Long Good Friday – Rififi am Karfreitag

Drama/Thriller
Drama/Thriller

[Einleitung]
Es ist ein Trugschluss zu denken, dass seit den grandiosen „Der Pate“-Filmen keine Gangster-Story mehr verfilmt werden muss, da die Messlatte unerreichbar hoch hängt. „Der Pate“ schrieb Geschichte im Sub-Genre der Mafia-Filme mit dem Schwerpunkt auf die periodische Darstellung des Lebens einer Mafia-Familie über Generationen. Davon ab gibt es weitere wunderbare Gangster-Titel. Zu denen zählt auch der 1980 abgedrehte britische Film „Rififi am Karfreitag“ (Originaltitel: The Long Good Friday) von Regisseur John Mackenzie nach einem Drehbuch von Barrie Keeffe. In den Hauptrollen sind Bob Hoskins, Helen Mirren, Dave King, Bryan Marshall, Derek Thompson, Eddie Constantine, Paul Freeman und Pierce Brosnan zu sehen. Wir nahmen und den Titel aus dem Angebot von Sunfilme Entertainment an und unterzogen einen DVD-Check.

[Inhalt]
La dolce vita – Harold Shand (Bob Hoskins) lebt es in vollen Zügen. Die Geschäfte des Londoner Gangsterbosses laufen bestens und jetzt möchte er seine Karriere mit einem ganz großen Ding krönen. Um das Projekt zu stemmen, ist der Unterweltkönig auf das Geld der amerikanischen Mafia angewiesen. Kurz vor Geschäftsabschluss wird Harolds Organisation plötzlich Ziel mörderischer Anschläge. Bomben zerstören wichtige Einnahmequellen und Leichen pflastern die Umgebung. Der Deal an der Themse droht zu platzen. Wer hat es auf den Verbrecher abgesehen? Harold nimmt den Kampf an und startet einen brutalen und blutigen Rachefeldzug…
(Quelle: Sunfilm Entertainment)

[Kommentar]
Zu diesem Film gibt es bereits schon seit längerer Zeit in den USA eine Criterion Collection. In letztgenannter erschienen eine Zeit lang wichtige Filmwerke auf DVD erneut unter Einsatz technischer Aufpolierung und besserer Ausstattung. Dies ist eigentlich schon als Garant für einen guten Film zu werten. Der unter George Harrison’s Firma – Hand Made Films – produzierten Geschichte über bestimmte Momente eines großen Gangster-Bosses gehört zur erfolgreichen Geschichte von Hand Made Films, welche eine Vielzahl an Monty Python Werken finanzierte und veröffentlichte.

Die Story wurde so inszeniert, wie es vor knapp 25 Jahren nicht gerade ungewöhnlich war. Doch es geht nicht um die visuelle oder inhaltlich handwerkliche Umsetzung, sondern um die Erzählung der Geschichte eines Mannes. Und zwar die des scheidenden Gangster-Bosses Harold Shand. Damals befand sich Bob Hoskins noch nicht so im Geschäft, doch dieser Film sollte das ändern. Hier zeigt er, welch guter Schauspieler er war, welche Performance er vor der Kamera zu leisten vermochte. Zugegeben stimmen das Umfeld, die weiteren Personen und die ausgewogene Darstellung der Charaktere.

Die Erzählweise lässt den Betrachter lange Zeit im Ungewissen über die Motive derjenigen, die Harold ans Leder wollen. So entsteht eine gewisse Spannung und es erfolgt eine leichte Identifikation mit der Hauptfigur, dem Gangster. Unterstrichen wird dies von den Mimiken, Gestiken und der gesamten Bildschirm-Präsenz von Mr. Hoskins. Das Portrait eines Kriminellen unter Feuer wurde spannend inszeniert – dies hievt den Film auf einen guten Level.

[Technik]
Visuell kommt der Transfer im Format 1.85:1 daher und füllt durch die anamorphe Abtastung die Fläche eines 16:9-TV Geräts komplett aus. Kontrast und Farbgebung befinden sich auf einem mittelprächtigen Niveau. Es entsteht überwiegend zwar eine authentische Wirkung, allerdings leidet das Geschehen oftmals an etwas zu blassen Farben und einem zu weichem Kontrast. Ebenfalls stets erkennbar hält sich leider ein leichter Rauscheffekt im Hintergrund zu erkennen. Gerade bei plakativeren Bildelementen nimmt der Betrachter eine leichte Körnung wahr. Kompressionsartefakte oder Verunreinigungen halten sich in Grenzen und der Schwarzlevel geht ebenfalls in Ordnung. Die Kantenschärfe leidet ein wenig unter dem Rauschfaktor und der Grad an Bilddetails kann als ausreichend bezeichnet werden.

Dem Alter und Budget entsprechend haben wir es hier nicht mit einem deutschen Mehrkanaltonformat, sondern einer Dolby Digital 2.0-Tonspur zu tun. Den englischsprachigen Originalton hingegen gibt es mittels eines Dolby Digital 5.1- und 2.0-Sounds. Auf was es hier ankommt? An dieser Stelle seien vor allem die Sprachausgabe und die Wiedergabe der Filmmusik genannt, denn Hintergrundgeräusche genießen keine sonderlich hohe Quantität und Qualität. So kommt auch nur sehr wenig Räumlichkeit zustande und dem Dynamikumfang merkt man das Alter ebenfalls durch Beschränkungen an. Optional können deutsche Untertitel eingeblendet werden.

[Fazit]
„Rififi am Karfreitag“ erzählt die Geschehnisse eines kurzen Intervalls aus dem Leben eines britischen Gangster-Bosses mit Visionen und Plänen. Klassisch, mit einem gewissen Charme und einem knallharten Durchsetzungsvermögen begeistert dieser alte und dennoch sehr gute Film jeden Genre-Fan auf einer Laufzeit von rund 109 Minuten. Der bemerkenswert eigensinnige und doch passende Soundtrack von Francis Monkman hinterlässt Eindruck, genau so, wie die spannend inszenierte Geschichte. Die Altersfreigabe setzt die 18jährige Volljährigkeit voraus.

Das Bonusmaterial setzt sich zusammen aus einem Audiokommentar mit dem Regisseur und Hauptdarsteller Bob Hoskins, Hintergrundinformationen zur Produktionsfirma „Die Hand Made Story“, Bio- und Filmografien und Trailer. Davon ab bietet das Amaray-Case noch ein Poster zum Film. Inhaltlich nicht gerade ein großer Wurf, dennoch erfreuliches Material für einen Film des Alters. Erscheinungstermin war der 08. Dezembers letzten Jahres.

Andre Schnack, 25.01.2005

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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