Arabische Nächte

Action/Adventure/Comedy
Action/Adventure/Comedy

[Einleitung]
1942, die Welt stand in Flammen, der Zweite Weltkrieg tobte. Entertainment war wichtig, das Kino steckte noch in einer Phase vom Schwarz-Weiß- zum Farbfilm und exotische Märchen aus fremden Welten kamen gut an. Regisseur John Rawlins trug mit „Arabische Nächte“ (Originaltitel: Arabian Nights) nach einem Drehbuch von Michael Hogan und True Boardman, seinen Teil dazu bei. Der Klassischer ist nunmehr 80 Jahre alt, wow. In den führenden Rollen sehen wir Jon Hall, Maria Montez, Sabu, Leif Erickson und weitere. Diese High Definition Blu-ray Disc von „Arabische Nächte“ erscheint aus dem Angebot von Koch Films – ich war gespannt.

Inhalt
Die Prinzenbrüder Ali Ben Ali und Haroun-Al-Raschid konkurrieren um die Liebe der schönen Tänzerin Scheherazade. Als Haroun-Al-Raschid von seinem Bruder verraten wird und in Gefangenschaft gerät, ist dies der Auftakt für eine Reihe spannender Abenteuer, deren Lohn am Ende der Thron und die Liebe Scheherazades sein wird. Doch nur einer der Brüder kann gewinnen.
(Quelle: Koch Films)

[Kommentar]
Man nennt sie auch oftmals Historiendramen oder Monumentalfilme. Sie zeichnen sich durch Massen an Komparsen, aufwendige Sets, Kostüme und Masken aus. „Ben Hur“ (1959, Review zum Remake von 2016) wäre nur ein Beispiel, „Cleopatra“ (1963) ein weiteres. Mit „Arabische Nächte“ erhalten wir ein Werk aus 1942 vor die Augen, da war der Farbfilm noch eine große neue Sache. Das Spiel mit den Farben in diesem Film ist mit Sicherheit auch auf die damalige Begeisterung über die neue Technologie zurückzuführen. Was ich sagen möchte: „Arabische Nächte“ ist eben auch eine Art Monumentalfilm vor dem Hintergrund der Märchen von Tausendundeiner Nacht.

Im Ergebnis ging der Plan hier auf, „Arabische Nächte“ heimste 4 Oscar-Nominierungen ein, immerhin. Das ausgesprochen farbenprächtige Filmspektakel begeistert auch heute noch und ist vom thematischen Kern her tatsächlich zeitlos. „Arabische Nächte“ ist schon anders als heutige Film, keine Frage, denn das Kino selbst war noch ‚anders‘. So ist der Titel langsamer in der Darstellung, dennoch aufwendig und mit ebenfalls gelungenen Schnitten und Einstellungen ausgestattet. Darstellerisch geht das Ensemble ebenfalls in Ordnung und Maria Montez, Jon Hall, Sabu und Leif Erikson machen eine gute Figur.

[Technik]
High Definition Blu-ray Disc-Technik kommt uns hier vor die Augen. In Anbetracht des stattlichen Alters von 80 Jahren macht der Film hier eine sehr gute Figur. „Arabische Nächte“ bezeichnet man auch als einen im Allgemeinen sehr farbenfrohen Film, und das ist auch richtig. Dazumal war TechniColor das Mittel, welches der Geschichte Farbe einhauchte und diese Technologie hat auch heute noch einen sehr eigenen Charme aufzuweisen. Kontrast und Farbgebung sind soweit in Ordnung, die Kantenschärfe ebenfalls und in Sachen Sauberkeit war ich ebenfalls zufrieden, was stets vor dem Hintergrund des hohen Alters zu bewerten ist. Nicht zu vergessen, dieser Film läuft in 1.33:1.

Beim Ton hört sich dies schon ein wenig anders an. DTS-HD Master Audio 2.0-Ton gibt es hier in den Sprachfassungen Deutsch sowie Englisch. Untertitel sind der Disc hingegen ausschließlich in der Originalsprache (Englisch) vergönnt. Erwartungsgemäß ist das Tonmaterial eher beschränkt, woran auch der DTS-HD Ton nur bedingt etwas ausrichten oder verbessern kann. Somit ist schlussendlich das tonale Kostüm modern in seinem Antlitz, jedoch nur bedingt tragfähig unter heutigen Anforderungen, wenn es um die tatsächliche Leistung über die Laufzeit hinweg geht. Echter Raumklang kommt hier nicht zur Geltung, was mich wenig überrascht.

[Fazit]
In vielerlei Hinsicht ein klassisches Stück, daran besteht kein Zweifel. Die Rivalität zwischen den beiden Brüdern und die Ambivalenz der Tänzerin sich zwischen der wahren Liebe und Einfluss und Macht zu entscheiden, das sind zeitlose Themen, hier im Gewand von Tausendundeiner Nacht. Gut gemachter Klassiker mit viel Tamtam und opulenten Bildern. Die Laufzeit liegt bei rasch verrinnenden 87 Minuten, die Altersfreigabe bei ab 12 Jahren. Folgende Extras runden das Angebot ab, welches seit dem 14. April zu einem Preis von rund 14,- Euro im Handel erworben werden kann. Wer „Aladdin“ mag, der sollte auch hier unbedingt reinschauen.

  • Einführung von Filmhistoriker Robert Osborne
  • Bildergalerie mit seltenem Werbematerial
  • Trailer

Andre Schnack, 02.05.2022

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆ 

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