Drive (4K Mediabook)

Crime/Drama/Thriller
Crime/Drama/Thriller

[Einleitung]
Wenn einem Gutes widerfährt, das ist schon ein 4K-Mediabook wert. Oder so. Denn Filme, die einen gewissen Bekanntheitsgrad haben, sich eine Fangemeinde erarbeitet haben, die kommen nun auch zunehmend peu-a-peu als neu aufgelegte, zumeist technisch überarbeitete 4K Ultra HD Blu-ray Discs auf den Markt. Und wenn man Glück hat, so wie hier, dann auch noch zudem als schickes Mediabook. Genau das schaute ich mir nun zu „Drive“ von Regisseur Nikolas Winding Refn von 2010 genauer an. Ein paar Namen, die hier auftreten: Ryan Gosling, Bryan Cranston, Carey Mulligan, Ron Perlman und Albert Brooks. Veröffentlicht im Dezember 2021 von LEONINE.

Inhalt
Tagsüber arbeitet Driver (Ryan Gosling) als Stuntman für Hollywood. Reine Routine. Erst nachts erwacht der wortkarge Einzelgänger zum Leben, als Fahrer von Fluchtfahrzeugen bewaffneter Einbrüche. Keiner kann ihn schnappen, keiner kann ihm das Wasser reichen. Dann lernt der coole Driver seine neue Nachbarin Irene (Carey Mulligan) kennen – und verliebt sich in die alleinerziehende Mutter.

Als Irenes Ehemann Standard (Oscar Isaac) aus dem Knast entlassen wird, lässt sich Driver zu einem vermeintlich todsicheren Ding überreden: Mit der erbeuteten Kohle will Standard seine Schulden abbezahlen und Irenes eine gesicherte Zukunft bieten. Doch alles geht schief. Die Jagd auf Driver und Irene ist eröffnet – wenn es ihm nicht sofort gelingt, den Spieß umzudrehen…
(Quelle: LEONINE)

[Kommentar]
Dazumal, als ich den Film 2012 zum ersten Mal sah, war ich begeistert. Ein Mann weniger Worte, gelungene harte und teils unterkühlte Action, das sagte mir alles sehr zu. Mein Kommentar vom 17. Juni 2014 hat auch heute noch Bestand, hier ist er in den folgenden dreieinhalb Absätzen:

Eine Verfolgungsjagd besonderer Natur eröffnet diese Erzählung. Der Betrachter versteht sofort, warum der Film so heisst, wie er heisst. Bunte Farben, künstliche Straßen- und Häuserbeleuchtungen; ja, es keimt gar etwas Charme der späten 80er, bzw. frühen 90er Jahren auf. Solche Stilmittel sind keine Seltenheit in „Drive”, ebenso wenig klassische Elemente im Film-Noir-Style. Doch von was erzählt uns „Drive”? Allen voran von einem Mann. Ein Mann, der Auto fährt, in vielerlei Belangen sogar. Kein Mann vieler Worte, sondern einer, der das Talent des Films teilt, einfach mal den Mund zu halten und Augen und Gesichter sprechen zu lassen. Ein Mann im Schatten. Und ein Mann, der Dreck am Stecken hat. Sehr gut dargestellt von Ryan Gosling.

Zusammen mit Carey Mulligan ein prima Gespann, dass es sogar schafft eine Romanze im Schatten weiterer Geschehnisse glaubhaft und spürbar darzustellen. Kommen wir zur handwerklichen Umsetzung. Typische Merkmale: Kamerafahrten, unterlegt von einem melancholischen Music-Score, der zur Grundstimmung passt, dann jedoch immer wieder im krassen Kontrast zu den actiongeladenen, teils brutalen Momenten steht. Ferner bemerkenswert ist die gelungene Mixtur aus hellen und dunklen Situationen, ein Lichtspiel künstlicher Quellen, wie es kaum besser ausschauen könnte. Wenn das Tempo zunimmt, so gewinnt die Musik ebenfalls an Speed und Elektro-Einfluss. Gut gemacht. Soviel zu den kantigen und vor allem positiven Aspekten von „Drive”.

