V wie Vendetta

Action/Drama/Science-Fiction
Action/Drama/Science-Fiction

[Einleitung]
Die ist die 4K Ultra HD Blu-ray Version, die – wie beinahe alle aktuellen 4K-Titel – auch eine HD Blu-ray (1080p) Disc beinhaltet in der schwarzen Kunststoff-Umverpackung. Dazumal, 2012, schaute ich mir die iTunes Online Download-Version genauer an. Doch nun sind wir technologisch einen mächtigen Schritt nach vorne gegangen. Der Film ist unverändert, von 2005, abgedreht von Regisseur James McTeigue nach einem Drehbuch von Lilly Wachowski und Lana Wachowski nach einem Comic von David Lloyd. In den führenden Figuren sehen wir Hugo Weaving, Natalie Portman, Rupert Graves, Stephen Rea, Stephen Fry und auch John Hurt. Ich war vor allem gespannt auf den technologischen Schub durch die verdoppelte Anzahl der Bildzeilen auf 2.160p…

Inhalt
In einem fiktiven Großbritannien der Zukunft: „V“ (Hugo Weaving) ein belesener und intellektueller, aber zugleich auch rachsüchtiger und brutaler Mensch hat sein Leben der Befreiung seiner Mitbürger verschrieben. Getrieben von persönlicher Vergeltungssucht will der maskierte Unbekannte mit gezielten Anschlägen die Führungsriege eines totalitären Regimes zur Strecke bringen, das sein Volk bedingungslos ausbeutet und tyrannisiert.Als Evey (Natalie Portman) Vs Geheimnis auf die Spur kommt, entdeckt sie auch die Wahrheit ihrer eigenen Vergangenheit – und entwickelt sich zu einer unerwarteten Verbündeten bei seinem Ziel, Freiheit und Gerechtigkeit für eine durch Grausamkeit und Korruption unterdrückte Gesellschaft zurückzugewinnen.
(Quelle: Warner Bros. im Vertrieb von Universal Pictures)

[Kommentar]
Im September 2012 verlor ich die folgenden Zeilen über den Film, die mich heute immer noch mit einem nickenden Kopf quittiert erkennen lassen, das sich meine Meinung nicht grundsätzlich verändert hat. Was mich auch gewundert hätte. Wie dem auch sei, der Film gehört zu meinem persönlichen Favoriten, mehr jedoch ob des visuellen Inszenierungs-Stils und der gewissen Coolness sowie dem Bezug zum heutigen Hacker-Netzwerk „Anonymous“, die V’s Maske benutzen. All das und noch viel mehr steckt drin…. Nun zurück zum September 2012:

Bei einer zu entschärfenden Fliegerbombe ist das so eine Sache. Sie wurde von Kräften auf eine Mission geschickt, die dazumal die Welt – vor allem politisch betrachtet – verändern sollte. In einigen Fällen dauert die Mission bis heute an: Fehlzünder. Die Entschärfung der Bombe steht an. Letztgenannte bedeutet dann zwar noch viel Aufwand, jedoch nur überschaubaren Zeiteinsatz. Ist die Bombe entschärft, so ist die Gefahr gebannt.

Anders ist es heute und hier und auch im Film „V wie Vendetta“. Politisch betrachtet ist der Film eine Aussage gegen totalitäre Regimes und für freie Meinungsäußerung, aber er rückt auch das Bewusstsein der Menschen für medialen Einfluss in den Fokus und beschäftigt sich mit Korruption und Politik im Schatten der Angst. Vor allem aber ist „V“ ein Film über Rache. Die Rache eines Mannes, der sich – stets mit literarischen Bezügen – zweier Waffen zu bedienen weiss: das scharfe Wort und das scharfe Messer, eingesetzt mit tödlicher Präzision.

Und so bekommen wir es hier mit keiner Fliegerbombe zu tun, die es zu entschärfen gilt. Sondern mit einem eingespielten System einer Regierung, die keine Opposition duldet und ein eingeschüchtertes Volk, welches durch Ablenkung und Aufrechterhaltung abstrakter Feindbilder unterdrückt wird. Die Inszenierung ist sehr britisch, was die Sets, Masken und Ausstaffierungen betrifft. Die Inhalte haben Berechtigung und sollen den Betrachter einen Schritt zurück machen lassen, damit er das gesamte Bild sehen kann. Die darstellerischen Leistungen sind gut.

Auf das Virus der Angst – gesteuert durch machtgeile Politiker – entgegnet V mit einem Virus eines Freischlags. Ein Moment reicht, und die Welt stürzt um. Revolution. Seine Figur verkörpert dies gut, und wenn auch das Ende des Films ein wenig konstruiert wirkt und an Pathos nur so überquillt, die Atmosphäre stimmt und wirkt sehr intensiv.

