figur, auch schlichtweg das Kind oder the Child genannt, löste viel Sympathie und Gefallen bei den Zuschauern aus. Und neben niedlich Ausschauen trägt sie eine noch viel wichtigere Funktion, die sich jedoch erst nach und nach in der Erzählung um den Mandalorianer auftut. Genau dieses kleine grüne Kerlchen ist es, welches ich als Resin-Figur auf ebay-Kleinanzeigen von einer Person privat erwarb.

[Gedanken & Kommentar]
Fotografien sind aufgenommen mit einem iPhone 12 Pro Max innerhalb eines mit LED gefluteten Lichtzeltes mit hellgrauem Hintergrund.

Zwei Teile, einmal die Figur und einmal das Podest, das wurde geliefert, das galt es zu bearbeiten. Frisch aus dem 3D-Drucker, unbehandelt und nicht koloriert. Am Ende sollte eine Figur dastehen, die sich gut ansehen lässt und einen hohen Wiedererkennungswert aufweist. Ob mir das gelang, kann hier jeder für sich entscheiden, Bilder sollte es genug geben. Ich beginne also damit, dass ich der Resin-Figur auf der Unterseite Löcher gönne, um sie mit einer flüssigen, kalt gegossenen Keramikmasse zu füllen. Denn weder Podest, noch Figur sind solide aus Resin gedruckt, sondern mit einem Gittermuster an Streben intern ausgestattet. Das macht den Druck günstiger und die Figur leichter.

Nachdem die Löcher bestehen, fülle ich die Masse ein, lasse sie trocknen und grundiere beide Teile nach kleineren Schleifarbeiten mit einer hellen Grundierung aus der Spray-Dose. Das Ergebnis ist gut anzusehen, offenbart keine Mängel oder Problemstellen. Im Anschluss überlege ich mir eine Farbgebung für den finalen Anstrich und lege nach einer Stunde Trockenzeit los mit der Bemalung. Diese führe ich mit Pinselarbeit aus und achte dabei auf eine geschmeidige und gut deckende Farbverteilung. Orientierung bieten zahlreiche Bilder der Vorlage, Grogu, der offensichtlich der gleichen Spezies wie Jedi-Meister Yoda angehört.

Die fertige Figur sieht dann auch so aus wie Grogu, ich bin soweit zufrieden. Da dieser Figur die Ernsthaftigkeit etwas abgehen soll (schließlich wird in der TV-Serien Vorlage das Kind ständig gejagt), befindet es sich auf einem kleinen Sockel, bzw. Podest, welches auf der Vorderseite einen Spruch ziert, der in bester Yoda-Grammatik abgefasst ist: „Mir nicht auf den Sack gehen du sollst!“. Herrlich, ist zumindest meine Meinung dazu, da die Figur somit bereits indirekt andeutet welche Wehrhaftigkeit später in ihr stecken kann und wohl auch wird.

Die Pose der Figur ist einfach. Immerhin ist die auch nicht sonderlich komplex und besteht grob betrachtet aus einem großen Kopf und dann eben kleinen Extremitäten an einem Torso sowie Unterleib, der praktisch zu 100% von einem Anzug umhüllt ist. Der Kopf ist etwas seitlich nach rechts gedreht und Grogu schaut ein wenig nach oben und zeigt auf etwas oder jemanden mit seiner kleinen grünen Hand. Man kann ihn nun auf das Podest stellen, welches ich in Wandgrau anpinselte und die Vertiefungen der Buchstaben mit einem hellen Weißton segnete. Oder man stellt ihn ohne diesen recht großen Sockel (im Verhältnis zur Figur) einfach irgendwo hin. Dann bleibt natürlich etwas der Witz auf der Strecke.

[Fazit]
Eine Figur, die meines Erachtens prima den Zeitgeist wiedergibt und dabei diese ganze verrückte und immer schlimmer werdende Internetwelt der heutigen Folgegenerationen ausblendet, obwohl ja schließlich doch Faktoren des Zeitgeistes hier mächtigen Einfluss haben. So ist der Kopfgeldjäger, der Mandalorianer für mich ein Abbild des heutigen, unfassbar stark ausgeprägten Drang zum Individualismus der Menschen. Schließlich ist er ein Kopfgeldjäger und agiert ein wenig wie im Wilden Western. Und das Kind, also Grogu ist ein machtsensitives Wesen, das beschützt werden muss, da es eben noch zu klein ist um sich selbst in dieser Welt, in dieser Galaxie zu verteidigen.

Wie bereits erwähnt handelt es sich um einen Hohldruck, der aus den beiden Resin-Elementen Figur und Sockel besteht. Die Maße mit Sockel: 10,5cm Höhe, 6cm Breite, 8cm Tiefe. Das eingesetzte Material ist hochwertig und ließ sich ordentlich verarbeiten. Der Preis der Figur ist natürlich abhängig davon, ob man selbst die Figur auf Grund einer digitalen Vorlage druckt oder eben erwirbt, wie zum Beispiel auf ebay-Kleinanzeigen. Ich habe 28,- Euro Kaufpreis bezahlt und konnte den Wert durch die finalen Bearbeitung mit Sicherheit erhöhen, wenngleich ich mich außerstande sehe einen Wert für dieses Unikat zu bestimmen. Für mich ein tolles Sammlerstück, das sich weder zu ernst nimmt, noch durch fehlenden Bekanntheitsgrad verblasst.

Andre Schnack, 09.08.2021

Figur/Inhalt:★★★★☆☆ 
Qualität★★★★☆☆ 
Preis★★★★★☆ 
Sammlerwert★★★★☆☆ 

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