Ausstattung der Kiste…

Wollte ich, so würde ich dem Film Innovationsmangel vorwerfen. Er stützt sich zu sehr auf die klassische Werte-Vermittlung, hier dargestellt über recht simple und einfach zu erkennende Rollenverteilungen, Botschaften und die Charaktere an sich. Vielleicht nimmt sich „Drive” auch zu viel Zeit für die Darstellung einiger Situationen. Ich bin nicht dieser Meinung, denn gut inszenierte Szenen, unter anderem gefilmt aus dem fahrenden Auto heraus, sind keinesfalls Standard und gehören ebenso keineswegs zum 08/15-Programm des Action-Kinos. „Drive” übertreibt nicht, ist stellenweise brutal und stets abwechslungsreich und cool…

Und tatsächlich verdient sich dieser Film seinen Titel: „Drive” … es wird gefahren! Und unsere Hauptfigur hat definitiv auch einen sehr intensiven Antrieb, … und eben den gewissen … ‚Drive‘.

[Technik]
Augenmerk liegt auf der 4K-Fassung bei diesem Artikel. „Drive“ kommt hier in 2160p daher gedüst (in 2.40:1), ebenfalls an Bord sind Dolby Vision sowie HDR (10). Egal wie viel Gepäck der Transfer hat, egal wie rasant es zugeht oder aber wie speziell die Ausleuchtung mit ihren zahllosen künstlichen Lichtquellen auch sein mag: das Bild hat Stil und Güte. Gestochen scharfe Aufnahmen begeistern genau so, wie die exzellente Ausleuchtung und sämtliche Kamerafahren, Schnitte und Einstellungen, die für einen Bruchteil einer Sekunde wie eingefroren wirken. Toll gemacht, nichts zu meckern, alles dufte. Für die Kompression gibt es ebenfalls Lob.

Der Ton spielt hier ebenfalls eine gewichtige Rolle im gesamten Machwerk. Denn nicht nur als Action-Titel ist „Drive“ auf gute Akustik angewiesen, auch als Gesamtwerk funktioniert das alles hier noch viel besser mit dem richtigen Soundtrack. Und der setzt sich aus Stille, Surround-Effekten und einem mächtigen Music-Score zusammen. Im Ergebnis absolut überzeugend, professionell gemacht und stimmungsvoll von Beginn bis zum Schluss. Zum Einsatz kamen DTS-HD Master Audio 5.1-Soundtracks in den Sprachen Deutsch sowie Englisch mit Untertiteln in Deutsch oder Englisch für Hörgeschädigte. Fehlerfrei spielen die Soundtracks ihre Agenda ab und hüllen die Welt von „Drive“ in eine sehr gute Klangwelt.

[Fazit]
Sackstarker Film! Zumindest meiner Meinung nach. Rund 100 Minuten läuft „Drive“ und besticht hier mit einer fantastischen Technik, die das tolle Bild und den sehr wirkungsvollen Music-Score und Soundtrack ins absolut rechte Licht rücken. Die Altersfreigabe ist festgemacht bei ab 18 Jahren, angesichts der teils arg brutalen Szenen wohl mehr als angemessen. Neben dem Hauptfilm, hier abgefasst auf 4K sowie HD Blu-ray Discs, ist jedoch keinesfalls allein unterwegs. Im Kofferraum finden folgende Extras Platz, die ebenfalls noch einmal rund 93 Minuten füllen. Alle Special Features sind gut gelungen, inhaltlich aufschlussreich und technisch solide.

  • Featurette: I Drive
  • Featurette: Under the Hood
  • Featurette: Driver and Irene
  • Featurette: Cut to the Chase
  • Interviews mit Cast & Crew
  • Booklet mit Fotos und Text-Informationen
  • Making Of
  • B-Roll
  • Trailer

Driver trägt im Film das wohl größte Extra dieses Films: die helle Fahrer-Jacke mit dem aufgestickten, goldenen Skorpion auf dem Rücken. Wow. Liegt leider nicht dem Mediabook bei, kleiner Scherz. Doch man sollte sich genau überlegen, ob man diese Jacke selbst auch tragen kann. Anziehen kann sie vielleicht jeder, tragen jedoch wohl nur Ryan Gosling in diesem Film. Wer Michael Mann Titel mag (Heat, Collateral), der muss auch „Drive“ gesehen haben.

Andre Schnack, 19.01.2022

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★★☆ 
Ton:★★★★★☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆ 

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