Die Konsequenz

Drama
Drama

[Einleitung]
Was für ein markiger, einprägsamer und auch nicht unbedingt positiv verheissender Titel, „Die Konsequenz“. Denn mit Aussprüchen wie „[…] die Konsequenzen tragen“ ist nur selten etwas Gutes gemeint. Wie dem auch sei, hier handelt es sich um einen Film von Wolfgang Petersen, der neben der Regie auch das Drehbuch anfertigte. Und zwar auf der Grundlage des (autobiografischen) Romans von Alexander Ziegler. Und wenngleich der preisgekrönte Skandal-Film aus 1977 stammt, so ist er dennoch in Schwarz-Weiss abgedreht und erscheint nun im Gewand einer High Definition Blu-ray Disc im Rahmen des Angebots von der EuroVideo Medien GmbH hier in Deutschland. Ich war gespannt und schaute mir den Titel genauer an.

Inhalt
Im Gefängnis lernt der Schauspieler Martin (Jürgen Prochnow) den jungen Thomas (Ernst Hannawald), Sohn eines Aufsehers, kennen. Nach Kuraths Entlassung ziehen beide zusammen. Die Eltern des Jungen, die noch über das Sorgerecht verfügen, erzwingen seine Einweisung in eine Erziehungsanstalt. Kurath muss erleben, wie die Persönlichkeit seines Freundes in der Anstalt zunehmend demontiert wird. Nach einem Selbstmordversuch wird er in eine psychiatrische Klinik eingeliefert.
(Quelle: EuroVideo Medien)

[Kommentar]
In diesem Film geht es im Grundsatz um Respekt und Akzeptanz dessen, was einem selbst vielleicht nicht passend erscheint (auf das eigene Leben zumeist bezogen). Insbesondere um die sexuelle Orientierung beim Geschlecht des Partners, kurz um Homosexualität, geht es hier im Kern. Heute ist das gesamte Thema wesentlich weiter, dazumal hingegen – vor mehr als 45 Jahren – war dies noch ganz anders und Zuchthaus-Strafen (Gefängnis) standen ebenfalls für solche Themen auf der Agenda. „Die Konsequenz“ wird zu Recht aus diesen Gründen damals als Skandalfilm eingestuft.

Es ist ein starker Film, mit viel Ausdruck, Haltung und handwerklichen Aspekten, die positiv in Erinnerung bleiben. Allen voran die beiden männlichen Hauptdarsteller Jürgen Prochnow und Ernst Hannawald geben eine grandiose Darstellung ab. Auch das Umfeld spielt mit, der Aufbau und Ablauf des Films ist eines gut erzählten Dramas würdig und der Einsatz der Schwarz-Weiß Technik fürs Bild scheint keinesfalls zufällig. Schwieriges Thema, das sich mittlerweile zunehmend entspannt, gut erzählt und glaubhaft gespielt.

[Technik]
High Definition-Zeiten waren es 1977 natürlich nicht nicht. Alles war analog, jedoch natürlich schon in Farbe (eingeführt 1967). Hier wählten die Verantwortlichen bewusst einen Schwarz-Weiß-Transfer, und zwar im Bild-Format 1.37:1, was auf heutigen Wiedergabegeräten nicht unbedingt für eine effiziente Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Fläche bedeutet, dennoch qualitativ hier gut gelang. Konturenzeichnung, Abstufungen der Grautöne sowie der Kontrast in Situationen der verstärkten Ausleuchtung – all das macht eine gute Figur und endet in einem weitgehend ruhigen, sauberen SW-Transfer.

Das Angebot des Tons beschränkt sich auf einen deutschsprachigen Dolby Digital 2.0-Ton sowie zusätzliche Untertitel, die bei Bedarf zugeschaltet werden können. Da „Die Konsequenz“ weder ein Action-Film ist, noch fulminante Effekte jedweder Art abliefert, beschränkt sich das Angebot auf die Sprachausgabe, etwas Musik und eine recht verhaltene, scheue Hintergrundkulisse. Verständlichkeit ist stets gegeben, auch sind die musikalischen Einlagen wirkungsvoll, wenngleich vom Spektrum und der räumliche Wirkungen sehr eingeschränkt. Fehler fallen keine auf.

[Fazit]
Wer das deutsche Kino schätzt und den Film „Die Konsequenz“ nicht kennt, der sollte sich hier einmal etwas Zeit nehmen und den rund 96-minutenlangen Titel ansehen. Was heute vielleicht wenig skandalös erscheint, war vor über 40 Jahren noch keinesfalls in der Region von ‚normal‘ der ‚akzeptiert‘ angelangt. Die Altersfreigabe liegt bei ab 12 Jahren (ebenfalls undenkbar 1977) und der Titel kann ab dem 9. Juni 2022 im Handel erworben werden. Das Case enthält neben dem Hauptfilm auf der Blu-ray Disc auch noch als Extra ein 16-seitiges Booklet parat. Software-seitige Bonusmaterialien gibt es hingegen nicht auf der Disc vorzufinden. Somit für rund 20,- Euro kein Schnäppchen, für Filmfans mit Sicherheit dennoch interessant.

Andre Schnack, 30.05.2022

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆ 

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