
[Einleitung]
„The American Experiment“ ist eine recht frisch produzierte Historien-Dokumentation in fünf Teilen. Gegenstand und Thema sind nicht weniger als die USA, die Vereinigten Staaten von Amerika. Die 2026 veröffentlichte Reihe erfreut sich nun ihrer Veröffentlichung auf der Streaming Plattform Netflix. Tatsächlich lautet der Titel eines Schulbuchs in den USA „The American Experiment“ und befasst sich mit Geschichte. Ich war gespannt darauf, was wir hier vor die Augen bekommen und wer sich darin zu Wort meldet. Hoffentlich wird auch erklärt, was es mit der Verfassung und den Zusatzartikeln auf sich hat…
[Kommentar]
Wie kommt es dazu, dass Ballungsgebiete, große Staaten wie Kalifornien, ebenso viele Senatoren im Kongress haben, wie weitreichend menschenarme Staaten? Wie kommt es dazu, dass sich die Vereinigten Staaten zusammenraufen, den Geist von Freiheit und Gleichheit proklamieren und dann doch Sklaverei betreiben, bis ein Bürgerkrieg die Situation klärt? Diese und viele weitere Fragen an die US-Geschichte werden hier prima beantwortet. Das alles wirkt sehr gut gemacht, mit vielen Informationen und Fakten unterlegt und von Interviews von Historikern und (US-)Politikern begleitet.
Per nachgestellten Szenen und einem Ton-Overlay mit Informationen, vielen Aufnahmen von Dokumenten und Zeichnungen/Skizzen wird hier die richtige Stimmung geschaffen, musikalisch dudelt es passend im Untergrund. „The American Experiment“ zeigte mir einiges noch deutlicher, was ich schon kannte, und vieles, deren Ursprung und initiale Debatte mir unbekannt war. Eine gut gemachte und sehr ordentlich aufbereitete, fünfteilige Dokumentation mit dem Schwerpunkt auf die Entstehung der USA.
[Technik]
Technisch betrachtet ist das hier eine moderne Dokumentation, wie wir sie nicht selten zu Gesicht bekommen. Die qualitativen Aspekte setzen sich dabei zusammen aus verschiedenen, eingesteuerten Archivmaterialien. Sei es Dokumente, Zeichnungen, Fotos oder Video-Schnipsel aus der jüngeren Vergangenheit. Aber eben auch top-aktuelle, frische Interviewausschnitte, bei denen sich vorrangig Menschen aus den Bereichen Politik und Geschichte äußern. Der auf ein 16:9-Format (1080p) zugeschnittene Bilderstrom sieht ordentlich aus und gibt wenig Anlass zur Kritik.
Natürlich geschieht der Großteil der Wissensvermittlung hier auf der Tonspur. Ich wählte freiwillig die englischsprachige Original-Spur und schaltete ebenfalls englische Untertitel dazu. Diese Kombination geht auch hier gut auf, denn sollte mal jemand unverständlich dahernuscheln, geben die Untertitel Aufschluss über das Verpasste. „The American Experiment“ wird akustisch niemanden vom Hocker hauen oder begeistern, aber der Ton tut, was er tun soll. Und das auf unterschiedlichen Sprachen, gesprochen und untertitelt.
[Fazit]
Mit dieser Dokumentation konnte Netflix mich komplett erreichen. Ich würde mich selbst als Amerika-skeptisch betrachten, wenngleich ich über ein Jahrzehnt für eine US-Firma in New York gearbeitet habe, aus Deutschland heraus. Doch bin ich eben auch sehr interessiert, vor allem an Geschichte, so auch hier. Die fünfteilige Doku-Reihe empfand ich als unheimlich aufschlussreich, gut inszeniert und wohl strukturiert in der Abfolge und Erzählweise. Mir gefiel das sehr gut. Die Altersfreigabe liegt bei ab 12 Jahren.
Andre Schnack, 06.07.2026
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