Hulk

Science-Fiction/Action/Drama
Science-Fiction/Action/Drama

[Einleitung]
Bruce Banner ist jedem ein Begriff, der bei der TV-Serie „Hulk“ nicht geschlafen hat, oder aber die Marvel Comic-Vorlagen verschlang. Da es in junger Vergangenheit Hollywoods Sitte ist Comic-Vorlagen in große Big Budget-Filme umzusetzen, geschieht dieses nach „Spider-Man“ und „Daredevil“ natürlich auch mit dem grantigen grünen Muskelpaket Hulk. Regisseur Ang Lee (Sinn und Sinnlichkeit, Tiger & Dragon) arbeitete den Film nach einem Drehbuch aus, welches auf einer Geschichte von James Schamus beruht und von gleich drei Autoren geschrieben wurde. Universal bringt den Film hierzulande in zwei Versionen heraus. Wir widmeten uns der 2-DVD Fassung in diesem Test.

[Inhalt]
Auf den ersten Blick scheint der Atomphysiker Dr. Bruce Banner (Eric Bana) ein unauffälliger Wissenschaftler zu sein, der gemeinsam mit seiner Ex-Freundin Betty Ross (Jennifer Connelly) die Wirkung von Gammastrahlen untersucht. Doch hinter der Fassade des ruhigen, brillanten Physikers verbirgt sich noch eine andere Persönlichkeit: geheimnisvoll und unberechenbar – und unfähig seine Aggressionen unter Kontrolle zu halten! Bei einem außergewöhnlichen Laborunfall wird Dr. Banner mit einer großen Menge Gammastrahlen belastet. Und die Folgen sind verheerend! Die innere Zerrissenheit des Wissenschaftlers führt dazu, dass sowohl seine heldenhaften Instinkte zu Tage kommen, aber auch gleichzeitig seine inneren Dämonen geweckt werden. Er wird zum stärksten Lebewesen der Welt – Superheld und Monster zugleich: zum Hulk!
(Quelle: Hersteller)

[Kommentar]
Wenn man es so will, so kann man Ang Lee’s „Hulk“ die Attraktivität einer reinen Materialschlacht unterstellen, in der ein Special-Effect den nächsten jagt und dabei zu gerne einmal die Geschichte als Beiwerk hinter den Tisch fällt. Motto: die Effekte lenken schon genug ab. Hübsche Darsteller und viele Effekte, eine gigantische Portion Action und etwas gute Musik stellen die Zutaten dar, die zum gewünschten Erfolg führen sollen. Allerdings ist dies nicht so einfach.

„Tiger & Dragon“ von Ang Lee brachte nicht durch die visuellen Darbietungen Spaß, sondern auch durch die gute Geschichte und die spannende und dichte Atmosphäre. „Hulk“ vermag auch erwähnten Gebieten nur teilweise Punkte zu verbuchen und besitzt trotz des Comic-Flairs auch viele Faktoren, die einem einfach zu durchschnittlich vorkommen. Das Effekte-Feuerwerk gehört nicht dazu, denn dieses wurde qualitativ mit Bravour umgesetzt und wirkt wie ein bewegter Hochglanz-Comic. Wie passend. Es handelt sich also wie abzusehen um ein kurzweiligen und ohne Tiefsinn ausgestatteten Pop-Corn Streifen der das Auge fasziniert und durch etwas Spannung stimuliert, aber nicht unseren Geist oder das Gehirn anspricht oder gar massiert.

Die darstellerischen Leistungen sind ok. Oscar-Preisträgerin Jennifer Connelly hat bereits in ganz anderen Werken ihr Talent bewiesen (Requiem For A Dream) und diese Leistung kann daher als leichter Rückschritt betitelt werden, da es hier nicht auf das Können der Mimen ankommt, sondern eher auf deren plumpes Verhalten und die einfachen Züge der Figuren, damit man sie einfach und rasch voneinander unterscheiden kann und die Rollenzuteilung klar wird.

[Technik]
Viele computergenerierte Effekte ziehen eine hohe Erwartungshaltung nach sich. Das gilt auch für das Bildformat im anamorphen 1.85:1-Vorhang. Wenn die Haut des Hulk im satten Grün erscheint, so wirkte sich diese auffällige Farbe nicht negativ auf die Optik aus. Davon ab enthält unser grüner Freund jedoch viele positive wie einige negative Effekte. Abgesehen von der knackigen Farbgebung, dem gelungenen, oftmals etwas verfremdeten Kontrast und einer plastischen Gesamtwirkung können auch noch überwiegend klare Konturen und ein angenehmes Schwarz festgestellt werden. Abstriche gibt es für die sporadischen Nachzieheffekte, eine leichte Softness und vor allem für das auffällige Rauschen, welches für einen solch aktuellen Film nicht hätte sein müssen.

