Der 24 Stunden Krieg

Dokumentation
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[Einleitung]
In der nordamerikanischen Berichterstattung oder aber auch in den Dokumentationen wird gerne und somit auch oftmals eine sehr martialische Rhetorik verwendet, so dass wir es hier auch mit dem „Battlefield Le Mans“ zu tun bekommen. „Der 24 Stunden Krieg“ (Originaltitel: The 24 Hours War) lässt es bereits am Titel irgendwie recht einfach ableiten, wenn man denn auch Benzin im Blut hat und viel für blecherne und vor Pferdestärken strotzenden Boliden übrig hat. Genau, das aufsehenerregende Langzeitrennen (Die 24 von Le Mans) ist der Stoff für Rennsport-Legenden. Diese Dokumentation entstand 2016 und ich freute mich auf eine Ansicht Dank EuroVideo Medien.

Inhalt
In den frühen 60er Jahren zogen Henry Ford II und Enzo Ferrari in den Krieg um die Vorherrschaft beim 24 Stunden Rennen von Le Mans und testeten die Grenzen des internationalen Rennsports. Diese epische Auseinandersetzung kostete damals vielen Rennfahrern das Leben, ließ Familien zerbrechen und brachte die Entwicklung des legendären Rennsportwagens FORD GT 40 hervor. Diese beeindruckende Dokumentation basiert auf der wahren Geschichte der beiden rivalisierenden Automobilgiganten, die ihren dramatischen Höhepunkt im Jahr 1966 in der ehrwürdigen 24stündigen Rennschlacht von Le Mans fand.
(Quelle: EuroVideo Medien)

[Kommentar]
Ich möchte hier keinesfalls den Reiz des Motorsports erklären, jedoch für mich feststellen, dass es auch etwas mit Spannung und Angst zu tun hat oder haben muss. Wie Walter Röhrl einmal sagte, „Wer keine Angst hat, muss etwas hohl im Kopf sein.“ – er sollte es wissen, denke ich. Natürlich ist dort auch der Wettbewerb, der Sport, das Gewinnen gegen das Verlieren. Und dann an der Spitze des Motorsports geht es natürlich auch darum, die stetige Innovationskraft voranzutreiben und immer neue Technologien und Verbesserung in die Fahrzeuge einfließen zu lassen.

Was Amerika und Russlands „Race into Space“ während des kalten Krieges war, bei dem es darum ging, welche Nation als erstes bemannt auf dem Mond landete, dass ist Le Mans im Rennsport die Ära der frühen 60er Jahre. Wahnsinn, denn mit einem etwas anderen Blickwinkel, eher aus der erhobenen Perspektive, geht es hier nicht nur um Mann gegen Mann in Hochgeschwindigkeitsrennen, sondern auch um die darüber schwebende Auseinandersetzung der Rennställe und Automobil-Konzerne Ferrari und Ford. Europa und Amerika, wenn man denn so mag. Darum geht es in dieser 2016 abgedrehten Dokumentation.

Wie die gewöhnliche Praxis in Dokumentation meist ist, so erleben wir hier eine Kombination aus Archivmaterialien, zeitlich betrachtet weitaus jüngeren Interviews-Ausschnitten sowie Dokumente und Fotos. Beim Rennsport handelt es sich natürlich um ein Thema, dass auch von den visuellen Aspekten lebt. Aus heutiger Sicht sind die Aufnahmen nicht sonderlich hochwertig oder qualitative Highlights, doch geben sie mit ihrem ganz eigenen Charme auch den zeitgenössischen Flair zum Teil wieder.

Inhaltlich wird schnell klar, was sich die letzten Jahrzehnten unter den Motorhauben, jedoch auch hinter dem Lenkrad alles so verändert hat. Vorrangig für die Sicherheit der Fahrer und Zuschauer. An dieser Stelle sei die größte Katastrophe in der Motorsport-Geschichte genannt: Le Mans, 1955. Bei diesem Unfall starben mehr als 80 Zuschauer sowie unmittelbar Beteiligte der Rennsportveranstaltung. Diese Dokumentation zeigt uns den wahnsinnigen Boliden-Zirkus in einer Ära „danach“. Eine Ära ohne Mercedes Benz Silberpfeile.

[Technik]
Diese Bilder sind authentisch, sie sind aus unterschiedlichen Fundus‘ und mal professionellen Ursprungs oder aber aus privaten Bereichen. Interviews von Zeitzeugen hingegen sind oftmals besserer Güte, da jüngeren Ursprungs. Rundum ist es ein gelungener 1.78:1-Transfer, der hier mittels anamorpher Abtastung angeboten wird. „Der 24 Stunden Krieg“ ist eine Dokumentation, so dass ein gänzlich anderer Schnitt zu Tage kommt, als bei einem Hollywood-Titel. Überwiegen regiert eine gewisse Bild-Ruhe, die Bilder sind farblich und vom Kontrast her ein paar Jahr(zehnte) zurück, wirken auf der DVD jedoch solide und ordentlich.

Kommen wir zum Ton, den es im englischen Original oder wahlweise mit zusätzlicher deutschen Voice-Over-Spur zu vernehmen gibt. „Der 24 Stunden Krieg“ ist natürlich ein Film über Autos, und zwar die richtig großen und lauten Boliden eben. Da dröhnt es schon ordentlich, das passt soweit auch hier beim angebotenen Dolby Digital 2.0-Sound. Alles in allem ist das Programm sehr zweidimensional, akustisch. Richtig Akzente setzt der Sound nicht, wenngleich er eben das leistet, was man von ihm erwartet.

[Fazit]
„Der 24 Stunden Krieg“ ist eine Dokumentation, die sich deutlich an die Rennsport-Fans unter uns richtet. Sie feiert den Sport und den technologischen Fortschritt, der durch die Speerspitze dieser Industrie erarbeitet wurde bislang. Doch auch ein paar kritische Noten gibt es, wenngleich der Fokus klar und deutlich positiv ist und fokussiert auf die Erfolge des Sports. „Der 24 Stunden Krieg“ erscheint mit einer Altersfreigabe von ab 0 Jahren und läuft rund 100 Minuten und findet Platz auf einer DVD, die seit dem 3. Dezember 2020 zu einem Preis von 15,- Euro erhältlich ist. Mir gefiel die Sendung, die ohne weiteres Bonusmaterial erscheint.

Andre Schnack, 14.12.2020

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★☆☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆ 

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