Der Freischütz – Die Filmoper

Drama/Music
Drama/Music

[Einleitung]
„Der Freischütz – Die Filmoper“ ist eine Filmoper, kein Film. Regisseur Jens Neubert fertigte nach der Vorlage von Johann Friedrich Kind das Meisterstück für die Leinwand an. Und zwar mit musikalisch begeisterten DarstellerInnen wie Franz Grundheber, Benno Schollum, Juliane Banse, Regula Mühlemann, Michael Volle und weitere. Dieser Film ist keinesfalls neu, sondern von 2010, wurde nun jedoch anlässlich eines Jubiläums neu aufgelegt. Diese DVD-Version in Standard Definition Technik erscheint aus dem Angebot von Constantin Film Home Entertainment und ich konnte genauer hinsehen und vor allem auch hinhören.

Inhalt
Der junge Jäger Max (Michael König) liebt Agathe (Juliane Banse), die Tochter des Erbförsters Kuno (Benno Schollum). Allerdings muss er bei einem „Probeschuss“ erst seine Eignung als Erbe und Schwiegersohn unter Beweis stellen. So will es ein alter Brauch. Doch das Jägerglück hat Max verlassen, er trifft mit keinem Schuss mehr. In seiner Not lässt er sich von seinem zwielichtigen Kameraden Kaspar (Michael Volle) überzeugen, dass nur noch schwarze Magie und dunkle Mächte ihm helfen können. Er verabredet sich mit ihm um zur Mitternachtsstunde in der unheimlichen Wolfsschlucht treffsichere Freikugeln zu gießen. Doch werden die Freikugeln ihn retten oder wird er Agathe verlieren?
(Quelle: Constantin Film Home Entertainment)

[Kommentar]
Ein solcher Film ist schon speziell und anders. Was keinesfalls eine Wertung darstellt, jedoch darauf einstimmt, dass die Erwartungshaltung gegenüber des Films entsprechend anders aufgebaut werden sollten als bei einem herkömmlichen Kinofilm. So wäre es von Vorteil sich mit Musicals und eben vor allem Opern auszukennen, die Werke vom Aufbau und der „Handwerkskunst“ her verstehen, um auch die Aussagen hinter den oftmals skurril wirkenden Bilden mit viel tiefkehligen Gesang entschlüsseln zu können.

Schauspielerisch ist die Darbietung wirklich gut gelungen. Die Mimen sind darstellerisch sowie gesangseitig mächtig unterwegs und verstehen etwas von dem, was sie hier auch adäquat abliefern. „Der Freischütz“ erzählt eher im Stil einer Oper eine Geschichte dar, welche einem Märchen gleichen könnte. Nur hier gibt es eben neben einem Regisseur und einem Drehbuchautor auch noch die ebenfalls wichtige Rolle des Dirigenten zu erwähnen. Man sollte offen sein für Dinge, die man nicht alle Tage vor die Augen bekommt.

[Technik]
Bietet ein Film, der vom Ton lebt auch ein gutes Bild? Was für eine Frage. Natürlich hat beides nicht viel miteinander zu tun, jedoch verbunden und gewissermaßen limitiert durch die technischen Möglichkeiten der DVD. Davon ab gibt es hier einen ausgewogenen und auch kontrastreichen sowie authentisch wirkenden Transfer vor die Augen. Und zwar mittels anamorpher Bilder, die sich im Format 2.35:1 auf dem Datenträger befinden. Alles wird sauber und angenehm wiedergegeben, wenngleich hier und dort eben nicht mit einer Kantenschärfe, wie wir sie mittlerweile gewohnt sind. Rauschen oder andere Störungen kommen praktisch nicht vor und die Kompression ist soweit auch in Ordnung.

„Der Freischütz“ ist entsprechend der Thematik und des Sujets ein ausgesprochen musikalischer Titel, keine Frage. Statt zu sprechen wird lieber gesungen, und das passt alles meines Erachtens auch wirklich gut zueinander. Beim Ton also alles beisammen, hierzu präsentiert sich dann der Freischütz mittels Dolby Digital 5.1-Kostüm, wahlweise auch in (ebenfalls deutschen) DTS 5.1-Ton. Auch DD 2.0 darf nicht fehlten und rundet das Angebot ab, weitere Sprachfassungen sind nicht enthalten – eine Synchronisation wäre auch heikel bei einem Gesangsstück. Qualitativ klingt es sauber und gekonnt.

[Fazit]
Ein Making Of (11 Min.) sowie eine Bildergalerie stellen die Extras der Veröffentlichung dar. Abgelegt auf einer einseitigen und zweischichtigen DVD (Typ 9) driften sie langsam in die Einsamkeit ab, jedoch mit inhaltlicher Würde. Davon ab bin ich mit dem rund 136 Minuten ausufernden Werk weitgehend einverstanden. „Der Freischütz“ bietet eine Altersfreigabe von ab 12 Jahren und erschien zum 200-jährigen Jubiläum der gleichnamigen Oper von Carl Maria von Weber am 18. Juni 2021 – gepaart mit Events außerhalb der Film- und DVD-Welt. Unter dem Credo „200 Jahre Romantik“ kann diese DVD ihren Teil zu beitragen und das für unter 9,- Euro Kaufpreis.

Andre Schnack, 24.06.2021

Film/Inhalt:★★★☆☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★★☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆ 

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