The Desperate Hour

Thriller
Thriller

[Einleitung]
Unter dem Originaltitel „Lakewood“ erschien 2021 ein Thriller von Regisseur Phillip Noyce nach einem Drehbuch von Chris Sparling mit Naomi Watts, Colton Gobbo sowie Andrew Chown in den Hauptfiguren. Hierzulande unter „The Desperate Hour“ (also die verzweifelt Stunde/Stunde der Verzweifelung) vertrieben bewegt sich der Titel nun auf den Heimkino-Markt zu und wird von EuroVideo Medien vertrieben. Der in Echtzeit ablaufende Thriller behandelt ein durchaus und nach wie vor aktuelles Thema, neben Gewalt an Schulen und Amokläufen geht es hier um die Sicht einer Mutter inmitten der Katastrophe. Ich konnte mir „The Desperate Hour“ genauer anschauen und berichte über die Blu-ray HD Version des Titels.

Inhalt
Nach dem Tod ihres Mannes versucht Amy (Naomi Watts) alles, um Normalität in ihr Leben und das Leben ihrer beiden Kinder zurückzubringen. Bis eines Morgens erneut die Welt für sie zusammenbricht. Während ihrer Joggingrunde im Wald erfährt Amy, dass es an der High-School ihres Sohnes Noah (Colton Gobbo) eine Schießerei gab. Meilenweit entfernt und nur mit ihrem Handy bewaffnet, beginnt für die verzweifelte Mutter ein Wettlauf gegen die Zeit, um ihren Sohn vor dem Amokläufer zu retten.
(Quelle: EuroVideo Medien)

[Kommentar]
Gewalt an den Schulen der USA ist kein neues Thema, auch wahrscheinlich nicht in Kanada, wo dieser Titel inhaltlich spielt. Anders als in zum Beispiel „Run Hide Fight“ geht es hier etwas ernsthafter und gewissermaßen auch authentischer zu. Klar, jede Schule hätte wohl gerne eine Heldin wie die junge Zoe aus vorgenannten Film, allerdings ist das wohl recht unwahrscheinlich. Hier in „The Desperate Hour“ hingegen ist es die Mutter, die verzweifelt versucht ihrem Sohn inmitten eines Amoklaufs an einer Schule beizustehen, was mit heutigen Medien – wie dem geliebten Smartphone – durchaus realistisch erscheint.

Seitens der darstellerischen Leistungen gibt es nichts zu bemängeln, Naomi Watts leistet eine hervorragende Arbeit und sticht positiv hervor. Der Stil des Films, geschuldet im Aufbau und Ablauf eines in Echtzeit spielenden Titels, gefällt ebenfalls und unterhält durch hohes Tempo. Die Spannung und Atmosphäre packt den Zuschauer und hält ihn fest bis zum Abspann. Soweit alles gut, wäre da nicht bloß dieses nicht verschwinden wollende Gefühl, dass alles etwas konstruiert wirkt, was schlussendlich an der Gesamtqualität etwas nagt.

[Technik]
Ein Film in Echtzeit weist natürlich einen a) ganz andersartigen Ablauf auf, und b) kommt es hier zu Szenen, die ein Kameramann und Schnitt-Techniker im Ursprung oder bei Cut später zu vermeiden versucht. All das hat auch Auswirkungen auf den Einfluss von Licht und den Dingen, die eben – insbesondere bei Außenaufnahmen – so in der Gegen rumstehen. Dennoch leistet sich „The Desperate Hour“ keine Fehlzündungen und bleibt qualitativ sicher auf einem adäquaten Niveau. Kontrast, Farben an sich, die Konturenzeichnung sowie die Fähigkeit auch Bewegungsabläufe fehlerfrei wiederzugeben vernachlässigt der 2.35:1-Transfer in 1080p nicht.

Die akustischen Seiten des Thrillers erleben wir wahlweise in der deutschen Synchronfassung oder aber dem englischsprachigen Originalton, beide abgefasst in DTS-HD Master Audio mit 5.1-Kanälen. „The Desperate Hour“ ist vielleicht sogar ein Titel, den es zu diskutieren gilt, ob des Themas, nicht jedoch seiner akustischen Belange wegen. Denn diese erfolgen überwiegend fehlerfrei, mit ausreichend Kraft im Tieftonbereich und einer sorgfältigen Wiedergabe der Dialoge in beiden Sprachfassungen. Fehlerbildungen konnte ich nicht wahrnehmen und war insofern zufrieden mit dem Angebot.

[Fazit]
Aktueller könnte das Thema kaum sein, allerdings könnte dies auch für die vergangenen Jahre sprechen. Aus meiner Erinnerung heraus ist seit dem Columbine-Amoklauf zweier Abschlussklässler 1999 das Thema eigentlich jährlich immer wieder und wieder in den Nachrichten, wie traurig. Hier nun wurde ein Thriller aus dem Stoff (Amoklauf an Schulen) gemacht, der auf einer Laufzeit von rund 84 Minuten zu unterhalten versucht. Die Altersfreigabe liegt bei ab 12 Jahren und die Veröffentlichung steht heute an, am 31. August 2022. Die getestete Blu-ray Disc weist keinerlei Bonusmaterialien auf.

Andre Schnack, 31.08.2022

Film/Inhalt:★★★☆☆☆ 
Bild:★★★★★☆ 
Ton:★★★★☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆ 

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