Das Volk, eine beeinflussbare Masse dummer Mitläufer, kaltgestellt durch die Medien und dauerhafte TV-Propaganda. Das Polit-Büro, ein Haufen kuschender und machtgeiler Affen vor einem skrupellosen, stets seine wahren Absichten verklärenden Pseudo-Diktator, der sich als Groß-Kanzler ausgibt. Seine Schergen, vergleichbar mit Verbrechern, handeln willkürlich und nach eigenem Ermessen auf den eigenen Vorteil. Das ist „V wie Vendetta“.

[Technik]
„V wie Vendetta“ sieht in 2160p schon so richtig gut aus, das kann man von den ersten Minuten an festhalten. Überwiegend als düsterer Film angelegt und mit entsprechend viel Schatten in vielen Aufnahmen ausgestattet, tut der Transfer einen guten Job in Sachen der ausgewogenen Wiedergabe und einer stets sauberen Darbietung. Nur selten gibt es ein wenig Körnung, gar zartes Rauschen zu sehen, ansonsten hält sich die Qualität auf einem angenehm hohen Niveau. Kompressionsartefakte treten kaum auf, die Bildruhe ist ausreichend. Die Farbgebung unterliegt oftmals ein weniger der Ausgestaltung des Produktionsdesigns in Sachen zeitgenössischer Wirkung, denke ich. Technisch hingegen ist alles prima beim 2.39:1-Transfer.

Dolby Digital 5.1 in deutscher Sprache, in Französisch, Spanisch, Italienisch, Polnisch, Tschechisch, Thai. Ferner eine Audiodeskription in Englisch 2.0 und natürlich auch den englischen Originalton im Flaggschiff-Format Dolby Atmos TrueHD. Dazu noch eine ganze Menge Untertitle, die ich hier nicht alle aufzählen kann. In Sachen Masse schon einmal gute Leistung, und Klasse? Auch die ist vorhanden und der Ton entwickelt sich erfreulich lebhaft und dynamisch, wenngleich es immer wieder die filmbedingten, erzählerischen Längen gibt, die dann mit einer füllenden musikalischen Begleitung aufwarten. Qualitativ ist das alles gut gelungen und es gibt auch einen spürbaren Raumklang, wenngleich der nicht mit aktuellen Action-Streifen mithalten will (und kann).

[Fazit]
Diese Veröffentlichung enthält ebenfalls die High Definition Blu-ray Version von „V wie Vendetta“. 132 Minuten läuft diese Ultra High Definition-Fassung des Titels und erscheint mit ihrer FSK 16-Freigabe, wie bisher auch schon. Neu ist hier eben das Medium, das UHD-Format mit HDR. Daneben her sind es natürlich auch die Extras, also die Ausstattungsmerkmale dieser Veröffentlichung im schwarzen Case – wie passend. Wie dem auch sei, die Extras sind gut gelungen, also technisch sowie inhaltlich und erzählerisch, was den Fan sehr freuen wird. Im einzelnen sind es die folgenden Features, die sich auf über 2 Stunden summieren sollen.

  • Ein Gespräch mit James McTeigue & Lana Wachowski: Ein Rückblick auf V wie Vendetta
  • Natalie Portman spricht vor
  • V wie Vendetta: Hinter der Maske: Making-of mit den Filmemachern und Darstellern

Momentan müssen rund 24,- Euro für den Titel in 4K-Ausführung berappt werden, was angesichts des Alters von 4K UHD BD angemessen erscheinen mag, und dennoch viel Geld für bloß einen Film ist. Dennoch bekommt man auch die übliche High Definition Blu-ray Disc mit geliefert, das finde ich noch einmal erwähnenswert. Dieser Titel erschien Ende März 2021 und bietet technisch die wohl bislang beste Präsentation des Films. Und dies dürfte für Fans, wie mich, ausschlaggebend sein, um den Erwerb noch einmal angemessen zu betrachten, sozusagen. Toller Film, gute technische Darbietung, alles stimmt soweit, da es auch Extras gibt.

Andre Schnack, 20.10.2021

Film/Inhalt:★★★★★☆ 
Bild:★★★★★☆ 
Ton:★★★★☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆ 

Hat der Review gefallen?

(Sehr schlecht, Schlecht, Mittel, Gut, Sehr gut)

Durchschnittsbewertung: 5 / 5. Anzahl Wertungen: 2

Keine Bewertung bislang, sei der erste!