Raumpatrouille Orion

Science-Fiction/Serie
Science-Fiction/Serie

[Einleitung]
Von EuroVideo erwarten wir diesen Herbst eine ganz besondere DVD, bzw. zwei ganz besondere DVDs – „Raumpatrouille Orion“. Die Kultserie aus den 60ziger Jahren findet so ihren Weg auf das neue Medium. In den Hauptrollen der siebenteiligen Fernsehreihe sind Dietmar Schönherr, Eva Pflug, Wolfgang Völz, Claus Holm, F. G. Beckhaus, Ursula Lillig, Benno Sterzenbach und andere zu sehen.

[Inhalt]
„Raumpatrouille Orion“ ist eine siebenteilige Science-fiction-Fernsehserie aus Deutschland, sie entstand Mitte der Sechziger und erfreute das Publikum im Verlauf des Jahres ’66, die Orion empfing große Beliebtheit. Gegenstand der Reihe ist der schnelle Raumkreuzer Orion und seine Besatzung unter der Führung von Cliff Allister McLane. Mittlerweile schreiben wir das Jahr 3000 und die Menschen sind in das Weltall expandiert – doch hier warten viele Gefahren und Abenteuer.

Alle sieben Teile, zu je rund 60 Minuten, finden wir auf dieser DVD-Sammlung von EuroVideo wieder. Im folgenden eine kurze Zusammenfassung der einzelnen Folgen:

Episode 1: Angriff aus dem All
Die Crew der Orion wird aufgrund nicht disziplinierten Verhaltens mit ihrem Schiff an die Ränder der Kolonien strafversetzt, hier sollen sie Patrouille leisten. Auf dem Weg treffen sie auf einen von Außerirdischen überfallenen Außenposten der Menschen.

Episode 2: Planet außer Kurs
Die aus dem ersten Teil bekannten außerirdischen Lebewesen steuern eine Supernova auf unseren lieben Heimatplaneten zu! McLane und seine Crew rücken aus. Währenddessen streiten sich Militärs und Politiker auf der Erde über die richtige Verfahrensweise für einen solchen Fall.

Episode 3: Hüter des Gesetzes
Während eines Standardauftrags wird die Besatzung der Orion aufmerksam auf einen Planeten, auf dem 70 Kolonisten und 20 Arbeitsroboter „leben“. Es ereigneten sich merkwürdige Dinge und McLane will der Sache nachgehen. Es stellt sich heraus, dass auf dem Planeten die Roboter die Macht an sich gerissen haben. McLane muss nun die Auseinandersetzung schlichten und einen Weg zurück zur Orion finden.

Episode 4: Deserteure
Ein Flottenmitglied scheint zu den Exoterristen zu desertieren. Doch scheinbar stecken genau letztere hinter dieser Geschichte, denn die Außerirdischen verfügen über Telenose-Strahlen, mittels denen sie die Menschen in einem bestimmten Gebiet beeinflussen können. McLane will sich das zum Vorteil machen und so tun, als würde auch er desertieren. Wahrlich will er aber die Exoterristen täuschen und deren Basis vernichten… doch Probleme tauchen auf.

Episode 5: Kampf um die Sonne
McLane und seine Mannschaft treffen auf ehemalige Kolonisten, die nach dem ersten galaktischen Krieg vor 400 von Neptun nach Chroma flüchteten. Von Chroma aus steuert man Versuche mit der gemeinsamen Sonne. Diese Versuche jedoch gefährden das Leben auf der Erde. Die Orion sucht Chroma auf und wird mit einer gänzlich anderen Gesellschaft konfrontiert als erwartet…

Episode 6: Die Raumfalle
Ein Passagier der Orion darf mit einem kleinen Landungsschiff, der Lancet, fliegen und muss auf einem Asteroiden mit Verbannten notlanden. Diese halten ihn fest und verhandeln nun mit der Orion, denn der größenwahnsinnige Herrscher der Verdammten will die Orion, um mit ihr zu den Exoterristen überlaufen zu können.

Episode 7: Invasion
Sonderbare Vorfälle mit Mitgliedern des Stabs des Militärs wecken McLanes Aufmerksamkeit. Doch ehe er sich versieht und der vermeintlichen Quelle des Übels nähert fällt es ihm und seiner Crew auf – ein Invasion der Erde durch die Exoterristen ist im vollen Gange! Und es scheinen sogar obere Militärs und Regierungsmitglieder in die Sache verwickelt zu sein…

[Kommentar]
Die einzelnen Folgen gestalten sich sehr abwechslungsreich und boten in Anbetracht der Zeit wahrlich etwas neues und besonderes.

