Network

Drama
Drama

[Einleitung]
Unter dem Label Arthaus erscheint von Studio Canal Home Entertainment ein Film, der schon eine frühe Meinung über den Bezug zwischen den Medien, der Politik sowie der Bevölkerung hatte. Sidney Lumet führte Regie in dieser US-amerikanischen Filmproduktion nach einem Drehbuch von Paddy Chayefsky. In den relevanten Figuren sehen wir Faye Dunaway, William Holden, Peter Finch, Robert Duvall und weitere. Diese Fassung auf High Definition Blu-ray Disc ermöglicht erstmals eine neue, frische Ansicht des Films – soweit die Theorie. Das Drama von 1976 zählte seit seinem Erfolg bei der Academy Awards-Verleihung mit gleich 4 Trophäen zu den beliebtesten Titeln seiner Zeit. Ich schaute mir diese HD-Version genauer an und berichte aus erster Reihe.

Inhalt
Als dem Nachrichtensprecher Howard Beale von seinem Arbeitsgeber, dem Sender Union Broadcasting System (UBS), aufgrund schwacher Quoten gekündigt wird, macht er seinem Ärger live im Fernsehen Luft. Seine Tirade auf Missstände und Ungerechtigkeiten kommt gut an: Die Resonanz von Medien und Zuschauern ist enorm und die neue Programmchefin Diana Christensen kann UBS Chef Frank Hackett überreden, Beale eine weitere Chance zu geben: Die „Howard-Beale-Show“ ist geboren. Beale macht als „TV- Prediger“ Karriere, doch während Erfolg und Quoten wachsen, verliert er immer mehr den Verstand. Und Ruhm im Showbusiness ist flüchtig…
(Quelle: Studio Canal Home Entertainment)

[Kommentar]
Die Inszenierung ist eben so, wie wir es von typischen 80er Jahren Filmen gewohnt sind. Hier sind es die aufsteigenden 70er, wenn man es genauer nimmt. Ohne in einer negativen Wertung zu stehen vermittelt der Transfer diesen speziellen Charme dieses Stils, der für einige Generationen an TV-Sprösslingen nachvollziehbar sein wird. Es ist eben auch schlichtweg die Art und Weise, wie damals die Special-Effects umgesetzt und der Kameraführung-Stil mächtig behäbiger war. „Network“ ist dennoch verbissen ins Thema und zeit uns die typischen Gegenspieler einer Art Macht-Soap, es könnte auch ein Bühnenstück sein.

Das Thema ist weder neu, noch abgegriffen. Der Einfluss der Medien auf alles mögliche, gar die US-Präsidentenwahl, ist nach wie vor ein Thema. Eine sehr gezielte Berichterstattung, flankiert von heutigen Social-Media Aktivitäten, können ganz große Räder drehen. Darum geht es in „Network“. Quote über alles, koste es was es wolle. Die Stilmittel sind aus heutiger Sicht eher harmlos, doch müssen wir uns auch ein wenig in die Vergangenheit versetzen. All das, was hier gezeigt wird, hat mehr oder weniger ganz „natürliche“ Ursachen und Gründe. Und um diese Psychologie geht es auch in „Network“ mit dem Hang zur Satire.

[Technik]
Die Farbgebung etwas steil, Über dem Durchschnitt. Auch neben dem Kontrast geht es so zu, wie wir es praktisch auch erwarten. Der Charme der 70er Jahre Kinofilme ist nicht von der Hand zu weisen. Alles in allem war ich jedoch vor allem mit der Bild-Ruhe, der ausreichend hohen Sauberkeit und ebenfalls mit der Konturenzeichnung sehr zufrieden. Der 16:9-Transfer ist formatiert in 1.85:1 (1080/24p Full HD). „Network“ bietet oftmals eine recht stille Kamera, die nur behäbig reagiert, was zu keinem Zeitpunkt negativ auffällt. Diese Eigenschaft führt zu einer erhöhten, gefühlten Wiedergabegüte. Seitens der Kompression stört nichts mehr als das Alter.

„Network“ ist ein Film, der überwiegend in geschlossenen Räumen, großen Büros in Wolkenkratzern, spielt und den Faktor einer natürlichen Außenwelt fast schon erfolgreich verdrängt. Beim eingesetzten Akustik-Verfahren fiel die Wahl auf Mono DTS-HD Master Audio, wahlweise in Deutsch oder Englisch. Untertitel sind ebenfalls vorhanden, allerdings ausschließlich in deutschen Lettern. „Network“ ist sehr, sehr dialoglastig und lässt praktisch kaum Atmosphäre oder gar etwas wie Räumlichkeit aufkommen. Dazu reicht es einfach nicht. Alles klingt leicht blechernd. Hier geht es eben mehr oder weniger um den Inhalt, sehr diplomatisch und positiv ausgedrückt.

[Fazit]
Kinostart von „Network“ war 1977, ein Jahr später kam ich auf die Welt. Es ist also schon etwas Zeit vergangen. Nun gibt es ihn auch keinesfalls auf VHS oder LaserDisc, sogleich die DVD überspringen wir und machen gleich in HD, auf Blu-ray Disc. Das Label Arthaus veröffentlicht den rund 121minutenlangen TV-Crime Comedy-Titel, der eigentlich mehr Drama ist als alles andere. Die FSK Freigabe liegt bei ab 16 Jahren. Die folgenden Extras befinden sich neben Hauptfilm „Network“ ebenfalls noch auf der Blu-ray Disc.

  • 6-teilige Dokumentation „Making of Network“
  • Audiokommentar von Sidney Lumet
  • Originaltrailer
  • Wendecover

Für einen Film, der mit 4 Oscars ausgezeichnet wurde, vermag es dem einen oder anderen nicht genug Bonusmaterial zu sein. Bedenke man jedoch auch ein wenig das Alter und vielleicht die Möglichkeit, dass gar nicht sonderlich mehr Material nachhaltig vorliegen würde. „Network“ ist seit dem 19. April 2018 im Handel erhältlich. Wer sein Film-Allgemeinwissen etwas aufmöbeln möchte, der kann das mit diesem Titel ganze wunderbar und klug durchführen. Ein Evergreen, der nach wie vor inhaltlich top-aktuell ist.

Andre Schnack, 09.06.2020

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆ 

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