Shane

Dokumentation/Biography/Music
Dokumentation/Biography/Music

[Einleitung]
Julien Temple drehte diesen Film und schrieb das Skript dazu. Es handelt sich um eine Dokumentation, die sich insbesondere mit einer Person und deren Einfluss auf einen bestimmten Bereich der Popkultur befasst. Der Titel lautet „Shane“ und befasst sich mit Shane MacGowan, Frontmann der Band „The Pogues“. In dieser Dokumentation von 2020 aus Großbritannien kommen also wohl vorrangig reale Personen zu Wort und keine gespielten Figuren. Der Standard Definition DVD-Titel erscheint aus dem Angebot von good!movies im Vertrieb von EuroVideo Medien und ich konnte mir ein genaueres Bild von Inhalt, Technik und Ausstattung machen.

Inhalt
Shane MacGowan. Rebell, Punk, Poet. Frontmann der legendären Band The Pogues. Begnadeter Songwriter, exorbitanter Selbstzerstörer. Der durchgeknallte Unruhestifter mit irischen Wurzeln, der nach London zog, um in den Underground-Clubs und Pubs die dort gerade entstehende Punkbewegung mit irischem Folk aufzumischen. I was always at the right place at the right time. Aus der Nische des Punk heraus schaffte es Shane, seinen Landsleuten in der aufgeheizten Stimmung des Nordirland-Konflikts eine weithin hörbare Stimme zu geben, mit einer Wucht und Hemmungslosigkeit, die sie bis dahin nie hatten.

Und wie nebenbei schuf er mit Fairytale Of New York im Stil einer irischen Folk-Ballade eines der meistgehörten Weihnachtslieder der Briten im 21. Jahrhundert. Nun hat der gefeierte Dokumentarfilmer und Wegbegleiter des Punk, Julien Temple, ihm ein Denkmal gesetzt: ein Feuerwerk aus intimen Aufnahmen der britischen Punk-Kultur aus Temples eigenen Archiven und bisher unveröffentlichtem Material.
(Quelle: EuroVideo Medien)

[Kommentar]
Julien Temple ist dem Musikgeschäft seit lange Zeit zugewandt. Seine Bekanntheit verdient er seine Arbeit an Musikfilmen und -videos. 2020 drehte er den im Original „Crock of Gold – A Few Rounds With Shane MacGowan“ lautenden Dokumentarfilm über Shane MacGowan ab. Über zwei Stunden geht es nicht nur darum einem bestimmten Musiker ein filmisches Denkmal zu setzen, sondern vielmehr den Menschen hinter dem Namen und hier hinter der Musik etwas näher kennenzulernen.

Dieser Akt gelang dem Filmemacher Temple gut. Viele Menschen kommen zu Wort und berichten über erlebtes und darüber mit Shane zusammen zu arbeiten. Dabei geht der Film auf biografische Hintergründe ein, widmet dennoch stets genug Zeit der musikalischen Seite und dem, was an den Seiten geschah. Also Dinge, die weder in der Presse, noch insgesamt sonderlich bekannt sind. Das alles macht die Doku gut. Präsentiert wird der gesamte Ablauf von Johnny Depp, vorrangig akustisch und nicht vor der Kamera, versteht sich.

[Technik]
„Shane“ arbeitet als Dokumentarfilm mit einer Vielzahl unterschiedlicher Quellen, die auch verschiedenen Aufnahmegeräten entstammen. Grundsätzlich betrachtet geht es hier im Format 1.85:1 zur Sache, mal aus professionell anmutenden Aufnahmegeräten oder aber Amateur-Equipment. „Shane“ nimmt es mit nichts so richtig genau, was auch Folgen für die technische Abbildung auf DVD haben könnte, doch dies tritt nicht ein. Viele Aufnahmen hier sind eben so, wie sie sind. Andere, jüngere Bilder, erfreuen sich dagegen einer weitaus besseren Darbietung. Wer damit leben kann, der wird kein Abbruch beim Konsum des interessanten Inhalts erleben.

Viele würden meinen, dass diese Musik nur gut ist, wenn sie schlecht klingt. Oder so ähnlich. Mit Sicherheit ist die Musikrichtung nicht jene der filigranen Töne, sondern eher dem Motto laut und brüllend zuzuordnen. „Shane“ kommt auf DVD daher und weist für eine Dokumentation überraschenderweise einen Mehrkanal-Sound des Formats Dolby Digital mit 5.1 Kanälen auf. Was noch in der Theorie aufregend klingt entwickelt sich praktisch betrachtet zu einem eher nüchternen Tonerlebnis. Ausschließlich Englisch, wahlweise mit deutschen Untertiteln, tönt es wenig weit und klar aus den Front-Lautsprechern.

[Fazit]
Unter den Kennern, den Fans und Musikfreunden ist der Name Shane MacGowan mit Sicherheit ein Begriff und zwangsläufig verbunden mit der Geschichte der Band The Pogues. Um ihn dreht sich hier auf der Laufzeit von immerhin 124 Minuten eigentlich alles. Sein Leben ist eng verwoben mit dem der Band, so dass diese beiden Aspekte hier stark vertreten sind. Johnny Depp leistet solide Arbeit als Gastgeber. Neben dem Inhalt mit der FSK Freigabe von ab 12 Jahren gibt es noch ein Interview mit dem Regisseur Julien Temple und Kinotrailer. Erhältlich ab dem 13. Januar zu einem Preis von rund 14,- Euro.

Andre Schnack, 10.01.2021

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆ 

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