Great White

Horror/Thriller
Horror/Thriller

[Einleitung]
Hai-Horror Filme gab es jüngst erst ein paar, darunter das Jason Statham-Vehikel „Meg“. Und in der Vergangenheit war „Der weiße Hai“ daran schuld, das man Jahrzehnte dachte, man bräuchte nach Steven Spielbergs Meilenstein keine weiteren Filme mehr über oder mit weißen Haien. Doch es kam anders und viele gute und weniger gute Filme entstanden. „Great White“ von Regisseur Martin Wilson entstand nach einem Drehbuch von Michael Boughen mit Katrina Bowden, Aaron Jakubenko, Kimie Tsukakoshi, Te Kohe Tuhaka sowie Tatjana Marjanovic in den führenden Rollen. Veröffentlicht 2021 ist er noch sehr frisch. Diese DVD-Version des Films kommt von EuroVideo und ich konnte mit raus schwimmen.

Inhalt
Ein paradiesischer Inseltrip zum sogenannten Höllenriff wird schlagartig zum Alptraum, als fünf Passagiere eines Wasserflugzeugs, meilenweit von der Küste entfernt, Schiffbruch erleiden. Die Situation scheint aussichtslos.

Die einzige Option ist mit dem Rettungsfloß in Richtung der mehrere hundert Kilometer entfernten Küste zu paddeln, bevor ihnen sämtliche Vorräte ausgehen. Oder sie alle dem bedrohlichen Schrecken, der unter der Wasseroberfläche lauert, zum Opfer fallen. Die ungleiche Gruppe macht sich auf die zermürbende Reise zum rettenden Ufer und ein atemloser Kampf um Leben und Tod beginnt…
(Quelle: EuroVideo Medien)

[Kommentar]
Ein wenig die Horror-Version von „Life of Pi“? Oder doch nur ein Abklatsch von „Der weiße Hai“ (Jaws)? Vielleicht sogar etwas eigenständiges mit mehr Substanz als „Meg“? Das waren einige meiner Gedanken rund um den Fakt, dass mit ein Hai-Horror-Film zur Ansicht vorlag. Die DVD-Fassung zu „Great White“ – Der Titel lässt unschwer erahnen, dass Weiße Haie mit im Spiel sind. So ist es auch binnen der ersten Minuten klar und die ersten zwei (ansonsten zur Story völlig unbeteiligten) Personen sterben den Tod im Meer.

„Great White“ arbeitet viel mehr über der Wasseroberfläche, als es vielleicht auf Grund anderer Werke dieser Film-Nische zu erahnen ist. Praktisch dreht sich nachdem der Haupt-Plot erst einmal losgetreten und die Charaktere grob vorgestellt worden sind, ausschließlich um den vielschichtigen Überlebenskampf einer Gruppe junger Menschen. Ausgang: völlig offen. Klar ist auch, dass diese Wasser-Überlebens-Insel nicht der beste Ort ist, an dem man sein möchte, wenn auch noch weiße Haie in der Nähe sind und einem bewusst wird, dass lediglich etwas Kunststoff zwischen Leben und Tod entscheiden könnte.

Der Film macht schlussendlich aus meiner Wahrnehmung heraus zu wenig aus dem Thema und vergeigt hier und dort Momente, die gut weiter ausgebaut werden könnten oder hätten können. Auch ist die Entwicklung der Figuren und ihre Motive (bis zur Gleichschaltung auf das Motiv Überleben) nur eingeschränkt verfügbar. Wir leben fortan einen etwas lustlos inszeniert wirkenden und mit einigen guten Horror-Momenten ausgestatteten Titel, der sich leider nicht abzusetzen versteht und damit im Einheitsbrei untergeht und nur knapp den Ansprüchen des Mittelfeld gerecht wird. Darstellerisch wenig Highlight, Schnitt und Inszenierung solide, wenn wir ein Hai-Auge zudrücken.

[Technik]
Kommen wir zu den technischen Aspekten des Horror-Films, der sich mit einer ewigen Herausforderung des Kinos messen muss: dem Wasser. Offenes Wasser, genauer genommen, ist praktisch so etwas wie der natürliche Feind einer Film-Crew. Elektronik, nicht gut, Menschen und Wasser, ebenfalls nicht so gut. Wir attestieren dem anamorph codierten Bildern im Format 2.40:1 durchaus eine gewisse Plastizität und Tiefe. Allerdings fielen mir die visuellen Effekte zu sehr als solche ins Auge. Hier und dort ganz passable fotografiert und inszeniert, liefert der Transfer rundum handfest Mittelfeld-Kost ab.

Ton ist unter Wasser eben auch eine Herausforderung. „Great White“ macht hier keinen Great Hype, sondern greift erwartungsgemäß auf Dolby Digital 5.1-Soundtracks in den Sprachen Englisch sowie Deutsch zurück. Beide Tonspuren tun sich wenig in Sachen Räumlichkeit und aus Sicht des genutzten Spektrums der aufgefahrenen Hai-Akustik. Fischig wird es zu keinem Zeitpunkt, so ein richtiger Knall hingegen auch nicht. Alles wirkt eher etwas eingekäfigt, um sprachlich in unserem Thema zu bleiben, und darf nicht so recht die Zähne zeigen.

[Fazit]
Keine Extras, nicht einmal Untertitel haben es auf die Disc geschafft, was etwas bedauerlich ist. „Great White“ kann sich somit im Kampf der Predatoren um den Platz an der Spitze der Nahrungskette nicht gegen die Klassiker (Jaws, Deep Blue Sea) und frisch eingesetzten Neuankömmlinge (Meg, 47 Meters) durchsetzen. Der Film erscheint am 3. Juni 2021 mit einer Altersfreigabe von ab 16 Jahren im hiesigen Handel. 12,50 Euro werden für die Standard Definition Disc fällig und in Anbetracht der kurzen Laufzeit von rund 88 Minuten sowie der praktisch nicht vorhandenen Ausstattung ist das Preis-Leistungsverhältnis nicht ausgewogen.

Andre Schnack, 24.05.2021

Film/Inhalt:★★★☆☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★☆☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆ 

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