Japan im 2. Weltkrieg

Dokumentation
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[Einleitung]
Auch Anfang dieses Jahres reißt es nicht ab und Firma polyband bringt uns unter eigenem Label aus der BBC DVD-Reihe weitere Titel ins Regal der Händler. So können wir uns dieses Mal glücklich schätzen, dass wir die DVD zu „Japan im 2. Weltkrieg“ genauer unter die Lupe nehmen können. Die Dokumentation beschäftigt sich, wie es der Titel erahnen lässt, mit der japanischen Seite des Zweiten Weltkriegs, der zum großen Teil im pazifischen Ozean und den dortigen Inselstücken ausgefochten wurde. Die Dokumentation beleuchtet die „andere Seite“, ab von den westlichen Sieger-Mächten, wie es auch Titel wie „Brotherhood“ und dem jüngsten Clint Eastwood-Film „Letters from Iwo Jima“ zu sehen ist. Wir schauten, prüften und berichten im folgenden über die zweiteilige Dokumentation.

[Inhalt]
In der zweiteiligen BBC-Dokumentation „Japan im 2. Weltkrieg“ werden die Rolle der Japaner und deren Kriegspsychologie im größten und blutigsten Konflikt der Menschheitsgeschichte analysiert. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, warum die Japaner während des Krieges durch besonders unmenschliche Gräueltaten und Barbarei, letztlich auch sich selbst gegenüber, auffielen? Waren die Japaner im Ersten Weltkrieg noch für die humane Behandlung der deutschen Kriegsgefangenen bekannt, zeigten sie keine 20 Jahre später äußerste Brutalität im Umgang mit ihren Gefangenen aus China, Singapur, Burma und Malaysia.

Grundlage für diese Greueltaten war der Glaube an die rassische Überlegenheit gepaart mit einer entsprechenden Auffassung von Ehre und Erniedrigung, die die Motivation für die Kamikazeflieger darstellte. Dies führte zu Massenselbstmorden in der Zivilbevölkerung und brachte tausende japanische Soldaten dazu, lieber zu sterben als zu überleben. Anhand bislang unveröffentlichtem Archivmaterial sowie Interviews mit früheren japanischen Soldaten, Kamikazefliegern, alliierten Kriegsgefangenen und Opfer, entsteht ein packendes und umfassendes Bild der japanischen Kriegsführung und deren Kriegspsychologie.

Teil 1: Der Zusammenbruch
Teil 2: Der Traum von Gross-Asien
(Quelle: polyband)

[Kommentar]
Die Japaner führten einen rigorosen Zweiten Weltkrieg. Sprüche wie „kämpfen bis zum letzten Mann“ könnten auf ihre Art und Weise der Kriegsführung zurückzuführen sein. Am Ende führten sie Menschen ohne Chance auf Überleben in die Schlacht, sogenannte Himmelfahrtskommandos, auch bekannt unter der Bezeichnung Kamikaze. Diese BBC-Dokumentation beschäftigt sich mit den Hintergründen und beleuchtet die japanische Sichtweise zur Zeit des Zweiten Weltkriegs, was uns Europäern mitunter aufschlussreiche Informationen offenbart. Immer wieder wird klar, worin die Handlungsweisen der Japaner begründet liegen. Die Sendung zeigt auch sehr eindrucksvoll, worin diese Handlungen schließlich mündeten. Das Ende vom Lied und den Ausgang des Kriegs kennen wir alle.

[Technik]
Erwartungsgemäß haben wir es mit einem 4:3-Vollbild-Transfer zu tun, welcher hier das Antlitz des TV-Geräts, oder Beamers, bestimmt. Es gibt auf Anhieb die zu erwartende Ernüchterung via Schwarz-Weiß-Aufnahmen vor die Augen, was jedoch nicht durchgängig so bleibt und dennoch für eine gute qualitative Leistung spricht. Denn der Schärfegrad und die Anzahl der Bilddetails geht in Ordnung, ebenso die Ausgewogene Darstellung der Bilder. Keine großartigen Brüche oder Ungereimtheiten zeichnen sich ab. Auch seitens des Kontrasts und der Sättigung der Bilder kann Entwarnung gegeben werden. „Japan im 2. Weltkrieg“ erscheint mithin in einer sauberen Präsentation für eine Dokumentation mit überwiegend historischen Archivmaterialien. Die Kompression schreitet gelungen voran.

Dolby Digital 2.0 lautet das eingesetzte Format, die Sprachvielfalt beschränkte sich dabei auf die deutsche Sprache. Ordnungsgemäß gibt es klare Sprachausgabe im Programm, ab und an wechselt dabei natürlich die Sprache, wenn beispielsweise japanische Zeitzeugen die damaligen Geschehnisse kommentieren. Tonale Weiten bezeugen wir hier leider nicht, denn die Archivmaterialien sind entsprechend von schlechterer Qualität und musikalisch tut sich beim Titel auch nicht besonders viel. Darüber kann jedoch angesichts der Ausrichtung hinweggesehen werden. Die Wissensvermittlung findet ordentlich statt und die akustischen Leistungen sind dabei behilflich.

[Fazit]
Man kennt sie zu wenig, die Geschichte „von der anderen Seite“. Zu wenige Informationen zu den Hintergründen und Beweggründen der Japaner sind offen hierzulande bekannt und werden in einem Atemzug in Gesprächen über den Zweiten Weltkrieg genannt. Was nicht daran liegt, dass böse Absichten dahinter stecken, sondern dass es eben oftmals an Informationen mangelt. Beide Sendungen dieser Dokumentation gefallen durch ihre kurzweilige Art und Weise der Unterhaltung und verstehen es mit interessanten Fakten aufzuwarten. Abgelegt befinden sich die zweimal 45 Minuten auf einer einseitigen Single-Layer-Disc (DVD Typ 5) mit einer Altersfreigabe ab 12 Jahren. Wer sich geschichtlich interessiert zeigt, der kann diese Erscheinung seit dem 23. Februar im Handel erwerben.

Andre Schnack, 08.03.2007

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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