Gesetz der Straße

Action/Crime/Drama/Thriller
Action/Crime/Drama/Thriller

[Einleitung]
Ob „Dark Blue“ oder „Training Day“ (ebenfalls von Antoine Fuqua) und Konsorten, Polizeifilme gehören ebenfalls zu den Genres, die sich durch meist spannend Geschichten und viele Thriller-Elemente auszuzeichnen wissen. So zählen auch „The Departed“ und „Blow“ zu den gut bis sehr guten Vertretern dieser Kategorie und prägen die Unterkategorie der verdeckten Ermittler. Kann sich „Gesetz der Straße“ (Originaltitel: Brooklyn’s Finest) von 2009 von Antoine Fuqua hier einreihen? Das Drehbuch der US-amerikanischen Produktion schrieb Michael C. Martin und in den führenden Rollen sehen wir Ethan Hawke, Don Cheadle, Wesley Snipes und Richard Gere. In weiteren Figuren unter anderen auch Vincent D’Onofrio, das bekannte Gesicht der TV-Serie „Law & Order: Criminal Intent“.

[Inhalt]
Der im Drogenmilieu tätige Undercover-Cop Tango (Don Cheadle) ist durch die Hölle gegangen und möchte aussteigen. Der Detective und Familienmensch Sal (Ethan Hawke) kommt kaum über die Runden und erliegt zunehmend Gier und Korruption. Eddie (Richard Gere) steht kurz vor dem Ruhestand und hat schon vor langer Zeit seine Hingabe an seinen Job verloren. Drei Cops, drei kaputte Seelen. Schicksalhaft treffen ihre Wege an einem Mordschauplatz in einer Brooklyner Wohnsiedlung zusammen. Entscheidungen und Wendungen stehen bevor, denn möglicherweise haben die drei Gesetzeshüter mehr miteinander zu tun, als sie ahnen…
(Quelle: Kinowelt Home Entertainment)

[Kommentar]
Gleicher Regisseur, gleich gutes Ergebnis wie bei „Training Day“? Mh, nicht ganz, leider. Stellenweise erinnert dieses Werk mit dem Originaltitel „Brooklyn’s Finest“ an verschiedene Genre-Vettern und Thriller hohen Niveaus, wie z.B. „Traffic – Die Macht des Kartells“, ohne eine vergleichbare Qualität zu erreichen, was schade ist. „Gesetz der Straße“ sprudelt weder vor frischen Gedanken über, noch gibt sich der Titel sonderlich viel Mühe eine eigene und vielleicht auch neuere Nachricht zu vermitteln. Stattdessen sind einige Genre-Obligationen vorhanden, die wir schon allzu oft verkonsumierten. Klar ist auch vor der Ansicht, dass es die drei Polizisten so genau mit dem Gesetz nicht mehr nehmen. Dabei fällt die darstellerische Leistung von Ethan Hawke sehr positiv auf.

Schauen wir genauer hin. Aufbau und Ablauf sind wie in einem Episodenfilm konstruiert. Diese Verpackung gelang sehr gut und bietet einen ordentlichen Verlauf der Erzählung, die die unterschiedlichen Handlungsstränge gekonnt miteinander verknüpft. Es kommt Spannung dabei auf und Langeweile wird vom Ansatz her vermieden. Die Figurenzeichnung geht in Ordnung, hinterlässt jedoch einen leicht unvollkommenen Eindruck, dem man sich nicht verwehren kann, da es andere Werke gibt, in denen dies besser gelöst wurde. Handwerklich gibt es zur Inszenierung positives zu vermelden, eine sehr gut fotografierte Stadt mit authentischem Charme stellt sich dem Betrachter. „Gesetz der Straße“ fehlt es am letzten Schliff, dennoch ist er ein guter Film.

[Technik]
Filmen wie diesen hier steht eine leicht ins dunkle Farbspektrum abgleitende Verfremdung gut. Dieser bediente man sich zum Teil bei „Gesetz der Straße“, vor allem in wichtigeren Schlüsselszenen, bei denen es weniger um die Prägung der Charaktere geht. Der Kontrast zeigt uns dabei keinerlei Schwächen, auch kann man der Kantenschärfe keinen großen Vorwurf machen und die gezeigten Bilddetails sind gut, wenn sie nicht in dem sehr satten Schwarzton verschwinden. Nachzieheffekte, Trapezbildungen oder Verfransungen an den Konturen sind nicht auszumachen, lediglich die Ausleuchtung könnte hier und dort etwas heller sein. Rauschen oder andere Verunreinigungen treten nicht auf den Plan und das Geschehen erweist sich als sehr sauber und ausreichend plastisch.

Nehmen wir uns den Ton der Disc genauer vor. Es handelt sich, was keine Überraschung darstellt, um einen Mehrkanalton im Format DTS HD 5.1 Master Audio in den Sprachen Englisch und Deutsch. So gibt es optionale Untertitel hingegen lediglich in der deutschen Synchronfassung. „Gesetz der Straße“ bietet einen ausreichend lebhaften Ton, der nicht immer das Treiben in den eher gefährlichen Teilen New Yorks einfängt, allerdings für eine authentische Atmosphäre sorgt. Räumlichkeit tritt ebenfalls zutage, auch gibt es in bestimmten Szenen ausreichend Wumms, entweder durch die musikalischen Einlagen oder aber wohlplatzierte Effekte. Rauschen oder Fehler sind nicht mit an Bord.

[Fazit]
„Gesetz der Straße“ gewinnt durch seine darstellerischen Leistungen an Güte und überzeugt den Betrachter durch Spannung und ein gut und thematisch passend fotografiertes New York. Die Laufzeit bemisst sich auf einen Zeitraum von 133 Minuten, abgelegt auf einer einseitigen und zweischichtigen Blu-ray Disc mit 50 GB Fassungsvermögen. Neben dem Hauptinhalt finden wir auch etwas Bonusmaterial vor. Die Sonderausstattung bietet zum besten:

– Audiokommentar von Antoine Fuqua
– Making of
– Behind the Scenes
– geschnittene Szenen
– Featurettes
– Interviews
– Fotogalerie
– Trailer

Mittlerweile beinahe schon obligatorisch ist das innenliegende und beidseitig bedruckte Wende-Cover. Alle Software-Extras gefallen gut und sind auch technisch angemessener Qualität. So ergibt sich ein gelungenes Gesamtpaket, dessen Altersfreigabe man bei ab 16 Jahren festsetzte. Kinowelt Home Entertainment gelang eine gelungene Blu-ray Disc, die ab dem 2. September im Handel erhältlich ist. Wer Filme dieser Art mag, der erhält hier auf jeden Fall einen guten Polizei-Thriller vorgesetzt.

Andre Schnack, 09.08.2010

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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