Unschuld und Verlangen

Drama/Romance
Drama/Romance

[Einleitung]
„Clèves“ lautet der Originaltitel der französischen Produktion von 2021, die hierzulande unter „Unschuld und Verlangen“ die Aufmerksamkeit anziehen möchte. Ein Film von Rudolphe Tissot nach einem Drehbuch, das auf der Grundlage des Romans von Marie Darrieussecq fusst. „Unschuld und Verlangen“ weist in den relevanten Figuren Louisiane Gouverneur, Vincent Deniard und Aymeric Fougeron neben weiteren vor der Kamera auf. Diese Standard Definition DVD Version des Films erscheint aus dem Angebot von AL!VE AG und ich konnte mir den Streifen genauer anschauen…

Inhalt
Das Leben der 15-jährigen Solange läuft alles andere als rosig: Eine ihrer Freundinnen hat versucht sich umzubringen, die Ehe ihrer Eltern steht kurz vor dem Aus, und ständig muss sie ihrer Mutter in deren Geschäft aushelfen.

Doch Solange hat Träume: Sie möchte Schauspielerin werden. In der Hitze des Sommers entdeckt Solange ihren Körper und ihre Lust und bemerkt, welche Wirkung sie auf die Männer in ihrem Umfeld hat. Neben dem nur wenige Jahre älteren Arnaud, mit dem sie erste sexuelle Erfahrungen sammeln kann, ist da auch noch ihr mehr als doppelt so alter Nachbar Guillaume, der regelmäßig auf sie aufpasst…
(Quelle: AL!VE AG)

[Kommentar]
Vielleicht ist das hier so eine Art Light-Version von „Lolita“, dem provozierenden Film aus 1997? Oder aber eines dieser sich immer weiter und zart an einen Soft-Porno ohne jeglichen Inhalt entpuppende Produktion? Ich ging diesem auf den Grund und kann sagen, es ist irgendwo dort, aber nur zeitweise. Und auch viel da, wo zum Beispiel Titel wie „Das Biest“ (The Crush) sich tummeln. Kurzum, es ist ein etwas anderer Coming of Are-Titel, denn hier lernt die junge Frau, was ihr Einfluss als „junge Frau“ ist. Gleichermaßen ist dies auch der Beginn des Seins als sexuelle Projektionsfläche der Männer um sie herum.

Mag sich härter und deutlicher lesen, als es hier dann dargestellt ist. Doch ein wenig junge, freie Körperpartien gehören natürlich auch dazu. Dabei sei ebenfalls das lobende Wort an die junge Darstellerin gerichtet, die ihre Rolle sehr gut spielt. Schlussendlich fehlt es hier nur dann an philosophischen Tiefgang, wenn man diesen vermisst – was ich sagen will: der Fokus ist schlichtweg ein anderer. Der Veröffentlicher schreibt, es handele sich um eine „sinnliche, ästhetisch anspruchsvolle Romanadaption“. Dieser Vergleich ist mir nicht gegeben in Ermangelung dessen, das Buch gelesen zu haben. Doch die Umschreibung der Inszenierung passt soweit für mich.

[Technik]
„Unschuld und Verlangen“ arbeitet viel mit warmen Aufnahmen, die sich oftmals gut ausgeleuchtet, mindestens jedoch mittels natürlicher Wirkung zeigen. Dabei präsentieren sich ausreichend Details und die Konturenzeichnung arbeitet ausserdem recht ordentlich. Der Titel weist visuell keine Eskapaden auf und verhält sich in Sachen Kameraführung unauffällig. Alles scheint mit einem Schleier der Authentizität überzogen, was der Wirkung aufs Publikum gut steht und zu keinen Sorgen und Problemen führt. Natürlich könnte bedingt durch die DVD-Potentiale hier und dort ein klareres Bild abgeliefert werden. Wem das nicht allzu sehr das Sehvergnügen verhagelt, greift zur Blu-ray Disc.

Tontechnisch hat sich die Unschuld sowie das Verlangen eher einer recht ruhigen Wiedergabe auf dem akustischen Feld verschrieben. Dolby Digital 5.1 tönt es zwar in der deutschen Synchronfassung, doch wirklich nutzen tun die zusätzlichen Kanäle nur wenig. Schlussendlich steht der französische Originalton mittels Dolby Digital 2.0 seinem Synchron-Pendant in nicht wirklich etwas nach. Sprache und etwas Hintergrund kommt zur Geltung, auch die musikalischen Belange verstehen sich durchzusetzen. Richtige Räumlichkeit hingegen keimt zu keinem Zeitpunkt in einem überzeugendem Format auf.

[Fazit]
Mit einem Trailer sowie einem Wende-Cover wird es nicht erst seit kürzerem schon schwierig im Bereich Ausstattung zu überzeugen. Das ist einfach nicht genug. Eignet sich der Film doch mit mehr Informationen ins Feld geschickt zu werden, da er auf Festivals Erfolge verzeichnete. Schade. Dennoch ist „Unschuld und Verlangen“ ein sehenswerter Titel mit einer Laufzeit von rund 109 Minuten, die abgelegt sind auf dieser technisch ansonsten soliden DVD. Die Veröffentlichung ist geplant für den 4. November 2022, die Altersfreigabe liegt bei ab 16 Jahren. Preislich liegt die Disc wohl dann bei rund 16,- Euro im Online-Handel, was angesichts der mageren Ausstattung kein Schnäppchen darstellt, jedoch auch nicht überrascht.

Andre Schnack, 31.10.2022

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆ 

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