Nö – Der Film

Comedy
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[Einleitung]
Mit „Nö – Der Film“ entstand mit Sicherheit schon einmal völlig unabhängig des Filminhalts ein Anwärter auf den irgendwie charmant-griffigsten Titel eines Films des letzten Jahres. Doch zurück zu diesem deutsch-produzierten Werk, inszeniert von Regisseur Dietrich Brüggemann nach einem Drehbuch, welches er gemeinsam mit Anna Brüggemann, die Schwester Dietrichs, schrieb und 2021 als Film umsetzte. Schwester Anna nahm ebenfalls eine tragende Rolle vor der Kamera ein, neben ihr: Alexander Khuon, Isolde Barth, Hanns Zischler, Petra Schmidt-Schaller und weitere. Diese DVD kommt von EuroVideo im Vertrieb von Filmwelt Verleihagentur.

Inhalt
Dina und Michael, er Arzt, sie Schauspielerin, sind eigentlich glücklich in ihrer Beziehung, bis Michael beginnt, laut über eine Trennung nachzudenken. Die Frage „Könnten wir nicht glücklicher sein als in dieser Konstellation?“ steht im Raum. Aber Dina sagt: „Nö.“

In fünfzehn Situationen und über sieben Jahre hinweg begleiten wir das Paar, wie es sich durchs Leben laviert und dabei versucht, die Liebe nicht aus den Augen zu verlieren. Wie es versucht, den eigenen Eltern gerecht zu werden, im Beruf nicht unterzugehen und selbst gute Eltern zu sein.
(Quelle: EuroVideo Medien)

[Kommentar]
Oftmals gewitzt im Dialog, unromantisch realistisch in der Wirkung und handwerklich ordentlich inszeniert, „Nö“ macht trotz des Widerspruchs im Wortsinn des Titels eine richtig gute Figur und erzählt eine Geschichte, in der ich mich teils wiederfinden konnte und kann. Es geht hier schließlich im Kern um die Liebe, doch gar nicht minder um das Lebensglück, was man darunter versteht und wie man es gemeinsam erreicht. Und eben – bildlich auf der anderen Seite dieser Erwartungen – da steht das Leben, mit seinen teils wenig schönen und doch unausweichlichen Momenten.

In Zeiten wie diesen, in denen jemand einen Krieg vom Zaun bricht, um nachhaltig die Weltordnung der Großmächte dieses Planeten zu verändern, sollte man sich dessen erfreuen, was man hat und realisieren, dass Glück und Frieden keinesfalls Konstanten sind. Diese Hoffnung, Verbundenheit zwischen Menschen, darum geht es auch in diesem Film. Seitens des filmischen Handwerks kann ebenfalls Entwarnung gegeben werden, alles grün, alles gut soweit. Eine sichere Kameraführung ergänzt die guten darstellerischen Leistungen und die kurzweilige Erzählweise mit ihren Zeitsprüngen gelang ordentlich.

[Technik]
Hier und dort fiel mir der wenig übersteuerte Kontrast ins Auge, ohne das ich es im ersten Moment derart bemerkte, als hätte ich es auf die stellenweise zu steilen Farben zurückführen können. Beim genauren Betrachten der 16:9-Aufnahmen (Ratio 2.39:1) fällt jedoch genau dies zuweilen auf. Macht nicht viel aus an der Gesamtqualität, die gut ausfällt. Ausreichend Sauberkeit und die Fähigkeit auch in weniger gut ausgeleuchtete Momenten adäquate Bilder abzuliefern sind gegeben. Um die Kompression müssen wir uns auch nicht weiter sorgen.

„Nö“ sagt Ja zum guten Ton. Den gibt es hier in Dolby Digital 5.1, erwartungsgemäß in Deutsch und das auch ausschließlich, oder gar exklusiv, wenn man denn so will. „Nö“ ist ein sehr dialogträchtiger Film, der hier und dort das Gemüt mit musikalischer Performance etwas in Wallungen bringen möchte. Beinahe unverschämt zurückhaltend gibt er sich in Belangen der räumlichen Weite. Neben dem erwähnten Ton, der fehlerfrei seine Agenda abarbeitet, gibt es ferner noch Deutsch für Sehgeschädigte sowie Deutsch für Hörgeschädigte auf der Disc vorzufinden.

[Fazit]
Am 10. März erschien „Nö“ auf DVD und Video on Demand. Die rund 115minutenlange Comedy mit teilweise tieferem Sinn und zeitweise durchdachten und professionell, wirkungsvollen Einstellungen kann gefallen, keine Frage. Durch das Thema bedingt glaube ich, dass auch eine gewisse Sympathie mit den Hauptfiguren Voraussetzung dafür ist, das man sich a) mit Figuren identifiziert und b) das Thema emotional miterleben kann. „Nö“ hat eine Altersfreigabe von ab 12 Jahren erhalten. Beim Bonusmaterial gibt es zwei Punkte zu nennen. Das Feature „Nö in Reimen“ sowie Trailer. Kostenpunkt für die DVD sowie Streaming-Variante liegen gleich bei knapp 14,- Euro.

Andre Schnack, 16.03.2022

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★★☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆ 

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