Die Schlange

Crime/Drama/Thriller/Serie
Crime/Drama/Thriller/Serie

[Einleitung]
„Die Schlange“ basiert auf wahren Begebenheiten, und zwar auf dem Leben von Charles Sobhraj, der in den 70er Jahren zahlreiche kaltblütige Morde beging. Über 8 Episoden zeigt uns diese für Netflix produzierte Serie wie es dem eiskalten Killer wohl gelang so lange unentdeckt zu bleiben, bis schließlich endlich jemand in der Lage war sich an seine Fersen zu heften. In den führenden Figuren sehen wir Tahar Rahim, Jenna Coleman sowie Billy Howle neben weiteren. Die Regiearbeiten teilten sich (je 4 Episoden) Hans Herbots und Tom Shankland. Toby Finlay und Richard Warlow schrieben die entsprechenden Skripte. Dieses 3 DVD-Set erscheint im Vertrieb von Edel Motion im Handel.

Inhalt
In den 1970er-Jahren waren sie das meistgesuchte Verbrecherpaar der Interpol. Sie hinterließen eine Spur aus Blut und Verderben. Eine Spur, die ihnen letztlich zum Verhängnis werden sollte.

Südostasien in den 1970ern – schrille Farben, Schlaghosen und Boney M. im Radio. Hinter dieser Kulisse verstecken sich der Verwandlungskünstler Charles Sobhraj (Tahar Ramin) und seine Lebensgefährtin Marie-Andrée Leclerc (Jenna Coleman) vor den Behörden. Zum Schutz verwenden sie unzählige Decknamen, selbst gegenüber ihren vermeintlich engsten Freunden. Doch diese Namen sind keineswegs frei erfunden. Auf dem „Hippie Trail“ fallen dem Edelsteinhändler, auch „Die Schlange“ genannt, immer wieder westliche Touristen zum Opfer.

Für ihn sind sie nur ein Mittel zum Zweck, um Juwelen an potenzielle Käufer zu bringen und sich Identitäten mit Hilfe ihrer Reisepässe zu verschaffen. Wenn sie ihr Soll erfüllt haben, sind die Blumenkinder für Sobhraj nutzlos und eine Last, von der es sich zu entledigen gilt. Doch als sich Herman Knippenberg (Billy Howle) des Falles annimmt, wendet sich das Blatt, und der Jäger wird zum Gejagten. Gemeinsam mit der Interpol tut Herman alles, um den Mörder mit den vielen Identitäten zu schnappen und begibt sich dadurch auf einen Weg voller Gefahren.
(Quelle: Edel Motion)

[Kommentar]
Aus der Sicht der Fieslinge wird hier die Geschichte des Charles Sobhraj – aka Die Schlange – geschildert. Da fragt man sich doch angesichts der Verbrechen, welches dieses Paar und insbesondere Charles Sobhraj so begangen hat, was das doch für Menschen seien. Das sind Menschen, die sind anders. Die haben eine andere Vorstellung von einem Leben in der Gesellschaft. Ihr Lebensweg ist ebenfalls anders und kaum von Beständigkeit geprägt.

Hier ist es so, dass diese Verbrechen nicht ungesühnt bleiben, eine lange Haftstrafe abgesessen und danach ein luxuriöses Leben abgetreten wird. Denn der Mann verstand es seine Geschichte zu Geld zu machen, nachdem er wieder „draussen war“. Und dann wieder doch wieder Haftstrafen, da ihn das alte Leben einholte. Was soll man davon halten. Aber wie mit so vielen dieser Kriminellen, so ist es auch mit Charles Sobhraj. Egozentrische Narzissten, die über Leichen gehen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Die haben kein Gefühl für das, was normal ist.

In der damaligen, noch sehr analogen Welt, war es Betrügern und kriminellen Schwindlern in Ermanglung technischer Mechanismen viel leichter möglich Dokumente zu fälschen und Identitäten zu stehlen. Auf den 8 Episoden wird auf die verbrecherischen Aktivitäten des Serienmörders eingegangen, die Beziehungen zu seinem „engsten“ Umfeld erörtert und eben die Taten dargestellt und was das Killer-Duo, bzw. „Die Schlange“ Charles dann im Anschluss anstellten. Diese „Reise“ hatte dann schlussendlich irgendwann einen Stopp. Wenngleich Herr Sobhraj noch lebt und Ende Dezember 2022 aus der Haft entlassen wurde, so ist dieses Thema wohl erledigt. Der Mann ist schwer krank und alt.

Die BBC One und Mammoth Screen Produktion war ein Netflix-Auftrag und läuft eben auch dort per Streaming. Diese DVD-Version unterscheidet sich nicht, wenn es um die inhaltlichen Belange geht zu der Streaming-Variante. Handwerklich betrachtet ist das alles sehr gut und eben auch zeitgenössisch gemacht. Spannend inszeniert und derart aufbereitet, dass man – trotzdem man als Publikum hier ja die Bösen hier begleitet – wissen möchte, wie es weitergeht.

[Technik]
Mir liegt die technische Präsentation in Form der Standard Definition DVD-Fassung vor. „Die Schlange“ versteht sich zu inszenieren, was auch für die visuelle Abtastung hier gilt. Alle Bilder wahren über die gesamte Laufzeit von rund 7,5 Stunden eine gewisse Integrität, sie alle weisen einen künstlichen, altersbedingten Charme auf, der natürlich im wesentlichen von dem was gezeigt wird, resultiert. Nicht aus dem, wie es gezeigt wird. Denn das ‚wie‘ stimmt hier und die 16:9-Aufnahmen weisen für eine SD-Leistung einen angenehm hohen Detailgrad auf, die Konturenzeichnung geht in Ordnung und die Kompression ist unauffällig und weitgehend rein.

„Die Schlange“ zischt im Ton-Format Dolby Digital 5.1, wahlweise in den Sprachen Deutsch oder Englisch. Untertitel auf Wunsch, jedoch ausschließlich in Deutsch verfügbar. Wenngleich sie optisch ein Hochgenuss ist, der adäquat visuell auf DVD gebannt wurde, so ist die akustische Darbietung zwar mehrkanalig angelegt, jedoch nur bedingt gut ausgestattet diesbezüglich. Offen gestanden kann ich angesichts des Serien-Formats und der Tatsache, dass es sich hierbei um eine DVD-Variante handelt, durchaus verschmerzen, das wir hier keine raffinierten Surround-Einlagen erleben. Alles in allem ist das hier solide Kost, die gekonnt abgemischt wurde.

[Fazit]
„Die Schlange“ – ich gestehe – war mir von der Vorlage her bislang unbekannt. Als True Crime-Fan empfand ich mich sehr zügig gut aufgehoben, wohl wissend, dass es sich um eine ‚echte’ TV-Serie handelt, die eben auf dem wahren Stoff basiert in ihrer Erzählung auf rund 458 Minuten. Diese sind abgefasst in 8 Episoden zu somit durchschnittlich 57 Minuten. Die Altersbeschränkung gemäß FSK liegt bei ab 16 Jahren und die Veröffentlichung von „Die Schlange“ fand erst jüngst statt, und zwar am 13. Januar 2022, letzten Freitag (den 13. – wie passend.). Dieses 3 DVDs umfassende Set kostet im Handel rund 28,- Euro. Als Alternative gibt es eben den Stream im Rahmen einer Netflix-Mitgliedschaft.

Andre Schnack, 18.01.2023

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★☆☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆ 

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