Alles Geld der Welt

Biography/Crime/Drama
Biography/Crime/Drama

[Einleitung]
„Alles Geld der Welt“ entstand 2017 unter der Regiearbeit von Sir Ridley Scott, in den führenden Rollen sind zu sehen Mark Wahlberg, Michelle Williams und Christopher Plummer. „All the Money in the World“ lautet der Originaltitel und befasst sich mit der Entführung des Milliadärsohns John Paul Getty III 1973 in Italien. Der Fall machte weltweit Schlagzeilen und hielt die Welt in Atem. 2017 wurde der Stoff auf der Basis des Romans von John Pearson durch David Scarpa zu einem Drehbuch verarbeitet, welches Sir Ridley Scott verfilmte. Die Erstveröffentlichung auf DVD geschah 2018 und nun schaute ich mir die Standard Definition-Fassung genauer an.

Inhalt
Es ist einer der aufsehenerregendsten Fälle der Kriminalgeschichte: 1973 wird der 16-jährige Paul, Enkel des milliardenschweren Ölmagnaten J. Paul Getty, in Rom entführt. Die Kidnapper verlangen 17 Millionen Dollar Lösegeld, doch der reichste Mann der Welt denkt gar nicht daran, zu bezahlen.

Der alte Griesgram hält das Ganze für eine Inszenierung und fürchtet Nachahmer – schließlich hat er 13 weitere Enkel. Nur Pauls verzweifelte Mutter Gail kämpft weiter um das Leben ihres Sohnes. Unermüdlich versucht sie, den alten Getty umzustimmen, und verbündet sich schließlich mit dessen Sicherheitsberater, dem Ex-CIA-Agenten Fletcher Chase. Den beiden bleibt nur noch wenig Zeit, bis das Ultimatum abläuft…
(Quelle: Leonine)

[Kommentar]
Zwei ganz offensichtliche Besonderheiten dieses Films sind meines Erachtens: 1) die Tatsache, dass – vergleich mit „Titanic“ – von Beginn an klar ist, wie die Geschichte endet, da das Auflösen des Falls allgemeine Bekanntheit genießt. Und 2) ist es die Tatsache, dass ein Darsteller einer der führenden Figuren noch vor der Veröffentlichung des bereits abgedrehten Films getauscht wurde. Die Rede ist dabei von Kevin Spacey, der ursprünglich die Rolle des milliardenschweren Großvaters des entführten Jungen spielte. Durch den aufkeimenden Skandal um Spacey herum tauschte man ihn durch den hervorragend spielenden Christopher Plummer.

Doch genug davon, da es nur bedingt mit der Leistung des Films als solches zu tun hat. Betrachten wir das Stück als autonomes Drama über einen Kriminalfall, so spielen alle beteiligten Mimen ihre Figuren sehr gut. So gefiel mir Michelle Williams sehr gut und auch Mark Wahlberg macht eine gute Figur in diesem Titel. Ohnehin kann man Sir Ridley Scott nichts negatives um die Aufbereitung und Inszenierung der Geschichte nachsagen. Alles wirkt ordentlich gestaltet, zeitgenössisch angehaucht und darstellerisch gut abgeschlossen. Neben vielen eher ruhigen Szenen, welche die Verzweiflung und den zeitlich-emotionalen Druck gekonnt festhalten, sind es auch einige temporeich gestaltete Momente, die für den Aufbau und Ablauf, sprich die Dramaturgie, sprechen.

A man who has children gives hostages to fortune – J. Paul Getty

[Technik]
„Alles Geld der Welt“ ist ein Drama. Dennoch spielen sich einige Szenen mit erhöhtem Temp ab, während derer auch die Fähigkeiten des Standard Definition-Bildtransfers auf die Probe gestellt werden. Probe ist vielleicht ein zu hartes Wort, denn allen inhaltlichen Anforderungen kann die technische Darbietungsgüte durchaus Stand halten, wenn nicht sogar trotzen. „Alles Geld der Welt“ weist sich mit einem gesunden Kontrast aus, die Kantenschärfe und der Grad an Bilddetails lassen ebenfalls keine negative Stimmung aufkommen. Insgesamt hinterlässt das anamorphe 2.40:1-Geschehen einen rundum soliden Eindruck.

Die Softbox mit „Alles Geld der Welt“ besticht durch einen gesunden Bildtransfer und einen ebenfalls ordentlichen Dolby Digital 5.1-Surround Sound, der wahlweise in den Sprachversionen Deutsch oder aber Englisch vernommen wird. Entsprechend des Themas konzentriert sich die Leistung auf die Wiedergabe von Dialogen und dem Ausspielen einer möglichst unterstützenden Umgebung. Hier hapert es ein wenig, da mir das aufgefahrene Spektrum in Weite und Breite nicht unbedingt ausreichte. Wer keine großartigen Effekte oder ausladenden Kapriolen erwartet, der wird auch entsprechend unspektakulär befriedigt werden. Untertitel sind in Deutsch und Englisch abgefasst.

[Fazit]
Ist ein Film nur deswegen sehenswert oder gar gut, weil er ein prominentes Thema aufgreift? Nein, denn dazu gibt es zu viele Beispiele, welche diese Hypothese widerlegen. „Alles Geld der Welt“ möchte ein Vertreter des hochwertigen Kinos sein und scheitert nicht an diesen Ansprüchen. Der Erfolg ist im wesentlichen darauf zurückzuführen, dass wir gelungene Schauspielkunst in Kombination mit einer gekonnten Erzählung kombiniert vorfinden. Dank sei Ridley Scott hier und auch dafür, dass die rund 128 Minuten Spieldauer nie langweilig werden.

  • Featurettes
  • Making Of
  • Trailer
  • Interviews mit Cast und Crew
  • B-Rolls
  • Deleted Scenes
  • Bildergalerie

Mit dieser Aufzählung seien die Extras der einseitigen und mit zwei Schichten bedachten DVD (Typ 9) aufgezählt. Sie gefielen mir ebenfalls. Von Kevin Spacey keine Spur mehr, da dies den Erfolg des Film wohl in den Augen der Produzenten gefährden hätte können. „Alles Geld der Welt“ kommt mit einer Altersfreigabe von ab 12 Jahren daher und kann bereits seit einigen Monden käuflich erworben werden. Wer starke Inszenierungen mag, Sir Ridley Scotts Arbeiten in der Regel gut findet, der sollte auch hier einmal genauer reinschauen.

Neben der hier getesteten Fassung auf Standard Definition DVD gibt es den Titel ferne natürlich auch in High Definition auf Blu-ray Disc sowie als Download, bzw. Streaming-Versionen iTunes/AppleTV, Amazon Prime, maxdome, Videoload und Sky.

Andre Schnack, 06.05.2020

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★★☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆ 

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