Der englische Originalton befindet sich im Dolby Digital 5.1-Ton, die deutsche Synchronfassung im gleichen Format oder aber im DTS 5.1-Gewand auf dem Datenträger. Bei einem Film wie „Hulk“ muss es mächtig krachen und akustisch muss das Zerbersten von groben Material zu spüren sein. Am besten geschieht das durch eine möglichst reichhaltige tonale Leistung. Dazu gehören ein satter und vollmundiger Bass, eine klare und saubere Wiedergabe von Höhen und Tiefen, denen auch satte Explosionen im Getriebe nichts ausmachen, und natürlich auch saubere Dialoge, die deutlich zu orten aus dem Center-Speaker erklingen. All das wird hier geboten. Effektvolle Ausspielungen dynamischer Surround-Effekte aus den hinteren Kanälen bringen Schwung in die Bude – Hulk lässt es krachen. Die Musikwiedergabe wurde fein vom restlichen Ton separiert. Untertitel: Deutsch und Englisch.

[Fazit]
Kraft schafft es nicht immer alleine, es bedarf auch etwas Hirnschmalz und Futter für die kleinen grauen Zellen zwischen Ohren. Aber dies wurde bei „Hulk“ nicht ganz erreicht. Hinter dem schicken Outfit verbirgt sich eine allzu einfache Geschichte, deren Charme nicht über die Laufzeit von 132 Minuten zu entzücken versteht. Alle technischen Belangen gehen mit aktuellen Erscheinungen einher und bieten DVD-Wiedergabe auf einem hohen Niveau. Die erste DVD der 2-Disc umfassenden Erscheinung bietet den Hauptfilm an, die weitere Disc (ebenfalls eine einseitige DVD Typ 9) hingegen enthält die Bonusmaterialien. Diese „Hulk“-Erscheinung hält folgende Extras für uns bereit:

* DVD 1 bietet einen Audikommentar mit Regisseur Ang Lee und
* die Option „HulkCam“, die es erlaubt sich während des Anschauens des Films an bestimmten Stellen kleine Featurettes anzeigen zu lassen.
* Die DVD 2 beginnt mit der „Hulkification“, in der verschiedene Zeichner mit der eigenen Art des Comic-Zeichnens eine ausgewählte Film-Szene nachzeichnen
* Eine viertelstündige Doku über die Entstehung des Comic-Charakters Hulk und seinen Werdegang als Filmfigur mit dem Titel „Die Evolution des Hulk“
* „Der unglaubliche Ang Lee“ – beschäftigt sich mit dem Regisseur und bietet Hintergrundinfos zu seinen bisherigen Werken und seinen Arbeiten. Zahlreiche Interviews stützen das Feature.
* Eine Featurette zur „Hundekampf Szene“ geht auf die Entstehung der Szene und die Problematiken bei der Umsetzung ein.
* „Der einzigartige Filmschnitt von Hulk“ bietet Einblicke in die Anwendung der Schnitt-Technik, die bei „Hulk“ eingesetzt wurde.
* Das offizielle Making Of, welches über 23 Minuten interessantes über den Film zu berichten weiß
* 6 Minuten im Film nicht verwendeter Szenen
* Wer mehr über Hulks inneren Werte und seinem anatomischen Innenleben wissen möchte, der fühlt sich bei dem Extra „Die Enthüllung des Superhelden“ wohl. Hier wird Hulk auseinander genommen und seine Super-Skills erläutert

Erwähnt werden muss auch noch, dass eine ebenfalls erhältliche 3er DVD Box mit einer sehr eigenen Verpackungsart veröffentlicht wurde: Ein Kunststoff-Gehäuse mit einer plastischen, grünen Hulk Relief-Faust als Aufdruck mit einem Schriftzug. Ferner enthält dieses Box-Set eine dritte DVD mit einer sehr interessanten Dokumentation über „Hulk“ (rund 45 Minuten). Dem Set hat auch noch ein Nachdruck des ersten Hulk-Comics, Farbdrucke und ein mehrseitige Booklet parat.

Die Ausstattung des getesteten 2 DVD Sets befindet sich vom inhaltlichen Wert her auf einem überdurchschnittlichen Niveau. Der PR Gehalt bereit einem keine Kopfzerbrechen, dennoch hätte es hier und da ruhig etwas mehr Substanz geben können. Eine kraftvolle DVD-Erscheinung, die ihr Geld wert ist, sofern man auf leichte Kost und Comic-Verfilmungen steht. Erscheinungstermin war der 27. November, die FSK wurde auf 16 Jahre festgesetzt.

Andre Schnack, 25.05.2004

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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