Trotz anfänglicher Skepsis wurde ich angenehm überrascht. Ich kannte die Abenteuer der Orion nicht und fand trotz des hohen Alters der Serie recht schnell Gefallen an den Geschichten. Bei den Episoden wurde schon sehr genau nachgedacht. Die jeweilige Thematik und die entstehende Problematiken der einzelnen Folge wurde inhaltlich sehr schön aufbereitet. Neben (damals) aktuellen wissenschaftlichen Ergebnissen wurden auch bestehenden Herausforderungen in den Bereichen Politik und Wirtschaft im Inhalt der Folgen verarbeitet. Es macht Spaß das Geschehen um Cliff Allister McLane und seine Crew zu verfolgen. Die damals durchaus atemberaubenden und sehr schön anzusehenden Special Effects verblassen heute gegen CGI-Wunder wie „Star Wars Episode I“ oder „The Mummy“. Doch wäre der Vergleich auch nicht fair, denn die Orion steht gut dar, schließlich hat sie über 30 Jahre auf dem Buckel und gefällt noch immer, wenn auch nicht mehr im Glanz von damals – doch den Charme hat sie nicht verloren. Besonders die pfefferigen Dialoge und die vielen knackigen und kernigen Sprüche halten den Zuschauer bei Laune – da sieht man über die aus heutiger Sicht dürftigen und überholten Sets und Effekte hinweg. Sowieso ist das ganze Outfit und der Look der Personen sehr 60jahre typisch, die geschwungenen Geräte und Anlagen der Orion oder die Anzüge und Frisuren der Darsteller – man sieht den Filmen die Herkunft an, stören tut das aber nicht.

[Technik]
Technisch betrachtet hätte die Orion kaum besser auftreten können. Zwar wird hier nur ein schwarz/weiß Bild geliefert, dieses wird jedoch praktisch allen Ansprüchen gerecht und gefällt dem Zuschauer auf Anhieb. Der Grad der Schärfe ist hoch und die gute Kantengenauigkeit und der recht hohe Detailreichtum lassen das Bild von vor 30 Jahren sehr neu und sauber aussehen. Das ab und an das Bild etwas ins Unscharfe gleitet stört nicht. Die verschiedenen Grautöne und die feinen Abstufungen erschaffen ein lebhaftes und zugleich natürliches und ruhiges Geschehen im Vollbildratio 4:3 (1.33:1).

Schön sieht sie nicht nur aus, sondern hört sich die Orion auch an. Nebst monauralen Originalton wurde nämlich ein komplett neu abgemischter Dolby Digital 5.1-Soundtrack spendiert. Erwartungsgemäß bietet er kaum so viele Effekte und nutzt das Format nur annähernd aus, in Anbetracht des hohen Alters und des (wahrscheinlich) nicht ganz so guten Basismaterials wurde viel aus dem Möglichen herausgeholt – die Leistung ist gut. Einige feine Stereoeffekte und seltene, recht ruhige Direktionaleffekte versüßen das Klangbild. Natürlich gibt sich dieses nicht gerade sehr dynamisch, doch angenehmerweise sehr gut verständlich und sauber, nur selten fällt ein leichtes Überzeichnen auf. Schön hört sich auch die nette Musik und die Geräuschkulisse des Raumschiffs an, ständig dringt ein leichtes Brummen der Aggregate der Orion aus allen Lautsprechern. Untertitel sind nicht vorhanden.

[Fazit]
Nostalgisch wertvolle, gute Unterhaltung – das wird hier geboten! Eine TV-Serie die über die Jahre Kultstatus erreicht hat kehrt in einer klasse DVD-Version zurück zu den Fans – und den sei diese Ausgabe wirklich sehr nahegelegt. Alle anderen dürfen ebenfalls zuschlagen, nebst allen 7 Folgen mit einer Laufzeit von insgesamt rund 417 Minuten, verteilt auf 2 DVDs (einseitige Dual-Layer-Discs), gibt es auch noch etwas Bonusmaterial: ein kleines Spiel, ein Musikvideo und ein Bavaria Special, indem man die Mannschaftsmitglieder in der heutigen Zeit noch einmal zu sehen bekommt; für DVD-ROM Besitzer gibt es noch zusätzlich einen Bildschirmschoner für den PC. Der Käufer hat die Wahl zwischen zwei einzelnen DVDs oder einem Doppelpack mit beiden Discs (hier getestet). Die Verpackung dürften DVD-Fans bekannt vorkommen, sie kam schon bei amerikanischen DVDs wie „Army Of Darkness“ oder der Limited Edition von „Halloween“ zum Einsatz. EuroVideo bringt mit „Raumpatrouille Orion“ das erste Mal diese Art von DVD-Hülle in Deutschland an den Mann – gelungen. Wer also Science-fiction mit leichten Ähnlichkeiten ans frühe Star Trek und mit etwas Perry Rhodan Charakter mag, der sei hiermit gut beraten. Empfehlenswert.

Andre Schnack, 26.10.1999

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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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