Die Besucher

Fantasy/Comedy
Fantasy/Comedy

[Einleitung]
Als die erfolgreichste französische Komödie gingen „Die Besucher“ (Originaltitel: Les Visiteurs) von Regisseur Jean-Marie Poiré in die Geschichte ein. Nach einem Drehbuch von Christian Clavier und Jean-Marie Poiré wurde die Geschichte zweier Männer aus dem Mittelalter in der Gegenwart erzählt und daraus eine Komödie, die erfolgreicher als „Jurassic Park“ in Frankreich war. In den Hauptrollen sind Jean Reno, Christian Clavier, Valérie Lemercier, Marie-Anne Chazel, Christian Bujeau und Isabelle Nanty. Es handelt sich bei „Die Besucher“ um eine französische Filmproduktion von 1993. Die DVD der Special Edition erscheint jetzt aus dem Angebot von universumfilm. Wir konnten die Disc genauer anschauen und berichten.

[Inhalt]
Durch eine Verkettung tragischer Umstände tötet der Ritter Godefroy (Jean Reno) seinen Schwiegervater in spe. Godefroy will mittels Zaubertrank in die Vergangenheit reisen, um das Ungeschick ungeschehen zu machen. Doch er landet 870 Jahre weiter in der Zukunft – im Jahr 1992. Gemeinsam mit seinem unterwürfigen Knecht Jacquouille (Christian Clavier) erlebt er so moderne Errungenschaften wie Flugzeuge oder Kloschüsseln. Aber auch sein Besitz hat sich verändert: Aus dem einstigen Familienschloss ist längst ein Luxushotel geworden.
(Quelle: universumfilm)

[Kommentar]
Welch leichter und doch wundervoller und unterhaltsamer Humor. Zwei mittelalterliche Knalltüten, ein Ritter und sein Knappe, gelangen durch schlechte Magie in die Gegenwart der frühen 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. Und allein diese Tatsache macht aus einer eigentlich sehr einfachen Geschichte ein tatsächlich komödiales Fest. Es sind die beiden Hauptdarsteller und die aberwitzigen Situationen in die sie sich bringen. Überlegt man einmal und versucht sich in die Lage eines Knappen des Mittelalters in Europa zu versetzen, so scheint der Anblick eines heranrasenden Autos mit einem farbigen Insassen tatsächlich sehr befremdlich und gar beängstigend. Auf dieser Schiene gewinnt der Film an Tempo, Witz und hohem Unterhaltungswert. Es ist das Verhalten der Mittelalter-Herren in der Gegenwart: die beiden machen das beste daraus.

Die technische Umsetzung gelang zeitgemäß. Slap-Stick Einlagen und einige etwas zu günstige Special-Effects heitern das Geschehen auf. Neben den beiden Zeitversetzten merkt man eigentlich nicht gerade viel vom Mittelalter, die Kostüme jedoch hauchen dem Film ausreichend Flair ein. Beide Darsteller leisten wirklich gute Arbeit und sorgen für eine wunderbare Darbietung. Ihre Mimik und Gestik zeigt ihnen die Verwunderung über die Moderne. Immer wieder versuchen sich ungeachtet der ganzen umringenden Unverständnisse ihr Ziel zu erreichen, koste es was es wolle. Dabei machen sie die lustigsten Begegnungen, wie z.B. mit einem Telefon, Nahrungsmittelverpackungen oder modernen Kleidungsstücken und deren Träger mit einem scheinbar weit entfernen Wortschatz.

Was ich nicht beantworten konnte war: gibt es und handelt es sich eventuell hier um eine geschnittene Fassung? In einer Szene am Anfang bricht die Handlung kurz vor blutigen Momenten abrupt ab. Was dem Charme von „Die Besucher“ jedoch nicht schmälert. Da ich kein Französisch verstehe kann kein Vergleich von Synchron- zur Originalfassung stattfinden. Die deutsch lokalisierte Version hingegen wirkt teils etwas dümmlich. Es wurde sich eben für einen bestimmten Stil entschieden, der auch konsequent den Film hinüber durchgehalten wird.

[Technik]
Zwar ist der Titel bereits 12 Jahre alt, doch kann man mit der Präsentation der visuellen Leistung hier wirklich sehr zufrieden sein. „Die Besucher“ erscheint sehr frisch in der Wirkung und bietet selbst den kritischen Ansätzen in der Farbgebung sofort Einhalt. Im Format 2.35:1 gibt der anamorphe 16:9-Transfer einiges zum Besten. Dazu gehören die harmonische und plastische Wirkung, der angenehme Detailgrad und die ausreichend bis gute Kantenschärfe, die nur selten an Contenance verliert. Der Schwarz-Level des Geschehens gefällt ebenfalls und sorgt für satte Schatten. Hier und dort macht sich eine leichte Verschwommenheit bemerkbar und in den flächendeckenden Elementen des Bilds kann schon mal ein zartes Rauschen bemerkt werden. Kompressionsartefakte fallen hingegen praktisch nicht ins Auge.

Der Sound der Disc kommt in den Formaten Dolby Digital 2.0 in deutscher Sprache und Dolby Digital 5.1 im französischen Original-Sound daher. Wir haben es nicht gerade mit einem lebhaften oder gar hochdynamischen Klangfeld zu tun, vielmehr regiert Behäbigkeit die Szene. Nur hin und wieder brechen die Umgebungsgeräusche auf den hinteren Lautsprechen einmal aus und es entsteht der Eindruck von Räumlichkeit. Überwiegend jedoch übernimmt die Lautsprecher-Front den Ton in die Hand und führt den Betrachter stellenweise mit einer sehr passenden musikalischen Untermalung. Untertitel gibt es in den beiden genannten Sprachfassungen.

[Fazit]
Mir gefiel „Die Besucher“ ganz gut, obwohl der Film nicht annähernd mit meinen liebsten Comedys aufnehmen kann. Es mag letztlich Geschmacks-, in diesem Fall vielleicht auch Nationalgeschmackssache sein, was man von dem rund 103minutenlangen Streifen hält. Einige Lacher hat er aber für jeden im Programm. Abgelegt auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) fühlen sich „Die Besucher“ sichtlich wohl. Angesichts der Betitelung „Special Edition“ freut man sich auf Menü und Ausstattung. Erstgenanntes kann nicht sonderlich überzeugen und prahlt eher mit schlichter Einfachheit. Das Bonusmaterial setzt sich aus folgenden Features zusammen:

* Original-Kinotrailer
* Kinotrailer
* Outtakes (franz. OV, 11 Min.)
* Cast & Crew

Inhaltlich kann das Material nicht umfänglich informieren und wir stellen fest, dass es sich auch in der Laufzeit nicht allzu gut entwickelt. Davon ab haben wir es jedoch mit der wahrscheinlich technisch hochwertigsten Fassung von „Die Besucher“ im deutschsprachigen Raum. Und allein schon damit hat die Disc automatisch ein recht großes Publikum. „Die Besucher“ ist freigegeben ab 16 Jahren und erschien am 12. Dezember zu einem Preis von rund 18,- Euro. Wer mittelalterliche Themen und Komödien mag, der sollte unbedingt zugreifen. Jean Reno ist gut, er bringt die Leute zum Lachen.

Andre Schnack, 21.12.2005

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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